Neue Anleihe: Adler jagt weiter

Um die Übernahme von Westgrund zu finanzieren, zapft Adler Real Estate erneut den Kapitalmarkt an. Angesichts von Risiken sind alte Anleihen womöglich die noch bessere Wahl.
von Astrid Zehbe, Euro am Sonntag
Der Immobilienmarkt in Deutschland boomt, und auch bei den Akteuren tut sich einiges. Im Februar hat Adler Real Estate, einer der größten Bestandshalter von Mietwohnungen, angekündigt, seine Konkurrentin Westgrund zu übernehmen. Rund 360 Millionen Euro hat Adler für das Berliner Unternehmen geboten. Es ist nach der Übernahme der Immobilienfirma Estavis die zweite große Fusion von Adler innerhalb von zwölf Monaten. Dazu hat das Unternehmen deutschlandweit mehrere Tausend Wohneinheiten zugekauft.
Um den Expansionsdrang zu finanzieren, hat Adler Anfang April erneut eine Anleihe begeben. Der Kupon des fünfjährigen Papiers beträgt 4,75 Prozent und wird halbjährlich ausgezahlt. Mittlerweile ist der Bond an der Frankfurter Börse gelistet und notiert dort leicht unter seinem Ausgabekurs mit einer Rendite von knapp fünf Prozent.
Die Geschäfte von Adler laufen gut: Dank der Zukäufe hat sich das Konzernergebnis im vergangenen Jahr gegenüber 2013 mehr als verdoppelt. Gleichzeitig verdreifachten sich die Verbindlichkeiten 2014 auf rund eine Milliarde Euro - die aktuelle Anleiheemission noch nicht berücksichtigt.
Alte Anleihe als Alternative
Wegen des gestiegenen Schuldenstands hat die Ratingagentur Scope das Unternehmen im vergangenen Jahr von der Note "BB" auf "BB-" herabgestuft. Nach Bekanntgabe der Westgrund-Übernahme bestätigte Scope diese Bewertung vor Kurzem mit einem stabilen Ausblick.Angesichts eines lediglich geringen Renditeabschlags ist eine ältere Anleihe von Adler für Anleger womöglich noch etwas interessanter als Beimischung fürs Depot: Der 2013 emittierte und im April 2018 fällige Bond (ISIN: DE 000 A1R 1A4 2) verspricht aktuell eine Rendite von 4,36 Prozent.
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