finanzen.net
03.06.2020 10:26

Trump droht mit Militär: China wirft USA 'zweierlei Maß' vor

"Sich selbst widersprechen": Trump droht mit Militär: China wirft USA 'zweierlei Maß' vor | Nachricht | finanzen.net
"Sich selbst widersprechen"
Folgen
Die Drohung von US-Präsident Donald Trump mit Militärkräften angesichts der Unruhen in den USA spielt in die Hände der chinesischen Propaganda.
Werbung
Regierungssprecher und Staatsmedien warfen den USA vor, "zweierlei Maß anzulegen" und "sich selbst zu widersprechen". Auch beklagten Kommentatoren am Montag Rassismus, Ungleichheit und Ungerechtigkeit in den USA.

Gerade vor dem Hintergrund des Donnerstag bevorstehenden Jahrestages des blutigen Militäreinsatzes gegen die Demokratiebewegung am 4. Juni 1989 in China und der Proteste in Hongkong fand Trumps Ankündigung besondere Aufmerksamkeit. So hatte der US-Präsident gesagt, "Abertausende" Soldaten einsetzen zu wollen, um Ausschreitungen in der Hauptstadt Washington am Rande der friedlichen Proteste nach dem Tod des Afroamerikaners George Floyd einen Riegel vorzuschieben. 1600 Soldaten wurden bereits auf Stützpunkte um die Hauptstadt verlegt.

Während das Massaker der Volksbefreiungsarmee um den Tian'anmen-Platz in Peking bis heute ein Tabu ist, gedenken die Hongkonger jedes Jahr der Opfer. Einige Hundert Menschen kamen damals ums Leben. Tausende wurden verletzt oder inhaftiert. Wegen des Verbots für Versammlungen von mehr als acht Personen in der Corona-Pandemie erlaubt die Polizei in Chinas Sonderverwaltungsregion erstmals seit drei Jahrzehnten aber keine Kerzenandacht. Aktivisten wollten trotzdem in den Victoria-Park kommen, wo sich sonst mehr als 100 000 Hongkonger versammelt hatten.

"Warum bezeichnen die USA diese schwarz gekleideten Aufrührer und Befürworter der Unabhängigkeit Hongkongs als "Helden" und "Vorkämpfer", aber bezeichnen die eigenen Leute, die gegen Rassendiskriminierung vorgehen, als Schläger?", übte der Sprecher des Außenministeriums in Peking, Zhao Lijian, scharfe Kritik.

Auch habe die US-Regierung Probleme mit dem "zurückhaltenden" Vorgehen der Hongkonger Polizei, finde aber nichts dabei, wenn im eigenen Land mit Schüssen gedroht und die Nationalgarde mobilisiert werde. "Was jetzt passiert, demonstriert die Ernsthaftigkeit der Rassendiskriminierung und der gewaltsamen Strafverfolgung durch die Polizei und die Dringlichkeit für die USA, das anzugehen."

Die Staatsagentur Xinhua titelte mit der "bevorstehenden Erstickung des amerikanischen Traums", während die "China Daily" feststellte: "Nach der Tötung von Floyd scheinen die USA in Flammen zu stehen, und Truppen wurden mobilisiert, um verärgerte Demonstranten zu bändigen." Die "Global Times" fragte: "Warum beschuldigen die USA arrogant und unverschämt andere Länder, Proteste niederzuschlagen?"

Ohne direkt darauf einzugehen, dass die Proteste in Hongkong seit fast einem Jahr andauern und die Demokratiebewegung 1989 die Führung wochenlang in Atem gehalten hatte, wurde Trump Ungeduld vorgeworfen: "Die Unruhen in den USA dauern gerade mal eine Woche, Bemühungen für eine friedliche Lösung sind nicht mal gemacht, doch legen Trump und (der republikanische Abgeordnete Tom) Cotton bereits ihre Karten auf den Tisch: Truppen schicken, um die Proteste zu unterdrücken", so die "Global Times". "Es könnte argumentiert werden, dass es die extremste Reaktion auf Unruhen unter Regierungen in aller Welt ist."

/lw/DP/jha

PEKING (dpa-AFX)

Bildquellen: Dilok Klaisataporn / Shutterstock.com
Werbung
Werbung
Werbung
Werbung
Börse Stuttgart Anlegerclub

Die richtige Strategie für die Börsenkrise

Stecken Sie nicht den Sand in den Kopf, sondern kaufen Sie die richtigen Aktien. Erfahren Sie im aktuellen Anlegermagazin mehr über attraktive Qualitätsaktien und zyklische Aktien
Kostenfrei registrieren und lesen!

Heute im Fokus

DAX geht schwächer ins Wochenende -- US-Börsen im Feiertag -- Chefwechsel bei Commerzbank voraus -- Deutsche Bank: Interesse an Wirecard-Teilen -- QIAGEN, Rolls-Royce, Lufthansa, Vonovia im Fokus

UBI will sich nicht von Intesa kaufen lassen. Delivery Hero verdoppelt Bestellzahlen inmitten der Pandemie. Sanofi bricht Medikamentenstudie zur Behandlung von COVID-19 ab. Mercedes-Benz muss dreistellige Millionensumme abschreiben. Airbus-Chef: Könnten mit Hilfe des Bundes 2.000 Stellen retten. Gilead Sciences: Arznei Remdesivir erhält europäische Zulassung für COVID-19.

Umfrage

Wie gehen Sie angesichts der ausgesprochen volatilen Börsen in diesem Sommer mit Ihrem Depot um?

Online Brokerage über finanzen.net

finanzen.net Brokerage
Handeln Sie für nur 5 Euro Orderprovision* pro Trade aus der Informationswelt von finanzen.net!

ETF-Sparplan

Oskar ist der einfache und intelligente ETF-Sparplan. Er übernimmt die ETF-Auswahl, ist steuersmart, transparent und kostengünstig.
Zur klassischen Ansicht wechseln
Kontakt - Impressum - Werben - Pressemehr anzeigen
Top News
Beliebte Suchen
DAX 30
Öl
Euro US-Dollar
Bitcoin
Goldpreis
Meistgesucht
Wirecard AG747206
Deutsche Bank AG514000
Daimler AG710000
TeslaA1CX3T
BayerBAY001
Amazon906866
BioNTech SE (spons. ADRs)A2PSR2
Lufthansa AG823212
Deutsche Telekom AG555750
Infineon AG623100
NEL ASAA0B733
BASFBASF11
Microsoft Corp.870747
Allianz840400
E.ON SEENAG99