28.12.2020 09:12

2020 - Haken dran!

Vermögensverwalter-Kolumne: 2020 - Haken dran! | Nachricht | finanzen.net
Vermögensverwalter-Kolumne
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Das Jahr 2020 neigt sich dem Ende zu und Viele werden denken: endlich. Das beherrschende Thema Corona belastet nicht nur die Menschen, es hat auch die Finanzmärkte ordentlich durchgeschüttelt. Endlich gibt es zugelassene Impfstoffe und die Versorgung der Bevölkerung hat begonnen.
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Die Erleichterung ist verständlicherweise groß, die Börsen jubeln und sehen weitere Aufregerthemen des Jahres, wie den Brexit -mit oder ohne Deal -, die Präsidentenwahl in den USA nebst Handelsstreitigkeiten mit China längst nicht mehr als Belastungsfaktoren oder haben sie komplett ausgeblendet. Also gute Aussichten für das Börsenjahr 2021 und Haken dran an die Ereignisse des Jahres 2020?

Die meisten Jahresausblicke propagieren dies im Einklang und untermauern die These mit dem Argument, dass es in einer Zinslosen Welt keine Alternative zu Aktien gibt. Auch wenn dies in Anbetracht des Zinsumfeldes, global weisen mittlerweile Anleihen im Gesamtwert von 17.500.000.000.000 Dollar (17.5 Bio. Dollar) nominal eine negative Rendite aus, richtig erscheint, sollten Anleger nicht verdrängen, dass ein Impfstoff lediglich ein Mosaikstein für die Erholung der Weltwirtschaft darstellt. Die volkswirtschaftliche Gesamtlage entspricht noch lange nicht der "Vor-Corona-Zeit".

Für eine Stabilisierung oder sogar weiteren Anstieg der Märkte bedarf es neben guten Nachrichten ebenso eine Kontinuität der Finanzpolitik der Notenbanken. Zuversicht der Anleger und das billige Geld der Notenbanken sind der Schmierstoff für steigende Börsen. Die Zuversicht der Anleger wird jedoch schnell schwinden, wenn sich negative Nachrichten zum Impfstoff oder von mutierenden Viren häufen. Heftige Kursverluste sind dann nicht auszuschließen.

Daneben steht die Frage, wieviel Geld die Staaten noch zur Unterstützung der Wirtschaft aufbringen können oder wollen und wie die hierdurch gestiegene Staatsverschuldung zurückgeführt wird. Das Corona Virus wird besiegt werden und dann wird es zu Nachholeffekten der Menschen vor allem in den Bereichen Reisen, Gastronomie und Konsum kommen, wovon die Unternehmen deutlich profitieren sollten. Das wird aber wahrscheinlich noch viel Zeit des kommenden Jahres in Anspruch nehmen.

Mutige und nervenstrake Anlegerwerden in diesen Branchen durchaus attraktive Chancen erkennen. Alle anderen sollten nach der atemberaubenden Aufholjagd der Kurse ein wenig durchatmen und mit einer beruhigenden Cash Position an der Seitenlinie verharren, ehe sie den finalen Haken an dieses außergewöhnliche Jahr 2020 setzten.

Von Ralph Rickassel, PMP Vermögensmanagement in Düsseldorf, eine Niederlassung der Donner & Reuschel Lux S.A.

Immer mehr Privatanleger in Deutschland vertrauen bei ihrer Geldanlage auf bankenunabhängige Vermögensverwalter. Frei von Produkt- und Verkaufsinteressen können sie ihre Mandanten bestmöglich beraten. Mehr Informationen finden Sie unter www.v-bank.com.

Der obige Text spiegelt die Meinung des jeweiligen Kolumnisten wider. Die finanzen.net GmbH übernimmt für dessen Richtigkeit keine Verantwortung und schließt jegliche Regressansprüche aus.

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