22.09.2022 12:03

Bank of Japan behält lockere Geldpolitik bei - Japan stemmt sich gegen schwachen Yen

Zinsentscheid: Bank of Japan behält lockere Geldpolitik bei - Japan stemmt sich gegen schwachen Yen | Nachricht | finanzen.net
Zinsentscheid
Folgen
Die Bank of Japan (BoJ) hält trotz der Yen-Schwäche an ihrer lockeren Geldpolitik fest.
Werbung
Die Notenbank beließ am Donnerstag die kurzfristigen Zinssätze bei minus 0,1 Prozent und ihr Ziel für die Rendite 10-jähriger japanischer Staatsanleihen bei etwa Null.

Die Entscheidung bestätigt eine weitere geldpolitische Divergenz zwischen den USA und Japan und erhöht den Abwärtsdruck auf den Yen. Der Yen fiel nach der Ankündigung der BoJ kurzzeitig auf ein neues 24-Jahrestief. Am Mittwoch hatte die US-Notenbank die Zinssätze um 0,75 Prozentpunkte angehoben und weitere umfangreiche Erhöhungen angekündigt.

Die Verbraucherinflation in Japan erreichte im August 3 Prozent und übertraf damit den fünften Monat in Folge das Ziel der Bank von 2 Prozent. Sie ist damit aber immer noch deutlich niedriger als in den USA, wo die Inflation weiterhin über 8 Prozent liegt.

Die jüngste Schwäche des Yen hat die Importpreise in die Höhe getrieben, da Japan bei Lebensmitteln und Energie weitgehend von Einfuhren abhängig ist. Deren Preise steigen aufgrund des Ukraine-Kriegs und der weltweiten Versorgungsengpässe bereits an.

Japanische Offizielle haben in diesem Monat ihre verbalen Interventionen in Bezug auf die Währung verstärkt. Finanzminister Shunichi Suzuki sagte, Tokio schließe keine Schritte aus, um den Fall des Yen zu stoppen, einschließlich staatlicher Interventionen, um Dollar zu verkaufen und Yen zu kaufen.

Der Gouverneur der BoJ, Haruhiko Kuroda, hat jedoch erklärt, dass er eine Straffung der Geldpolitik nicht als geeignetes Mittel zur Stabilisierung des Yen ansieht. Kuroda hatte kürzlich erklärt, dass die Inflation wahrscheinlich bis 2023 auf 1,5 Prozent zurückgehen wird.

Japan stemmt sich gegen schwachen Yen

Die japanische Regierung hat erstmals seit langer Zeit direkt am Devisenmarkt eingegriffen, um sich gegen den schwachen Yen zu stemmen. Dies bestätigte Masato Kanda, der im Finanzministerium für den Devisenmarkt zuständig ist, am Donnerstag gegenüber Journalisten. Man sei sehr besorgt und werde die Entwicklung weiter beobachten. Der japanische Yen reagierte auf die Nachricht mit deutlichen Kursgewinnen gegenüber dem US-Dollar und dem Euro.

Der Yen wird seit langem durch die Geldpolitik der japanischen Zentralbank belastet, die sich im Gegensatz zu vielen anderen Notenbanken nicht gegen die Inflation im Land stemmt. Diese ist zwar deutlich niedriger als in vielen anderen Ländern, für japanische Verhältnisse aber relativ hoch. Zum US-Dollar war der Yen zuletzt auf den tiefsten Stand seit fast einem Vierteljahrhundert gefallen.

TOKIO (Dow Jones) / TOKIO (dpa-AFX)

Bildquellen: Andresr / Shutterstock.com, LisaS. / Shutterstock.com
Werbung

Heute im Fokus

Rezessions-Angst: Dow schließt tiefer -- DAX geht deutlich schwächer ins Wochenende -- Varta senkt Prognose erneut -- Hypoport, GAZPROM, Mercedes-Benz, Daimler Truck, Valneva im Fokus

Porsche AG stellt vor Börsengang Aufsichtsrat neu auf. Jungheinrich konkretisiert Jahresprognose. INDUS stoppt Finanzierung von Metalltechnik-Ableger SMA. Continental hat Autohersteller wohl mit verunreinigten Schläuchen beliefert. Steigende Zinsen drücken Goldpreis auf tiefsten Stand seit April 2020. Apple Music löst Pepsi nach zehn Jahren als Titelsponsor für Halbzeit-Show beim Super Bowl ab.

Werbung
Werbung
Neue Funktionen als Erstes nutzen
Sie nutzen finanzen.net regelmäßig? Dann nutzen Sie jetzt neue Funktionen als Erstes!
Hier informieren!
Werbung
Börse Stuttgart Anlegerclub
Werbung

Umfrage

Inzwischen ist ein angepasster Corona-Impfstoff zugelassen worden. Wollen Sie sich damit impfen lassen?

finanzen.net zero
finanzen.net zero

Oskar

ETF-Sparplan

Oskar ist der einfache und intelligente ETF-Sparplan. Er übernimmt die ETF-Auswahl, ist steuersmart, transparent und kostengünstig.
Zur klassischen Ansicht wechseln