Vorläufige Zahlen

Conti schreibt in der Autozulieferung wieder rote Zahlen - Aktie fällt

17.04.24 14:04 Uhr

Conti-Aktie nach roten Zahlen in der Autozulieferung tiefrot | finanzen.net

Der Autozulieferer und Reifenhersteller Continental hat im ersten Quartal die Probleme in der Autozulieferung wieder stark zu spüren bekommen.

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Im laufenden Geschäft fuhren die Hannoveraner mit ihrem Sorgenkind wieder rote Zahlen ein, wie sie überraschend am Dienstagabend nach Börsenschluss auf Basis vorläufiger Zahlen mitteilten. Eigentlich hat sich Conti-Chef Niko Setzer für dieses Jahr deutlich bessere Geschäfte in der Sparte Autozulieferung vorgenommen, die im vergangenen Jahr operativ erstmals seit 2019 wieder einen Gewinn vorweisen konnte. Doch schwache Absatzmengen, ausstehende Preisverhandlungen bei Kunden und verzögerte Produktanläufe machten Conti zumindest zu Jahresbeginn einen Strich durch die Rechnung.

Denn die Zahlen fielen auch durchweg schwächer aus als von Experten im Vorhinein gedacht. Vor Zinsen, Steuern und bereinigt um Sondereffekte machte Conti mit der Autozulieferung je 100 Euro Umsatz rund 4,30 Euro Verlust. Analysten hatten zwar mit einem schwierigen Jahresstart gerechnet, aber nicht in dieser Größenordnung. Ein Jahr zuvor hatte Conti noch eine leicht positive Marge von 0,8 Prozent ausweisen können. Auch der Umsatz mit Autoteilen, Elektronik und Software ging zurück.

Analyst Jose Asumendi von der Bank JPMorgan sprach von einem sehr schwachen Start ins Jahr. Zum Erreichen der bestätigten Prognose des Konzerns benötige Conti nun viel größere Preiserhöhungen zulasten der Autobauer im zweiten Halbjahr sowie eine beschleunigte Kostenersparnis durch die laufenden Umbaumaßnahmen.

Experte Erwann Dagorne von der britischen Barclays-Bank schrieb, das erste Quartal sei viel schlimmer ausgefallen als befürchtet. Das Abschneiden setze das Management bei der im Gesamtjahr angestrebten Profitabilität im Autogeschäft zunehmend unter Druck. Die Erwartungen seien niedrig gewesen, aber nicht so niedrig wie die nun von dem Autozulieferer veröffentlichten Zahlen, schrieb auch Jefferies-Analyst Michael Aspinall.

Einerseits hätten schwache Absatzmengen in Europa belastet, andererseits noch ausstehende Neuverhandlungen von Preisen in Kundenverträgen, hieß es vom DAX-Unternehmen. Zudem sei wegen verzögerten Produktanläufen auch gegenüber dem Markt eine schwache Entwicklung zu verzeichnen gewesen. Höhere Löhne hätten die Profitabilität außerdem belastet.

Conti kämpft in der Autozulieferung seit Jahren mit hartnäckigen Problemen. Zuletzt hat Spartenchef Philipp von Hirschheydt den Rotstift angesetzt und will in Verwaltung sowie Forschung und Entwicklung 7150 Jobs streichen. Allein durch die Maßnahmen in der Verwaltung sollen die laufenden Kosten bis 2025 um 400 Millionen Euro sinken. Der Anteil der von Experten als zu hoch bemängelten Ausgaben für Forschung und Entwicklung am Umsatz soll bis 2028 auf 9 Prozent fallen. 2023 lagen sie bei fast 12 Prozent. Zudem stehen Teile der Autozuliefersparte auf dem Prüfstand, die rund ein Viertel des Umsatzes der Sparte ausmachen.

Aber nicht nur Conti hadert mit den Umwälzungen in der Branche und den Krisen der vergangenen Jahre. Auch die deutschen Zuliefererriesen Bosch und ZF streichen Stellen, wenn auch aus teils unterschiedlichen Gründen. Bosch, weltweit größter Autozulieferer, will insgesamt mehr als 7000 Stellen streichen, davon bis zu 3200 in der Autozulieferung - unter anderem die traditionell starke Antriebssparte macht Probleme. ZF in Friedrichshafen muss seinen Schuldenberg abtragen und sparen - der Gesamtbetriebsrat fürchtet den Verlust von mindestens 12 000 Arbeitsplätzen.

Bei Conti macht zwar die Vorzeigesparte mit den Reifen weiter gute Gewinne. Aber auch im Gesamtkonzern lag der Umsatz im ersten Quartal mit 9,8 Milliarden um rund 5 Prozent unter dem Vorjahreswert von 10,3 Milliarden Euro. Dank der Reifensparte erzielten die Niedersachsen mit 2,0 Prozent voraussichtlich insgesamt eine positive operative Marge - vor einem Jahr waren es aber noch 5,6 Prozent gewesen.

Trotz der Ergebnisse im ersten Quartal rechnet die Führungsspitze um Chef Setzer damit, die finanziellen Jahresziele in allen Sparten und auch im Gesamtkonzern erreichen zu können. Die Prognose bestätigte Conti daher. Die detaillierten Zahlen zum ersten Quartal legt das Unternehmen am 8. Mai vor.

Goldman senkt Ziel für Continental AG auf 62 Euro

Die US-Investmentbank Goldman Sachs hat das Kursziel für Continental nach Zahlen von 67 auf 62 Euro gesenkt und die Einstufung auf "Neutral" belassen. Ein schwaches erstes Quartal habe den Autozulieferer zu einer Vorab-Veröffentlichung der Zahlen veranlasst, schrieb Analyst George Galliers in einer am Mittwoch vorliegenden Studie. Die Erwartungen seien wegen des schwachen Autozuliefergeschäfts deutlich verfehlt worden. Er kürzte seine operativen Gewinnschätzungen (Ebit) bis 2026.

Conti droht nach schwachen Zahlen Rücksetzer auf November-Niveau

Ein überraschend schwaches Zuliefergeschäft hat die Aktie von Continental am Mittwoch auf den tiefsten Stand seit Anfang November gedrückt. Der Autozulieferer und Reifenhersteller hatte am Vorabend schwache Zahlen zum ersten Quartal veröffentlicht, was Anleger mit Verkäufen quittierten.

Das Papier büßt zeitweise via XETRA 5,22 Prozent auf 62,06 Euro ein.

Conti bekam im ersten Quartal erneut die Probleme in der Autozulieferung stark zu spüren und fuhr im laufenden Geschäft rote Zahlen ein. Auch der Umsatz im Geschäft mit den Autobauern war rückläufig. Das operative Ergebnis des Unternehmens habe fast 50 Prozent unter der Konsensschätzung gelegen, wobei der Großteil auf die Autosparte zurückgehe, sagte ein Händler. Obendrein habe auch der freie Barmittelzufluss (FCF) die durchschnittliche Analystenschätzung um rund 200 Millionen Euro verfehlt.

Mit den vorgelegten Zahlen habe Conti die bereits geringen Erwartungen nochmals unterboten, monierte Analyst Michael Aspinall von Jefferies. Dass der Hannoveraner Konzern dennoch an seinen Jahreszielen festhalte, ließen diese nun noch ehrgeiziger als bisher erscheinen, konstatierte Analyst Tim Rokossa von der Deutschen Bank, insbesondere für das Zuliefergeschäft. Da ihm zufolge auch vom zweiten Quartal nicht allzu viel zu erwarten ist, hänge jetzt fast alles vom Geschäftsverlauf in der zweiten Jahreshälfte ab.

Der Händler präzisierte, dass die beibehaltenen Prognosen für 2024 eine deutliche Margenverbesserung in den kommenden Quartalen erforderlich machten. "Die Investoren werden nun Beweise dafür erwarten, dass die Schwäche im Auftaktquartal auf die Preisgestaltung und nicht auf ein schwaches Geschäft an sich zurückzuführen ist", resümierte er.

HANNOVER / NEW YORK / FRANKFURT (dpa-AFX)

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Bildquellen: Continental, Nils Versemann / Shutterstock.com

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