10.05.2021 21:09

Alibaba-Tochter in der Mangel: Fidelity streicht Bewertung der Ant Group zusammen - Ungewissheit bleibt

Tech-Crackdown: Alibaba-Tochter in der Mangel: Fidelity streicht Bewertung der Ant Group zusammen - Ungewissheit bleibt | Nachricht | finanzen.net
Tech-Crackdown
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Alibaba-Tochter Ant Group wurde mit Freude an den Börsen erwartet - doch zu einem Sprung aufs Parkett kam es nicht. Die chinesische Regierung griff mit neuen Regeln hart durch, was immer mehr Konsequenzen nach sich zieht. So senkte auch Fidelity die Bewertung für den Finanzdienstleister deutlich.
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• Fidelity Investments halbierte seine Bewertungsschätzung
• chinesische Aufsichtsbehörde geht gegen Ant vor
• Zukunft von Ant in Ungewissheit gehüllt


Im November glich es einer Hiobsbotschaft, als der heiß ersehnte Börsengang von Alibaba-Tochter Ant Group plötzlich abgesagt wurde - der Rekordbörsengang blieb aus. Mit Blick auf die anschließende Entwicklung seither scheint es, als würde dieser Meilenstein auch wohl niemals erreicht werden. So strich jüngst auch Fidelity Investments seine Bewertung für den Finanzdienstleister drastisch zusammen.

Ant im Griff der chinesischen Regulierungsbehörde

Mit seinem Bezahldienst Alipay wurde Ant zu einem der großen Mitspieler in Sachen Fintech weltweit. Der Erfolg sollte mit einem Börsengang weitergeführt werden, der 34,5 Milliarden US-Dollar hätte einbringen sollen. Dann kam kurz vor der Verwirklichung dieses Schrittes die Absage des Börsengangs, das "aufsichtsrechtliche Umfeld" habe sich geändert, hieß es im November 2020 als Erläuterung von der Shanghaier Börse. Schließlich wurde klar, dass die Aufsichtsbehörde in China gegen die Alibaba-Tochter vorgeht. Hintergrund war unter anderem eine neue Beschränkung für die Online-Kreditvergabe in China, die Geschäfte wie das von Ant ab diesem Zeitpunkt einschränkt, berichtete dpa. Führungskräfte wie Alibaba-Gründer Jack Ma wurden schließlich von Chinas Zentralbank und der Banken- und Wertpapieraufsicht vorgeladen.

Tech-Crackdown - Milliardenstrafe und Datenherausgabe

Doch damit nicht genug: Kartellrechtliche Untersuchungen zogen eine Strafe in Höhe von 18 Milliarden Yuan für Alibaba nach sich. Der Konzern habe seine marktbeherrschende Position ausgenutzt, um Händler zu bestrafen, welche ihre Waren auf konkurrierenden Plattformen anbieten wollten, zitierten Staatsmedien im April die Marktaufsichtsbehörde laut dpa.

Auch auf Ant kamen zu diesem Zeitpunkt weitere Regulierungen zu: Die Ant Group musste in eine Finanzholding umgewandelt werden, um die strengeren Auflagen, denen Banken unterliegen, erfüllen zu müssen - ein weiterer Schlag gegen das Tech-Imperium von Jack Ma, der sich mit einigen Äußerungen bei der regierenden Partei Chinas unbeliebt gemacht hatte. In einem nächsten Schritt versuchte die chinesische Regierung wohl, die Herausgabe von Kundendaten zu erzwingen, um eine Wirtschaftsauskunftkartei zu schaffen, berichtete die Financial Times. "Zu viel staatlicher Einfluss wird die Branche niederreißen" gab die Financial Times dem Fintech nahe stehende Personen wieder, weshalb Ant zumindest diese neue Kartei leiten wolle.

Maßnahmen wie diese üben Druck auf die eigentlich so hoch bewertete Ant Group aus und ziehen weitere Folgen nach sich. Denn wie zahlreiche Experten schätzen, reduzieren die schärferen Auflagen den Wert der Alibaba-Tochter deutlich.

Fidelity Investments reagiert mit Bewertungshalbierung

Dieser Ansicht sind nun offenbar auch die Analysten bei Fidelity Investments: Der Finanzdienstleister halbierte seine Bewertung für den Unternehmenswert von Ant auf rund 144 Milliarden US-Dollar. Zuvor waren es noch 295 Milliarden US-Dollar. Damit stuft Fidelity den Unternehmenswert sogar tiefer ein als die Summe, die es in die Alibaba-Tochter investiert hatte: 150 Milliarden US-Dollar soll der Konzern 2018 in das Fintech gesteckt haben, heißt es in einem Bericht von Bloomberg.

Mit diesem Schritt schließt sich Fidelity anderen Fondsmanagern an - Warburg Research verringerte seine Bewertung auf eine Spanne von 200 bis 250 Milliarden US-Dollar, sagten mit der Sache vertraute Personen gegenüber Bloomberg. Zum Vergleich: Zum geplanten Börsengang beliefen sich Schätzungen für den Unternehmenswert von Ant auf 315 Milliarden US-Dollar.

Ungewissheit über weiteren Verlauf

Die Skepsis ist groß, da die Ungewissheit über das weitere Vorgehen gegen Alibaba und Tochter Ant groß ist. Die Auswirkungen der Umstrukturierung auf den Gewinn des Fintechs sind bislang allerdings nicht bekannt. Für Investoren, die sich beim Fundraising 2018 beteiligt haben, bestehen kaum Ausstiegsmöglichkeiten, berichtet Reuters. Denn die internationalen Aktionäre der 10 Milliarden US-Dollar schweren Tranche des Fundraisings steckten ihr Geld in die Offshore-Einheit Ant International und halten sogenannte Klasse-C-Aktien, die kein Stimmrecht haben, wie dem Ant-Börsenprospekt zu entnehmen ist. Wie die Nachrichtenagentur erklärt, gehe aus dem Fundraising-Dokument hervor, dass anstelle des Börsengangs ein Rückzahlungsprogramm durchgeführt werden könnte.

Redaktion finanzen.net

Bildquellen: Piotr Swat / Shutterstock.com, xcarrot_007 / Shutterstock.com

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