ÜBERBLICK am Morgen/Konjunktur, Zentralbanken, Politik

28.01.26 08:59 Uhr

Die wichtigsten Ereignisse und Meldungen zu Konjunktur, Zentralbanken, Politik aus dem Programm von Dow Jones Newswires.

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EZB/Cipollone: BIP könnte EZB-Prognosen übertreffen

Die Wirtschaft des Euroraums könnte sich nach Aussage von EZB-Direktor Piero Cipollone besser als von der Europäischen Zentralbank (EZB) im Dezember prognostiziert entwickeln. "Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) hat sich als widerstandsfähig erwiesen, und wir rechnen mit Zahlen, die die Prognosen sogar übertreffen könnten", sagte er der Zeitung El Pais. Zudem pendele die Inflation um den Zielwert von 2 Prozent herum. "Wir befinden uns zweifellos in einer guten Position", sagte Cipollone und bekräftigte damit eine entsprechende Aussage von EZB-Präsidentin Christine Lagarde von September. Cipollone zufolge ist es außerdem eine gute Nachricht, dass die jüngste BIP-Revision im Wesentlichen auf Investitionen zurückzuführen gewesen sei. "Dies ist nicht nur eine nachfrageseitige, sondern auch eine angebotsseitige Komponente. Es bedeutet Investitionen in größere [Produktions-]Kapazitäten, was ein schnelleres Wachstum stützt, ohne die Preisstabilität zu gefährden", sagte er.

GfK: Konsumklima setzt zu Erholung an

Die Stimmung der deutschen Verbraucher hat sich aufgehellt. Der von GfK und NIM ermittelte Konsumklima-Indikator prognostiziert für Februar im Vergleich zum Vormonat einen Anstieg um 2,8 Zähler auf minus 24,1 Punkte. Damit setzt das Barometer zu einer Erholung an, wenngleich das Niveau im historischen Vergleich weiterhin niedrig bleibt. Getragen wird die Aufwärtsbewegung vor allem von einem sprunghaften Zuwachs bei den Einkommenserwartungen.

Ifo: Stellenabbau in Deutschland verlangsamt sich

Der Stellenabbau in Deutschland verlangsamt sich nach Erkenntnissen des Ifo-Instituts. Das Ifo-Beschäftigungsbarometer steigt im Januar auf 93,4 Punkte, nach 91,9 Punkten im Dezember. "Der Stellenabbau verlangsamt sich, kommt aber noch nicht zum Stillstand", sagt Klaus Wohlrabe, Leiter der Ifo-Umfragen. "Vor allem in der Industrie bleibt der Arbeitsmarkt unter Druck - eine Trendwende ist noch nicht in Sicht." In nahezu allen Bereichen der Industrie werden nach Aussage der Konjunkturforscher weiter Stellen abgebaut. "Vor allem die Autobranche und Unternehmen im Metallbereich planen mit weniger Mitarbeitern."

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BoJ-Protokoll zeigt höhere Vorsicht bei Yen-Entwicklung

Die Bank of Japan (BoJ) wird nach dem Sitzungsprotokoll des Dezember-Meetings bei den möglichen inflationssteigernden Auswirkungen eines schwachen Yen vorsichtiger. Die Märkte achten derzeit weiter auf jedes Anzeichen von Maßnahmen zur Stabilisierung der Währung, denn der Yen schwächte sich Anfang dieses Monats auf fast 160 gegenüber dem US-Dollar ab. Dieses Niveau war seit Juli 2024 nicht mehr erreicht worden, als die japanische Regierung Yen-Stützungskäufe in Rekordhöhe durchführte. Die Wachsamkeit gegenüber einer möglichen Intervention, potenziell in Abstimmung mit den der US-Regierung, hat den Abwertungsdruck seither gemildert, doch Regierungsvertreter haben signalisiert, dass sie bei Bedarf zum Handeln bereitstehen. Während die Entscheidung über eine Intervention beim japanischen Finanzministerium liegt, unterstreichen die Protokolle der BoJ-Sitzung vom vergangenen Monat, dass die Notenbank den Yen genau im Auge behält.

USA warnen Südkorea vor Vorgehen gegen US-Tech-Konzerne - Kreise

Die Trump-Regierung hat Südkorea davor gewarnt, US-Technologieunternehmen mit diskriminierenden Regulierungen und Untersuchungen ins Visier zu nehmen. Viele der jüngsten Diskussionen drehen sich um Coupang, ein US-E-Commerce-Unternehmen, das Amazon ähnelt. Coupang wickelt fast sein gesamtes Geschäft in dem ostasiatischen Land ab und verfügt über einflussreiche Verbündete in der Trump-Regierung und im Kongress, wie mit der Angelegenheit vertraute Personen berichteten. Die Gespräche deckten demnach auch Plattform- und KI-Regeln ab, die für Konzerne wie die Facebook-Mutter Meta Platforms und Google ein Thema sind.

GM-CEO: Kanada-Deal zum Import billiger E-Autos aus China "gefährlicher Weg"

Ein jüngst von Kanada geschlossener Deal, der die Einfuhr zehntausender preiswerter chinesischer Elektrofahrzeuge ermöglichen soll, stellt nach Einschätzung von GM-Chefin Mary Barra ein Risiko für die nordamerikanische Autoproduktion dar. Barra meint, dass das Anfang dieses Monats angekündigte Abkommen Kanadas mit China dem Aufbau einer starken nordamerikanischen Industriebasis sowie dem Schutz von Arbeitsplätzen und der nationalen Sicherheit auf dem Kontinent entgegenstehe.

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MSCI: Vermögensverwalter ziehen sich aus USA zurück

Die professionellen Vermögensverwalter in Europa ziehen ihre Anlagen weg von US-Aktien. Das hat der Indexbetreiber MSCI in einer aktuellen Umfrage zu Trends im Vermögens-Management 2026 unter 250 Fachleuten der globalen Vermögensverwaltungsbranche festgestellt. "Europäische Vermögensverwalter passen ihre Portfolios als Reaktion auf ein instabileres und fragmentierteres globales Umfeld neu an", sagte Hassan Suffyan, Head of Wealth für EMEA und APAC bei MSCI. Die überwiegende Mehrheit der Befragten (86 Prozent) habe angegeben, dass ihre Besorgnis über neue Zölle und die globale Unsicherheit seit einem Jahr zugenommen hätten. Damit steige auch das Interesse an Anlagen außerhalb der USA: Rund 61 Prozent planten, ihre Allokationen in entwickelten Märkten außerhalb der USA zu erhöhen, während nur ein Drittel eine Erhöhung des Engagements in US-Aktien erwarteten.

Kontakt zum Autor: konjunktur.de@dowjones.com

DJG/DJN/hab

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January 28, 2026 03:00 ET (08:00 GMT)