Zwischenfazit

Birkenstock ist seit zwei Wochen an der NYSE: So performte die Birkenstock-Aktie - und so könnte es weitergehen

25.10.23 21:20 Uhr

Birkenstock ist seit zwei Wochen an der NYSE: So performte die Birkenstock-Aktie - und so könnte es weitergehen | finanzen.net

Der Börsengang des deutschen Traditionsunternehmens Birkenstock an der New Yorker Börse sorgte international für großes Aufsehen. Wie schlugen sich die Birkenstock-Aktien seitdem? Nach zwei Handelswochen bietet sich ein erstes Zwischenfazit und ein Ausblick an.

• Birkenstock-IPO enttäuschte
• Auch weitere Performance der Birkenstock-Aktie eher schwach
• Aber: Birkenstock ist profitabel und strebt Wachstum an

Die Ankündigung des deutschen Traditionsunternehmens Birkenstock aus Linz am Rhein, an die New Yorker Börse gehen zu wollen, sorgte Anfang August für einige Aufmerksamkeit. Das IPO (Initial Public Offering) von Birkenstock fand dann am 11. Oktober 2023 statt und war neben dem Börsengang des Chip-Unternehmens Arm einer der spannendsten Börsendebüts des laufenden Jahres. Doch während der erste Handelstag von Arm sehr positiv ablief, mutierte der Birkenstock-Börsengang zu einem Desaster.

Der verkorkste erste Handelstag der Birkenstock-Papiere

So rutschte die Birkenstock-Aktie direkt nach Handelsstart unter den Ausgabepreis von 46 US-Dollar. Der Erstkurs der Birkenstock-Aktie wurde bei 41 US-Dollar festgestellt, womit der Zeichnungsverlust bei elf Prozent lag. Zum Handelsende zeigte sich die Birkenstock-Aktie bei 40,06 US-Dollar - damit schloss der Anteilsschein den ersten Handelstag an der NYSE mit Einbußen von 12,91 Prozent zum Ausgabepreis ab.

Schon im Vorfeld des Börsenganges hatte sich eine schwächere als erwartete Nachfrage vonseiten der Anlegerschaft offenbart, da bereits der Ausgabepreis der Aktien mit 46 US-Dollar hinter den von Birkenstock zuvor angepeilten 49 US-Dollar zurückblieb. Womöglich waren Birkenstock und sein Haupteigner L Catterton, hinter dem unter anderem Bernard Arnaults Luxus-Imperium LVMH steckt, zu optimistisch hinsichtlich Birkenstocks Unternehmenswertes. Dieser Meinung scheint zumindest das Gros der Anleger zu sein. CNBC berichtet, dass es schon im Vorfeld des Börsengangs unter Marktteilnehmern Unmut darüber gegeben habe, dass die Bewertung der Aktien am Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) und nicht am Reingewinn festgemacht wurde.

Birkenstock-Aktienkurs konnte sich etwas fangen

Auch der zweite Handelstag der Birkenstock-Anteilsscheine verlief äußerst negativ, die Papiere mussten einen weiteren Kursrückgang von 6,57 Prozent auf 37,56 US-Dollar verkraften. Immerhin: Seitdem die Birkenstock-Aktie am 16. Oktober 2023 ihren bisherigen Tiefstand bei 35,83 US-Dollar markiert hatte, ging es wieder etwas bergauf. Derzeit notieren die Papiere bei 38,82 US-Dollar (Stand: Schlusskurs vom 24. Oktober), womit sie zwar weiterhin unter ihrem Ausgabepreis notieren, aber immerhin einen Teil ihrer zwischenzeitlichen Verluste wettmachen konnten.

Trotz Konsumflaute wirtschaftet Birkenstock weiterhin profitabel

Das Kursdebakel rund um die Birkenstock-Aktie kommt für viele Beobachter nicht gerade überraschend. So sei das Klima für Börsengänge im Modebereich gerade mit Konjunktursorgen und knapperen Verbraucher-Budgets nicht das beste, wie die Deutsche Presse-Agentur schreibt. Die durch die hartnäckige Inflation und das hohe Zinsniveau angespannte Konjunkturlage spiegele sich in rückläufigen Konsumausgaben wider. Die zuletzt schwachen Quartalsberichte von international tätigen Mode-Konzernen wie LVMH, Nike oder auch Hennes Mauritz (H&M) verdeutlichen diese branchenweite Tendenz.

Dennoch: Anders als viele andere Unternehmen, die in der jüngeren Vergangenheit den Börsengang wagten, arbeitet Birkenstock seit vielen Jahren mit Gewinn und ist ein etabliertes, profitables Unternehmen. Im Ende März abgeschlossenen ersten Halbjahr des laufenden Geschäftsjahres konnte Birkenstock seinen Umsatz um 18,7 Prozent auf rund 644,2 Millionen Euro steigern. Unterm Strich stand ein Gewinn von 40,2 Millionen Euro in den Büchern, was gegenüber dem Vorjahr (73,5 Millionen Euro) einen deutlichen Rückgang darstellte. Das Unternehmen erklärte den sinkenden Gewinn mit ungünstigen Wechselkursen.

So sehen die mittel- bis langfristigen Aussichten des Unternehmens aus

Ob die Birkenstock-Aktie in den kommenden Wochen die Kurve kriegt und nach dem schwachen Anfang doch noch unter Anlegern an Beliebtheit gewinnt, wird davon abhängen, ob Birkenstock die Wachstumserwartungen erfüllen können wird, wie die "Tagesschau" den Analysten Javier Gonzalez Lastra, Investment Partner bei Tema ETFs, zitiert. Jeder Kunde in den USA habe schon durchschnittlich 3,6 Paar der Korksandalen zu Hause, dennoch stelle die USA den größten Markt für Birkenstock da und biete weiterhin Wachstumsmöglichkeiten. 54 Prozent des Umsatzes erwirtschaftet das bereits 1774 gegründete deutsche Unternehmen in den USA - Tendenz steigend. Das ist Insidern zufolge auch der wichtigste Grund für die Wahl von New York anstelle von Frankfurt als Börsenplatz - obschon Birkenstock weiterhin zu 95 Prozent in Deutschland produziert.

Birkenstock könnte dabei vom Barbie-Boom profitieren: Im Sommer-Kinohit "Barbie" hatten die Birkenstock-Sandalen einen Auftritt und fungierten als Sinnbild für das reale Leben. Ob sich der damit einhergehende Hype um die Birkenstock-Sandalen als ein nachhaltiges Phänomen herausstellt und tatsächlich auch jüngere Zielgruppen dauerhaft an sich gebunden werden können, bleibt abzuwarten. Colin Fernando, Partner bei der Managementberatung Brandtrust, hat indes Zweifel, ob Birkenstock trotz des schwachen Starts noch eine glorreiche Zukunft an der Börse bevorsteht. "Das wird für Birkenstock eine enorme Herausforderung", zitiert "TextilWirtschaft" die skeptische Einschätzung Fernandos.

Redaktion finanzen.net

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Bildquellen: T. Schneider / Shutterstock.com, ArDanMe / Shutterstock.com

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