TUI: Reicht das?
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TUI startet mit einem kräftigen Gewinnsprung ins Jahr 2026, getragen vom boomenden Kreuzfahrtgeschäft. Doch schwache Umsätze in anderen Segmenten und eine verhaltene Buchungslage lassen Zweifel an der Wachstumsdynamik aufkommen.
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Einen gemischten Eindruck hinterlassen die Zahlen der TUI AG zum ersten Quartal 2026. Einerseits blieb der Umsatz des Reiseveranstalters mit 4,86 Mrd. Euro leicht unter dem Vorjahreswert, wobei währungsbereinigt zumindest ein kleines Plus von 1,3 Prozent erzielt wurde. Andererseits machte das bereinigte EBIT einen kräftigen Satz um gut 50 Prozent auf die neue Rekordmarke von 77,1 Mio. Euro.
Kreuzfahrt boomt
Dabei lohnt ein Blick ins Kleingedruckte, denn der Gewinnsprung war allein dem boomenden Kreuzfahrtgeschäft geschuldet, das dank Flottenausbau und starker Buchungslage bei einem Umsatzanstieg um 6,2 Prozent das Segment-EBIT gleich um 70 Prozent steigern konnte.
Etwas verhaltener lief es beim zweiten Hoffnungsträger, dem Bereich Hotels & Resorts, der bei einer nur leichten Erlössteigerung von 0,5 Prozent einen EBIT-Rückgang von 13 Prozent verzeichnete. Dafür waren allerdings vor allem Sondereffekte wie Hotelschließungen aufgrund Renovierungsarbeiten und einem Hurrikan auf Jamaika verantwortlich.
Keine nennenswerten Impulse gab es bei dem Sorgenkind des Konzerns, dem klassischen Geschäft mit Pauschalreisen (Märkte & Airlines), das einen leichten Umsatzrückgang um 1 Prozent hinnehmen musste, dabei aber zumindest den saisonal üblichen EBIT-Verlust um 8 Prozent verringern konnte.
Schuldenberg schmilzt
Erfreulich hingegen entwickelte sich die Nettoverschuldung, die aufgrund eines höheren operativen Cashflows um weitere 0,5 Mrd. auf 3,6 Mrd. Euro abgebaut werden konnte. Dank der guten Finanzlage bekräftigte der Vorstand auch seinen Dividendenvorschlag, der für 2025 eine Starter-Dividende von 10 Cent je Aktie und ab 2026 dann eine Ausschüttungsquote von 10 bis 20 Prozent des bereinigten Ergebnisses vorsieht.
Prognose mit Fragezeichen
Und auch sonst bleibt der Vorstand für das Gesamtjahr 2026 optimistisch und rechnet für das Gesamtjahr mit einem Anstieg des Umsatzes von 2 bis 4 Prozent und des EBIT um 7 bis 10 Prozent. Während das Ergebnisziel nach den Q1-Zahlen eher konservativ erscheint, wird sich TUI beim Umsatz nach dem ersten Quartal strecken müssen, zumal auch die bereits gebuchten Umsätze für die laufende Winter- und die kommende Sommersaison leicht unter dem Vorjahr bleiben.
Günstige Bewertung
Verständlich daher, dass die Börse erst einmal skeptisch bleibt und die Aktie zunächst abwärts schickt. Wobei das KGV schon auf Basis der – konservativen – Ertragsprognose bei unter 7 läge und damit auch kein weiteres Abwärtspotenzial mehr signalisiert. Für einen nachhaltigen Aufwärtstrend bedürfte es aber eines besseren Newsflows. Vorerst drängt sich ein Einstieg daher nicht auf.
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