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09.03.2018 05:00
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Bonuszertifikate: Lieber weniger Risiko

Euro am Sonntag-Zerti-Tipps: Bonuszertifikate: Lieber weniger Risiko | Nachricht | finanzen.net
Euro am Sonntag-Zerti-Tipps
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Die Märkte werden unruhiger. Mit Bonuspapieren können sich Investoren gegen Kursverluste teilweise schützen und trotzdem noch gut verdienen. Wie es geht.
€uro am Sonntag
von Emmeran Eder, Euro am Sonntag

Der Flash-Crash Anfang Februar hat die Nervosität an den Börsen erhöht. Lange Zeit war die Volatilität gering gewesen. Das führte dazu, dass auch die Konditionen von Bonuszertifikaten wenig attraktiv waren. Das hat sich durch die höhere Schwankungsbreite geändert. Mit Bonuspapieren sind nun wieder höhere Risikopuffer bei mehr Rendite erzielbar. Die attraktivere Ausstattung dieser Zertifikate ist aber nicht der einzige Grund, warum Anleger nun einen Blick darauf werfen sollten.


Denn noch ist nicht sicher, ob die Kurse schon einen Boden gefunden haben. Möglicherweise geben die Notierungen noch weiter nach - etwa wegen der Parlamentswahl in Italien. Da Bonuszertifikate einen Risikopuffer haben, können Verluste bis zu einem gewissen Punkt damit abgefangen werden. Gleichzeitig sind trotzdem angemessene Renditen erreichbar.


Wer jedoch an einen Crash glaubt, für den eignen sich diese Papiere nicht. Anders sieht es aus, wenn es nach der langen Hausse zu einer längeren Seitwärtsphase kommt. Dann wären Bonuspapiere das richtige Produkt. Auch bei moderaten Auf- und Abwärtsbewegungen sind sie empfehlenswert. Interessant sind gegenwärtig vor allem Bonuszertifikate auf volatile Einzelaktien im DAX, da diese bessere Konditionen offerieren als solche auf Indizes. Dazu zählen zum Beispiel die Deutsche Bank, RWE oder Deutsche Telekom. Diese drei Titel gehören aktuell zu den schwankungs­intensivsten Werten im DAX.

Die Deutsche Bank kämpft seit der Finanzkrise mit großen Herausforderungen. Viele Strafzahlungen wegen Rechtsstreitigkeiten kosteten sie viel Geld. ­Einige Gerichtsverfahren laufen sogar noch. Für Aktionäre besteht das Risiko, dass noch weitere bisher nicht bekannte Skandale ans Licht kommen. Der wichtigste Geschäftsbereich ist nach wie vor das Investmentbanking, in dem jedoch kaum Gewinne erzielt werden. Dafür sind die Kosten hoch. Im vierten Quartal 2017 wurden selbst die niedrigen Ertragserwartungen noch verfehlt. Auch künftig sind die Ertragsaussichten durchwachsen. Die Lösung der strukturellen Probleme wird sich wohl noch längere Zeit hinziehen.

Begrenztes Kurspotenzial

Andererseits gibt es auch einige positive Impulse. Der Börsengang der Tochter DWS spült Geld in die Kasse der Deutschen Bank. Zudem bessert sich das Marktumfeld durch anziehende Zinsen. Die Integration der Postbank schreitet voran. Auch die niedrige Bewertung der Aktie spricht für das Finanzinstitut.

Trotzdem erscheint das Kurspotenzial begrenzt. Auch erneute Rückschlä­ge und Kursverluste sind möglich. In dieser Situation erscheint ein Cap-Bonuszertifikat der BNP Paribas als geeignetes Anlageprodukt. Wenn die Aktie der Deutschen Bank von derzeit 12,62 Euro nicht um mehr als 28,70 Prozent auf oder unter die Barriere von neun Euro sinkt, bekommen Anleger noch den Cap, die Kursobergrenze, von 14 Euro ausgezahlt. Das entspricht bis zur Fälligkeit im Juni 2019 ­einer jährlichen Maximalrendite von 12,9 Prozent. Steigt die Aktie höher als 14 Euro, sind Anleger nicht mehr an den Kursgewinnen beteiligt. Vorteil: Das Zertifikat kostet aktuell nur 11,93 Euro, ist also 5,5 Prozent günstiger als die Aktie. Auf Dividenden müssen Anleger verzichten, da diese bei Bonuspapieren zur Bezahlung der Konstruktion verwendet werden.

Das ist auch bei RWE der Fall. Der Versorger wird wohl einer der Gewinner der Großen Koalition werden, da die Kohlekraftwerke voraussichtlich länger laufen als erwartet. "Mit der Verabschiedung vom Klimaschutzziel für das Jahr 2020 ist ein schneller Kohleausstieg vom Tisch. Bei einer Jamaika-Koalition wäre das sicher anders ausgefallen", meint Manuel Frondel vom Wirtschaftsforschungsinstitut RWI. Das heißt, dass konventionelle Versorger zusätzliche Gewinne einfahren dürften.

Zudem ist Eon am Erwerb von Teilen der RWE-Tochter Innogy interessiert, was Geld in die Kassen von RWE spülen würde. Trotzdem bleiben die Aussichten für den Essener Konzern mittelfristig schwierig, da Betreiber von Kraftwerken mit fossiler Energie es wegen des Klimaschutzes weiter schwer haben dürften und von politischen Entscheidungen abhängig sind. Daher wird die Aktie wohl volatil bleiben. Kursrückschläge sind stets möglich.

Mit dem Cap-Bonuszertifikat der UBS auf RWE können Anleger sich dagegen wappnen und dennoch eine attraktive Rendite einfahren. Falls die Barriere bei elf Euro bis zur Fälligkeit im März 2019 nie berührt wird, wird der Cap von 18,50 Euro ausgezahlt, was beim Risikopuffer von 31,8 Prozent einer Maximalrendite von 11,8 Prozent p. a. entspricht.

Das US-Geschäft läuft hervorragend

So viel erhalten Anleger beim Cap-­Bonuspapier der Citi auf die Deutsche Telekom nicht ganz. Dort beträgt die Maximal-Rendite beim Cap von 14,50 Euro 11,1 Prozent p. a. Dafür ist die Aktie auch träger, und die Wahrscheinlichkeit, dass die Barriere bei zehn Euro bis Juni 2019 tangiert wird, ist geringer. Der Puffer beträgt beim aktuellen Aktienkurs von 12,95 Euro fast 23 Prozent.

Die Aktie kam zuletzt unter Druck, da die Auftragseingänge des Großkundengeschäfts der Sparte T-Systems schwächeln. Andererseits läuft es bei der US-Mobilfunktochter T-Mobile prächtig. Das Abwärtspotenzial dürfte auf dem jetzigen Niveau limitiert sein, die Chancen nach oben aber auch. Daher ist das Bonuspapier eine gute Wahl.

Sollte die Barriere aber berührt werden, entfällt hier wie auch bei den anderen Zertifikaten die Zahlung der Bonusrendite. Die Papiere entwickeln sich dann wie die zugrunde liegenden Aktien - allerdings ohne Dividenden. Das kann im schlimmsten Fall auch zu hohen Verlusten führen.

Im Überblick: Die Konditionen der drei Bonuszertifikate (PDF)








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