05.12.2012 16:35
Bewerten
(0)

Die bösen Banken regulieren!

Grüner Fisher-Kolumne: Die bösen Banken regulieren! | Nachricht | finanzen.net
Grüner Fisher-Kolumne
Thomas Grüner
DRUCKEN
Niedrige Zinsen – günstige Kredite? Das derzeitige Niedrigzinsniveau bringt offensichtliche Vorteile für Kreditnehmer mit sich.
Egal ob Baufinanzierung, Firmen- oder Privatkredit – die Konditionen für Bankkunden sind momentan auf einem historisch günstigen Niveau. Muss man sich nun Sorgen um die Banken machen, dass diese im Kreditgeschäft kein Geld mehr verdienen? Keinesfalls!

Die europäische Zentralbank EZB ist bestrebt, im Rahmen der europäischen Schuldenkrise das Zinsumfeld niedrig zu halten und die Banken zu stabilisieren. Daher können sich die Banken selbst derzeit äußerst günstig refinanzieren. Der Leitzinssatz, den die EZB anbietet, beträgt lediglich 0,75% – für im Grunde unbegrenzte Mittel. Genug Spielraum für die Banken, um ordentliche Margen zu erzielen ohne dabei den Kunden zu vergraulen.

Neue Forderungen nach Basel III

Das Kreditgeschäft ist für Banken also trotz niedrigen Zinsen sehr lukrativ: Die Bruttomargen bewegen sich auf einem Niveau von bis zu zwei Prozent – wesentlich höher als 2007 und vor Ausbruch der Finanzkrise. Die Banken sind auf diese Verdienste mehr denn je angewiesen - das neue Regelwerk Basel III steht vor der Tür, und die Banken sind bestrebt, den Forderungen nach höherem Eigenkapital schon jetzt nachzukommen. Das Zinsniveau erlaubt es, „still und heimlich“ höhere Margen durchzusetzen, ohne dass die Kunden das Niveau der Kreditzinsen als erhöht erachten. Dadurch bezahlt im Endeffekt der Bankkunde selbst die Rechnung für die neuen Regulierungsvorschriften.

Regulierungen können problematisch werden

Eine striktere Regulierung mag auf den ersten Blick angebracht und schlicht und einfach notwendig sein, doch auch hier gilt es zu relativieren. Die geforderten Sicherheitsstandards sind in der Praxis oftmals eher hinderlich. Letztendlich sitzen in den Aufsichtsbehörden und Aufsichtsräten keine Anlageexperten - für diese ist es somit schwer abzuschätzen, an welchem Punkt die Eingrenzung des Handlungsspielraums mehr Schaden anrichtet als sie Nutzen bringt. Neue Regelwerke sind stets mit enormen Kosten verbunden, und letztendlich können trotz enger Kontrollen Vorkommnisse wie der jüngste Handelsskandal und Betrugsfall bei der UBS nie ganz ausgeschlossen werden. Kann den Forderungen nach Eigenkapital nicht mehr mit „herkömmlichen“ Methoden wie Kreditvergabe nachgekommen werden, sehen sich Banken gezwungen, auf komplexe Produkte umzusteigen. Ein Sachverhalt, der die Banken in der Weltwirtschaftskrise - zum Zeitpunkt rekordtiefer Zinsmargen - an den Rand des Abgrunds gebracht hat.

Auch wenn die momentane Situation stabil erscheint: Vorsicht ist dann geboten, wenn dieser Zinstrend nicht anhält und die Margen der Banken in naher Zukunft wieder zurückgehen. Denn genau diese geringe Zinsmarge hatte die Banken bis 2007 dazu verleitet, immer größere und unüberschaubare Risiken einzugehen, um ihre Gewinne hoch zu halten.

Fazit

Die Banken erzielen derzeit durch die diversen Stabilisierungsmaßnahmen der EZB wieder ordentliche Margen im Kreditgeschäft. Zudem boomt das Geschäft mit Baukrediten. Im Hinblick auf Basel III eine unersetzliche Verdienstquelle – bei minimalem Risiko. Zudem ist die Zinsstrukturkurve weiterhin keinesfalls invers – dies deutet alles auf eine stabile Refinanzierungssituation im Bankensektor hin. Sollte sich etwas an dieser komfortablen Situation ändern, obliegt es auch der Verantwortung der Aufsichtsbehörden, den Handlungsspielraum der Banken nicht zu stark einzugrenzen, um keine neue Krise heraufzubeschwören.

Bitte beachten Sie die Nutzungsbedingungen/Disclaimer unter www.gruener-fisher.de.
Thomas Grüner ist Firmengründer und Geschäftsführer der Vermögensverwaltung Grüner Fisher Investments GmbH. Seine oft dem allgemeinen Marktkonsens entgegen stehenden Prognosen sorgten schon mehrfach für großes Aufsehen. Weitere Informationen unter http://www.gruener-fisher.de.

Der obige Text spiegelt die Meinung des jeweiligen Kolumnisten wider. Die finanzen.net GmbH übernimmt für dessen Richtigkeit keine Verantwortung und schließt jegliche Regressansprüche aus.

Sparbriefe Zinsen

  • Anlagebetrag: 10.000 Euro
  • Anlagezeitraum: 3 Jahre
  • Einlagensicherung: Auch die Europäische
  • Zinszahlung: Alle Varianten
InstitutZinssatz
J&T BANKA1,70%
Banka Kovanica1,65%
Atlantico Europa1,35%
Imprebanca1,36%
Banco BNI Europa1,35%
weitere Sparbriefe Zinssätze

Heute im Fokus

DAX geht fester ins Wochenende -- US-Börsen kaum verändert -- Finanzspritze für Tesla-Rivale Faraday Future -- Allianz verdient weniger im vierten Quartal -- Coca-Cola, HNA, Deutsche Bank, VW im Fokus

32 Sammelklagen gegen Intel. Chefs von US-Banken erhalten kräftige Gehaltserhöhungen. Überraschende Kehrtwende bei JPMorgan - "Bitcoin-ETFs sind der heilige Gral". Wetten und Manipulationen: War der Börsencrash erst der Anfang? Kaufempfehlung liefert HHLA-Aktie Rückenwind.
Anzeige
Anzeige
Börse Stuttgart Anlegerclub

Top-Thema: Künstliche Intelligenz

Im neuen Anlegermagazin stellen wir Ihnen drei Aktien aus dem Software-Sektor vor, die beim Megatrend "Künstliche Intelligenz" gut positioniert sind. Außerdem: Der US-Medienkonzern Walt Disney verspricht langfristigen Anlegern die Chance auf attraktive Renditen. Gilt das auch für RTL und ProSiebenSat1?
Kostenfrei registrieren und lesen!

Top-Rankings

KW 7: Analysten-Flops der Woche
Diese Aktien stehen auf den Verkauflisten der Experten
KW 7: Analysten-Tops der Woche
Diese Aktien stehen auf den Kauflisten der Experten
Diese Aktien hat Warren Buffett im Depot
Einige Änderungen unter den Top-Positionen.

Umfrage

Wen wünschen Sie sich als künftigen deutschen Außenminister?

Online Brokerage über finanzen.net

Das Beste aus zwei Welten: Handeln Sie für nur 5 Euro Orderprovision* pro Trade unmittelbar aus der Informationswelt von finanzen.net!
Zur klassischen Ansicht wechseln
Top News
Beliebte Suchen
DAX 30
Öl
Euro US-Dollar
Bitcoin
Goldpreis
Meistgesucht
Deutsche Bank AG514000
Daimler AG710000
Scout24 AGA12DM8
Apple Inc.865985
Allianz840400
Deutsche Telekom AG555750
E.ON SEENAG99
Amazon906866
Volkswagen (VW) AG Vz.766403
Siemens AG723610
BMW AG519000
adidas AGA1EWWW
Steinhoff International N.V.A14XB9
CommerzbankCBK100
BASFBASF11