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09.04.2019 22:11
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JPMorgan-Chef tiefbesorgt: Ende 2018 war nur ein Vorgeschmack für die Märkte

Wilder Ritt für Investoren?: JPMorgan-Chef tiefbesorgt: Ende 2018 war nur ein Vorgeschmack für die Märkte | Nachricht | finanzen.net
Wilder Ritt für Investoren?
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Der Chef der US-Bank JPMorgan, Jamie Dimon, sieht die Finanzmärkte in den kommenden Monaten in wildem Fahrwasser. Investoren sollten einen Blick auf das letzte Quartal 2018 werfen, wenn sie wissen wollen, was auf die Börsen zukommen wird.
In dem jährlichen Brief an die Anteilseigner malt JPMorgan-Chef Jamie Dimon ein düsteres Bild für die weitere Entwicklung an den Finanzmärkten.

Ende 2018 war nur ein Vorbote

"Das vierte Quartal 2018 könnte ein Vorbote für zukünftige Entwicklungen sein", schrieb Dimon und verwies damit auf die starken Abschläge, die die Börsen im letzten Jahresviertel hinnehmen mussten. Der Dow Jones hatte mehr als 13 Prozent verloren, für den NASDAQ Composite ging es im vierten Quartal fast 19 Prozent abwärts und auch der S&P 500 verzeichnete mit -15 Prozent in den letzten drei Monaten des vergangenen Jahres eine deutlich negative Entwicklung.

Dabei verwies der Bankenchef unter anderem auf die unklare Zinsstrategie der US-Notenbank Federal Reserve, aber auch die Verlangsamung des Wirtschaftswachstums in Deutschland, den Brexit und den weiter andauernden Handelsstreit zwischen den USA und China.

Dimon wird zunehmend skeptischer

Der JPMorgan-Chef, der in den vergangenen Jahren eher optimistisch auf die Finanzmärkte geblickt hatte, schlägt in seinem jüngsten Aktionärsbrief deutlich skeptischere Töne an. Im vierten Quartal haben die Märkte starke Schwankungen verkraften müssen, zeitgleich sei die Liquidität stark zurückgegangen, so der Manager in seinem Brief an die Aktionäre. Zwar räumt er ein, dass die Marktreaktionen die Realwirtschaft nicht immer genau widerspiegeln, weswegen politische Entscheidungsträger und die Unternehmen nicht überreagieren sollten. Allerdings betonte Dimon, dass die Marktreaktionen die Ansichten der Marktteilnehmer hinsichtlich der sich ändernden Wahrscheinlichkeiten und Möglichkeiten wirtschaftlicher Ergebnisse widerspiegeln würden. "Daher müssen die politischen Entscheidungsträger (und die Banken), insbesondere die Fed, unbedingt eine Bewertung dieser Fragen berücksichtigen", nimmt Dimon unter anderem die Politik in die Pflicht.

JPMorgan auf Rezession vorbereitet

Für eine drohende Rezession sei sein Finanzhaus gerüstet, "obwohl wir diese nicht voraussagen", so der CEO weiter. Die recht gesunde US-Wirtschaft werde 2020 und 2021 mit einer Vielzahl von Problemen konfrontiert, prognostiziert er. Themen politischer Natur, unerwartete Ereignisse und hohe Marktvolatilität könne das Anlegervertrauen erschüttern. "Die nächste Rezession ähnelt möglicherweise nicht einer früheren Rezession. Das nächste Mal kann die Ursache lediglich eine kumulative Wirkung negativer Faktoren sein - der sprichwörtliche letzte Tropfen, der das Fass zum Überlaufen bringt".

Sein Unternehmen sei auf eine solche Situation vorbereitet. "Wir sind immer darauf vorbereitet, mit der nächsten Rezession fertig zu werden. Im Allgemeinen verbringen wir nicht viel Zeit, zu erraten, wann die nächste Rezession kommen wird - wir führen unser Geschäft in dem Wissen, dass es Zyklen geben wird", schreibt Dimon.

Co-Chef wird konkreter

Der Co-Präsident des Unternehmens, Daniel Pinto, warnte in seinem eigenen Aktionärsbrief davor, dass ein Marktabschwung möglicherweise bevorstehen könnte. Zwar seien die Unternehmensgewinne und Bilanzen weiterhin solide und auch die US-Arbeitslosigkeit befinde sich fast auf einem Rekordtief, während keine Anzeichen für eine Verschlechterung der Kreditqualität zu sehen seien, dennoch schreibt er: "Ich glaube, wir sind dem Ende des expansiven Zyklus näher als seinem Anfang". Die starken Marktschwankungen im vierten Quartal 2018 seien auf Ängste der Anleger, dass ein Abschwung früher als erwartet eintreten könne, zurückzuführen gewesen. "Inzwischen werden "Flash-Abstürze" immer häufiger. Dies hängt von einer Reihe von Faktoren ab, darunter eine geringere Liquidität in allen Anlageklassen, weniger Marktteilnehmer und ein wachsender Prozentsatz des automatisierten Handelsvolumens", so Pinto weiter.

Redaktion finanzen.net

Bildquellen: Anja Niedringhaus/AP, Jemal Countess/Getty Images for Time
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