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02.07.2014 14:57
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Finanzierungsbedarf von Unternehmen weltweit knapp 60 Billionen US-Dollar

Nach Schätzungen der Ratingagentur Standard & Poor’s müssen Unternehmen weltweit bis 2018 fast 60 Billionen US-Dollar an neuen Schulden und zur Refinanzierung bestehender Schulden aufnehmen.
Damit einhergehen wird eine verstärkte Disintermediation, die Schuldner werden sich stärker über den Kapitalmarkt als über Banken refinanzieren. Außerdem werden die Anleihemärkte in China und seinen Nachbarländern im Vergleich zu den USA und Europa stärker wachsen, wie aus dem Bericht "Credit Shift: As Global Corporate Borrowers Seek $60 Trillion, Asia-Pacific Debt Will Overtake U.S. And Europe Combined" von S&P Ratings Services vom 16. Juni 2014 hervorgeht.

Asiens Anleihemärkte überflügeln USA und Europa

Nach unserer Schätzung wird in den nächsten vier Jahren die Schuldenaufnahme durch Unternehmen vor allem von China geprägt sein. China wird zum größten Anleihemarkt heranreifen. Vor allem die Verschuldung in Sektoren, die mit der wachsenden Mittelschicht verknüpft sind, wird steigen.

Höhere Risiken für Chinas Schuldner bedeuten aber auch höhere Risiken für die Welt. Beim Vergleich der Kreditqualität chineischer Unternehmensschulder mit ihren Peers unter den 8.500 weltweit an den Börsen gelisteter Unternehmen zeigte, dass chinesische Unternehmen 2009 besser dastanden als ihre Peers. Ihre Cash-Flows und Verschuldungskennzahlen haben sich in den Folgejahren aber verschlechtert.

China hat bereits mehr ausstehende Unternehmensschulden als irgendein anderes Land. Es hat die USA im vergangenen Jahr überholt, und der Abstand dürfte in den nächsten fünf Jahren noch größer werden. Zum Jahresende 2013 schätzen wir die Verschuldung chinesischer Unternehmen auf 14,2 Billionen US-Dollar gegenüber 13,1 Billionen US-Dollar in den USA. S&P Ratings Services geht davon aus, dass der Finanzierungsbedarf in China bis Ende 2018 etwa 20 Billionen US-Dollar und damit ein volles Drittel der insgesamt knapp 60 Billionen US-Dollar weltweit ausmachen wird.

Disintermediation in Europa unterschiedlich ausgeprägt

Bei der Finanzierung von Unternehmen über die Kapitalmärkte sind starke regionale Unterschiede festzustellen. In Großbritannien könnte diese Disintermediation aufgrund der geringeren Kreditvergabekapazität der Banken und einem gestiegenen Finanzierungsbedarf der Unternehmen stärker ausgeprägt sein. Unseren Recherchen zufolge ist es unwahrscheinlich, dass die Banken in der Eurozone ausreichend Kapazitäten haben, ihren Anteil an Unternehmenskrediten von derzeit 61 Prozent zu halten. Wir gehen von einer möglichen Ausdehnung der Unternehmenskreditvergabe von etwas mehr als 3 Prozent in den nächsten fünf Jahren aus, was deutlich unter dem jährlichen Anstieg von 5 Prozent beim Finanzierungsbedarf der Unternehmen liegt, den wir für diesen Zeitraum erwarten. Die Finanzierungslücke beläuft sich auf etwa 600 Milliarden US-Dollar, woraus sich für die Anleihemärkte und andere Nichtbanken-Kreditgeber Chancen ergeben. Sollte die Wirtschaft stärker wachsen, würde auch die Disintermediation stärker zunehmen.

Von Jayan Dhru, Global Head Unternehmensratings bei Standard & Poor’s Ratings Services

Hier kommentieren jede Woche Analysten von Standard & Poor’s Credit Rating Services (S&P) die Entwicklungen in der Wirtschaft und an den Finanzmärkten - und welche Herausforderungen sich daraus für Wachstum und Stabilität ergeben. S&P ist seit 30 Jahren mit inzwischen neun Standorten in Europa vertreten, im Frankfurter Büro arbeiten 120 Mitarbeiter aus 19 Ländern. Mehr Infos unter www.spratings.de



Der obige Text spiegelt die Meinung des jeweiligen Kolumnisten wider. Die finanzen.net GmbH übernimmt für dessen Richtigkeit keine Verantwortung und schließt jegliche Regressansprüche aus.

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