Savedo-Kolumne Christian Tiessen

Wie sicher sind Anlagen im Ausland?

20.05.15 11:19 Uhr

Wie sicher sind Anlagen im Ausland? | finanzen.net

Trotz historisch niedriger Zinsen parken viele Menschen ihr Geld lieber bei deutschen Banken, als gewinnbringende Angebote aus anderen Ländern zu nutzen. Der Hauptgrund für dieses Sparverhalten liegt in der Angst, dass Gelder auf ausländischen Konten nicht sicher seien. Diese Befürchtung ist jedoch oft lediglich Ausdruck fehlender Informationen.

Insbesondere durch das Internet und neue Online-Portale wie Savedo bieten sich deutschen Sparern mittlerweile viele Möglichkeiten, ihr Geld auch außerhalb der Bundesrepublik anzulegen. Banken aus dem Ausland werben mit lukrativen Zinsen und kostenloser Kontoführung um das Ersparte neuer Kundenschichten. Diese Angebote sind für Deutsche durchaus sehr interessant und dabei in der Regel nicht weniger sicher als vergleichbare Angebote deutscher Banken - sofern Anleger auf ein paar grundsätzliche Dinge achten.

Einlagensicherung innerhalb der EU bis 100.000 Euro

Wer darüber nachdenkt, ein Festgeldkonto im Ausland zu eröffnen, der ist gut beraten, sich auf Banken mit Sitz innerhalb der Europäischen Union zu beschränken. Jeder EU-Mitgliedstaat ist nach Richtlinien der EU (insbesondere durch die Richtlinien 94/19/EG und 2009/14/EG) dazu verpflichtet, einen nationalen Einlagensicherungsfonds aufzubauen, der im Falle eines Bankausfalls die Einlagen der Kunden absichert. Sollte also eine Bank in Zahlungsschwierigkeiten geraten oder gar insolvent gehen, garantieren diese Fonds die Spareinlagen bis zur Maximalgrenze von 100.000 Euro pro Kunde und Bank. Innerhalb von 20 Tagen müssen die Kundeneinlagen zurückgezahlt werden.

Allerdings ist nicht jede Bank auch Mitglied in einem solchen nationalen Sicherungsfonds. Deswegen sollte darauf geachtet werden, dass die Bank, bei der ein Konto eröffnet wird, auch tatsächlich am entsprechenden Einlagensicherungsfonds beteiligt ist. Bei allen Partnerbanken von Savedo ist eine solche Mitgliedschaft Voraussetzung für eine Zusammenarbeit.

Wechselkursrisiken vermeiden durch Anlage in Euro

Wer eine Festgeldeinlage in einer anderen Währung als dem stabilen Euro tätigt, muss sich bewusst sein, dass sein Sparguthaben gegebenenfalls Wechselkursschwankungen ausgesetzt ist. Um diese Währungsrisiken zu vermeiden, empfiehlt sich die Anlage ausschließlich in Euro. Das heißt aber nicht, dass die Angebote von Banken, die ihren Sitz in Staaten haben, die nicht der Euro-Zone angehören, für deutsche Sparer uninteressant sind. So bietet etwa die tschechische Partnerbank von Savedo, die Prager J&T Banka, auch Festgeldeinlagen in Euro an, obwohl das nationale Zahlungsmittel die tschechische Krone ist.

Nur bei stabilen und leistungsfähigen Banken investieren

Bank ist nicht gleich Bank. Nur auf attraktive Zinsen zu schielen, ist sicher etwas zu kurz gedacht. Es gibt einige wichtige Kriterien, die eine Bank erfüllen sollte, bevor eine Einlage bedenkenlos getätigt werden kann. Da es für den privaten Anleger oft kaum möglich ist, eine Bank auf Seriosität zu prüfen, übernimmt dies Savedo zusammen mit seinem deutschen Partnerinstitut, der biw AG, für die Kunden.

So müssen alle Banken, bevor sie mit ihren Produkten auf Savedos Online-Marktplatz werben können, einen Prüfungsprozess durchlaufen. Hierbei müssen die Eigentümerstrukturen offengelegt werden und die Bank hat mit entsprechenden Unterlagen über die Entwicklung der Erträge, der Kreditausfälle sowie über die aktuelle Zusammensetzung des Kreditportfolios Rechenschaft abzulegen.

Hat die Bank den Prüfungsprozess erfolgreich durchlaufen, muss in einem letzten Schritt die Kooperation mit Savedo noch behördlich genehmigt werden. Hierzu prüft die deutsche Finanzaufsichtsbehörde BaFin anhand der Vorschriften des Kreditwesengesetzes (KWG) ihrerseits noch einmal die Bank und erteilt bei positivem Ausgang die Genehmigung zur Zusammenarbeit.

Transparenz durch deutschsprachige Kontodokumente

Die wenigsten Banken aus unseren Nachbarländern bieten ausländischen Kunden die zur Kontoeröffnung notwendigen Formulare in einer anderen als der jeweiligen Landessprache an. Wer kein Tschechisch, Bulgarisch oder Portugiesisch spricht, sollte deshalb darauf achten, alle Dokumente auch in deutscher Sprache zur Verfügung gestellt zu bekommen. Diesen Übersetzungsservice übernimmt Savedo für seine Partnerbanken (und die Kunden); zusätzlich leistet das Festgeld-Portal bei Bedarf auch Hilfe mit einem deutschsprachigen Kundenservice. Nur so lässt sich eine Einlage im Ausland auch tatsächlich transparent gestalten.

Christian Tiessen ist Managing Director von Savedo (www.savedo.de), dem Online-Marktplatz für europäische Festgelder. In seiner Kolumne äußert er sich u.a. zu Entwicklungen des Zinsniveaus für Sparprodukte sowie zu aktuellen Themen im Bereich FinTech und Banken.

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