finanzen.net
05.06.2019 21:16
Bewerten
(10)

Morgan Stanley warnt: Der Handelskrieg könnte die Weltwirtschaft schon bald in die Rezession stürzen

Alarmierende Prognose?: Morgan Stanley warnt: Der Handelskrieg könnte die Weltwirtschaft schon bald in die Rezession stürzen | Nachricht | finanzen.net
Alarmierende Prognose?
Wie eine neue Studie der Investmentbank Morgan Stanley nun aufdeckte, könnten weitere Zollerhöhungen im US-chinesischen Handelsstreit die Weltwirtschaft schon innerhalb von drei Quartalen in eine Rezession treiben.
Der Handelskonflikt zwischen den beiden größten Volkswirtschaften der Welt schaukelt sich immer weiter hoch. So hat US-Präsident Donald Trump die Strafzölle auf chinesische Waren im Wert von 200 Milliarden US-Dollar kürzlich von 10 auf 25 Prozent erhöht. Peking holte daraufhin unmittelbar zu einem Gegenschlag aus und drohte mit der Verknappung der Seltenen Erden, die insbesondere in der High-Tech-Industrie Anwendung finden. Die USA beziehen stolze 80 Prozent dieser Metalle aus China. Darüber hinaus revanchierte sich China, indem das Land Zölle auf US-Waren im Wert von 60 Milliarden US-Dollar ab dem 1. Juni auf bis zu 25 Prozent erhöht hat.

Morgan Stanley: Die Weltwirtschaft steuert auf eine Rezession zu

Die US-amerikanische Investmentbank Morgan Stanley befürchtet nun, sollte es so weitergehen und weitere Zölle erhoben werden, könnten die Handelsstreitigkeiten die Weltwirtschaft in eine Rezession stürzen. "Wenn die Gespräche ins Stocken geraten, wird kein Abkommen geschlossen und die USA erheben 25% Zölle auf die restlichen 300 Milliarden Dollar an Importen aus China, aber wir sehen, dass die Weltwirtschaft in Richtung Rezession geht", erklärte Chetan Ahya, Chefökonom und globaler Wirtschaftschef bei Morgan Stanley.

Goldman Sachs prognostiziert weitere Eskalation

Auch die Investmentbank Goldman Sachs zeigte sich beunruhigt. Auf Basis einer kürzlich durchgeführten Studie glauben die Analysten der Bank an eine 60 prozentige Wahrscheinlichkeit, dass die USA Zölle in Höhe von 10 Prozent auf die letzten 300 Milliarden US-Dollar chinesischer Importe erheben werden. Die Wahrscheinlichkeit, dass Trump die ersten 5 Prozent der mexikanischen Waren mit Zöllen belegt, sollte Mexiko seine Bemühungen gegen den Zustrom illegaler Migranten in die USA nicht verstärken, stehe bei 70 Prozent. Daneben seien sie sich zu 50 Prozent sicher, dass diese Zölle im Anschluss auf 10 Prozent steigen werden. "Zusätzliche Tariferhöhungen oder ein pauschaler Tarif auf Auto-Importe sind ebenfalls möglich, aber nicht unser base case", schrieben die Analysten. Die Möglichkeit, dass in diesem Jahr umfassende Strafzölle auf Auto-Importe eingeführt werden, sieht Goldman Sachs aktuell bei 40 Prozent gegenüber 25 Prozent bei der vorherigen Schätzung. Die Goldman-Analysten senkten ihre Prognose für das US-BIP in der zweiten Jahreshälfte daher um rund 0,5 Prozentpunkte auf nun 2 Prozent. Dabei erwarteten sie aber, dass sich das Wachstum "im Jahr 2020 moderat erholen wird, wenn die Zölle fallen und sich die finanziellen Bedingungen stabilisieren", erklärte die Bank.

Auswirkungen sollten nicht unterschätzt werden

Die Aktienmärkte stehen aufgrund der Streitigkeiten seit geraumer Zeit unter Druck, die Handelsspannungen belasten weltweit. So fiel der S&P 500 im vergangenen Monat um rund 6,6 Prozent, der Dow Jones Industrial büßte derweil etwa 6,7 Prozent an Wert ein.

Sollte nicht bald eine Einigung erzielt werden, würden die Zentralbanken ihre Geldpolitik anpassen, um die sich verschlechternde Wirtschaft zu unterstützen, ist sich Morgan Stanley sicher. Dabei glauben sie, dass die US-Notenbank Fed die Zinsen bis zum Frühjahr 2020 auf 0 senken würde.

Morgan Stanley-Chefökonom Ahya warnte daher, Investoren sollten die Auswirkungen des Handelskrieges keinesfalls unterschätzen. Es sei möglich, dass China "nichttarifäre Handelshemmnisse wie Beschränkungen von Käufen" durchsetzt. Auch bestehe die Möglichkeit, dass Unternehmen nicht mehr in der Lage seien, die höheren Kosten für Verbraucher vollständig zu übernehmen. Einer Studie von Morgan Stanley zufolge übersähen Investoren das Risiko. Der Handelskrieg könnte die Weltwirtschaft schon in weniger als einem Jahr in die Rezession treiben. "Die Anleger sind im Allgemeinen der Ansicht, dass sich der Handelsstreit länger hinziehen könnte, aber sie scheinen seine potenziellen Auswirkungen auf den globalen Makroausblick zu übersehen", schrieb Ahya. "Aber eine reaktive politische Reaktion und die üblichen Verzögerungen bei der Übermittlung der Politik würden bedeuten, dass wir möglicherweise nicht in der Lage sind, die Verschärfung der finanziellen Bedingungen und eine ausgewachsene globale Rezession abzuwenden."

Momentan sei der Ausgang des Handelskonflikts "sehr unsicher", warnte der Chefökonom der US-Bank. Sollten die USA mit den Zöllen in Höhe von 25 Prozent auf zusätzliche chinesische Importe durchkommen, könnten wir bereits "in drei Quartalen in eine Rezession geraten". Fest stehe allerdings: "[…] angesichts der üblichen Verzögerung, bevor politische Maßnahmen die reale Wirtschaftstätigkeit beeinträchtigen", scheint Ahya zufolge "eine Abwärtsbewegung des globalen Wachstums unvermeidlich".

Redaktion finanzen.net

Bildquellen: Lightspring / Shutterstock.com

Nachrichten zu Morgan Stanley

  • Relevant
  • Alle
    1
  • vom Unternehmen
  • Peer Group
  • ?

Um Ihnen die Übersicht über die große Anzahl an Nachrichten, die jeden Tag für ein Unternehmen erscheinen, etwas zu erleichtern, haben wir den Nachrichtenfeed in folgende Kategorien aufgeteilt:

Relevant: Nachrichten von ausgesuchten Quellen, die sich im Speziellen mit diesem Unternehmen befassen

Alle: Alle Nachrichten, die dieses Unternehmen betreffen. Z.B. auch Marktberichte die außerdem auch andere Unternehmen betreffen

vom Unternehmen: Nachrichten und Adhoc-Meldungen, die vom Unternehmen selbst veröffentlicht werden

Peer Group: Nachrichten von Unternehmen, die zur Peer Group gehören

Analysen zu Morgan Stanley

  • Alle
  • Buy
  • Hold
  • Sell
  • ?
17.10.2019Morgan Stanley buyUBS AG
18.04.2019Morgan Stanley OutperformRBC Capital Markets
04.04.2019Morgan Stanley HoldHSBC
02.01.2019Morgan Stanley Equal WeightBarclays Capital
10.09.2018Morgan Stanley overweightJP Morgan Chase & Co.
17.10.2019Morgan Stanley buyUBS AG
18.04.2019Morgan Stanley OutperformRBC Capital Markets
10.09.2018Morgan Stanley overweightJP Morgan Chase & Co.
12.06.2018Morgan Stanley overweightJP Morgan Chase & Co.
15.03.2018Morgan Stanley overweightJP Morgan Chase & Co.
04.04.2019Morgan Stanley HoldHSBC
02.01.2019Morgan Stanley Equal WeightBarclays Capital
20.07.2018Morgan Stanley NeutralGoldman Sachs Group Inc.
19.07.2018Morgan Stanley HoldSociété Générale Group S.A. (SG)
22.01.2018Morgan Stanley HoldSociété Générale Group S.A. (SG)
20.01.2016Morgan Stanley SellSociété Générale Group S.A. (SG)
25.07.2011Morgan Stanley underperformRBC Capital Markets
02.10.2009Morgan Stanley underperformCalyon Securities Inc.
31.08.2005Morgan Stanley underweightPrudential Financial
28.07.2005Morgan Stanley underweightPrudential Financial

Um die Übersicht zu verbessern, haben Sie die Möglichkeit, die Analysen für Morgan Stanley nach folgenden Kriterien zu filtern.

Alle: Alle Empfehlungen

Buy: Kaufempfehlungen wie z.B. "kaufen" oder "buy"

Hold: Halten-Empfehlungen wie z.B. "halten" oder "neutral"

Sell: Verkaufsempfehlungn wie z.B. "verkaufen" oder "reduce"
mehr Analysen
Werbung
Werbung
Börse Stuttgart Anlegerclub

Die richtige Strategie für die Börsenkrise

Stecken Sie nicht den Sand in den Kopf, sondern kaufen Sie die richtigen Aktien. Erfahren Sie im aktuellen Anlegermagazin mehr über attraktive Qualitätsaktien und zyklische Aktien
Kostenfrei registrieren und lesen!

Heute im Fokus

DAX kaum bewegt -- Asiens Börsen überwiegend tiefer -- ams erwägt offenbar neue Offerte für OSRAM -- Führungswechsel bei Ceconomy -- Chinas Wachstum fällt auf 6,0 Prozent -- Renault im Fokus

BNP Paribas angeblich an Zertifikaten der Deutschen Bank interessiert. Danone senkt Ausblick. Ford plant mit VW und Amazon größtes E-Auto-Ladenetz Nordamerikas. Nach Durchbruch bei EU-Gipfel muss Johnson um Brexit-Deal kämpfen. Scholz will Handelskonflikte beenden und Libra verhindern. US-Strafzölle auf EU-Importe treten in Kraft.

Die 5 beliebtesten Top-Rankings

In diesen Berufen bekommt man das höchste Gehalt
Mit welchem Beruf kommt man am ehesten an die Spitze?
Big-Mac-Index
In welchen Ländern kostet der Big Mac wie viel?
Das sind die bestbezahlten Schauspieler 2019
Wer verdiente am meisten?
Die Performance der Rohstoffe in in Q3 2019.
Welcher Rohstoff macht das Rennen?
Die Performance der TecDAX-Werte in Q3 2019.
Welche Aktie macht das Rennen?
mehr Top Rankings

Umfrage

Die Bundesregierung erlaubt anscheinend Huawei-Technik bei Aufbau des 5G-Netzes. Was halten Sie davon?

Online Brokerage über finanzen.net

finanzen.net Brokerage
Handeln Sie für nur 5 Euro Orderprovision* pro Trade aus der Informationswelt von finanzen.net!

ETF-Sparplan

Oskar ist der einfache und intelligente ETF-Sparplan. Er übernimmt die ETF-Auswahl, ist steuersmart, transparent und kostengünstig.
Zur klassischen Ansicht wechseln
Kontakt - Impressum - Werben - Pressemehr anzeigen
Top News
Beliebte Suchen
DAX 30
Öl
Euro US-Dollar
Bitcoin
Goldpreis
Meistgesucht
Wirecard AG747206
Daimler AG710000
Deutsche Bank AG514000
Volkswagen (VW) AG Vz.766403
NEL ASAA0B733
PowerCell Sweden ABA14TK6
Amazon906866
Microsoft Corp.870747
BASFBASF11
Apple Inc.865985
Deutsche Telekom AG555750
CommerzbankCBK100
TUITUAG00
Infineon AG623100
Lufthansa AG823212