06.05.2021 21:14

Die Konzerngeschichte von adidas - dem zweitgrößten Sportartikelhersteller der Welt

Als Tüftler an die Spitze: Die Konzerngeschichte von adidas - dem zweitgrößten Sportartikelhersteller der Welt | Nachricht | finanzen.net
Als Tüftler an die Spitze
Folgen
Das Unternehmen aus dem fränkischen Herzogenaurach, das einst durch einen Streit unter Brüdern seinen Anfang fand, steht heute an zweiter Stelle der größten Sportartikelhersteller der Welt mit einem Umsatz von rund 20 Milliarden Euro.
Werbung
• Ausstattung von Sportlern mit Sportschuhen
• 1990 Gründung der AG
• Heute circa 20 Milliarden Euro Umsatz und rund 60.000 Mitarbeiter weltweit

"Gebrüder Dassler Schuhfabrik"

Der Startschuss für die Unternehmensgeschichte des heute zweitgrößten Sportartikelherstellers der Welt fiel im Jahr 1924. Der spätere adidas-Gründer Adolf "Adi" Dassler tätigte zusammen mit seinem Bruder, dem späteren PUMA-Gründer Rudolf Dassler, die Eintragung der Firma "Gebrüder Dassler Schuhfabrik" in das Handelsregister. Während der Tüftler Adi Dassler für die Fertigung von Sportschuhen zuständig war, kümmerte sich Bruder Rudolf Dassler um die Akquise, so ein Bericht der "Neue Zürcher Zeitung". Bei den Olympischen Spielen 1928 in Amsterdam trugen erstmals Athleten Sportschuhe des Unternehmens, ebenso wie der vierfache Medaillengewinner Jesse Owens bei den Olympischen Spielen 1936 in Berlin.

1948 zerstritten sich die beiden Brüder jedoch. Es kam zur Trennung und zum Neustart: Am 18. Augst 1949 gründete Adi Dassler die "Adi Dassler adidas Sportschuhfabrik" mit 47 Mitarbeitern in Herzogenaurach. Der Sieg bei der Fußball-Weltmeisterschaft durch die deutsche Nationalmannschaft im Jahr 1954 bedeutete den Durchbruch für adidas und machte das Unternehmen auf der ganzen Welt bekannt: Im WM-Finale gegen die vermeintlich überlegene Mannschaft aus Ungarn spielte die deutsche Mannschaft mit adidas-Fußballschuhen und gewann den ersten WM-Titel. Bis heute ist adidas Ausstatter des Deutschen Fußball-Bundes DFB.

Eine Wende in der Erfolgsgeschichte

Doch trotz der vielen Erfolge der adidas-Schuhe, -Kleidung und -Bälle führte der Weg des Unternehmens nicht ausschließlich nach oben. Nachdem Adi Dassler 1978 verstarb, übernahm dessen Frau Käthe die Leitung des Unternehmens. Sie erlag allerdings 1984 einem Herzleiden. Drei Jahre später starb auch Sohn Horst Dassler. Die vier Töchter übergaben die Leitung der Firma an ein externes Management. Unter dessen Führung stürzte adidas laut einem Bericht der "Süddeutschen Zeitung" in eine schwere Krise. Mitte der 80er Jahre begannen wichtige Unternehmenskennzahlen zu stagnieren. Die aus dem US-Markt hervorgedrungenen Konkurrenten Nike und Reebok machten adidas schwer zu schaffen. Im Jahr 1992 verzeichnete das Unternehmen laut eigener Aussage durch "wechselnde Geschäftsleitungen und zweifelhafte strategische Entscheidungen" einen Rekordverlust und befand sich am "Rand des Ruins".

Gründung einer AG

Im Jahr 1989 wurde adidas in eine Aktiengesellschaft umgewandelt. Um das Unternehmen zu retten, verkauften die Töchter des adidas-Gründers ihre Anteile. Ein personeller Umschwung musste her, Robert Louis-Dreyfus übernahm die Führung und brachte adidas zurück in die Erfolgsspur. Geplagt von Finanzierungsschwierigkeiten ging adidas im November 1995 an die Börse. Der Ausgabepreis betrug umgerechnet rund 9,63 Euro. 1998 wurden die Aktien des Unternehmens in den DAX aufgenommen. 2001 übernahm der heutige Präsident des FC Bayern München Herbert Hainer das Amt des Vorstandsvorsitzenden der adidas AG. Unter ihm übernahm adidas im Jahr 2005 den amerikanischen Konkurrenten Reebok für 3,1 Milliarden Euro.

Erfolg stellt sich wieder ein

Zu Beginn der 2000er Jahre stellte sich adidas neu auf. Neben den Sport-Performance-Produkten für die Ausübung einer Sportart führte adidas ein Lifestyle-Segment mit Fokus auf sportlicher Alltagskleidung ein. Bereits früher im Lauf der Unternehmensgeschichte hat es adidas laut der "Süddeutschen Zeitung" geschafft, mit den Produkten den "Zeitgeist von ganzen Generationen" zu prägen. Queen-Musiker Freddie Mercury performte 1985 beim Live-Aid-Konzert im Londoner Wembley-Stadion vor einem Milliardenpublikum in weißen Wrestling-Schuhen von adidas. Extra für Superstars außerhalb der Sportwelt wie etwa für Madonna, Pharrell Williams oder Ex-Tennis-Legende Stan Smith angefertigte und auf dem Markt platzierte Modelle entwickelten sich fortwährend als wahre Verkaufsschlager. Die Schuhe der Marke "Yeezy", die in Zusammenarbeit mit dem Hip-Hop-Star Kanye West aufgebaut wurde, waren den Fans vierstellige Summen wert und sollen den Rapper laut "Forbes" zum Milliardär gemacht haben. Heute steht adidas laut dem Portal "Gevestor" hinter Nike auf Platz zwei der größten Sportartikelhersteller der Welt.

Deutliche Corona-Spuren bei adidas

An der heutigen Firmenspitze befindet sich Kasper Rorsted, der Herbert Hainer im Oktober 2016 als Vorstandsvorsitzenden ablöste. Rorsted hatte zuvor acht Jahre lang die Leitung des Konsumgüterunternehmens Henkel inne. Hauptaugenmerk legt adidas heute mit den beiden Marken adidas und Reebok laut eigener Aussage auf den Schuh- und Bekleidungsmarkt. Dabei litten im abgelaufenen Geschäftsjahr 2020 wichtige Kennzahlen des Unternehmens stark unter der Corona-Pandemie. Der Gewinn brach um 78 Prozent ein - von 1,9 Milliarden Euro auf 429 Millionen Euro. Der Umsatz ging um 14 Prozent auf nun 19,844 Milliarden Euro zurück. Rund 60.000 Mitarbeiter beschäftigte adidas weltweit im abgelaufenen Geschäftsjahr.

Redaktion finanzen.net

Bildquellen: JuliusKielaitis / Shutterstock.com

Nachrichten zu adidas

  • Relevant
  • Alle
  • vom Unternehmen
  • Peer Group
  • ?

Um Ihnen die Übersicht über die große Anzahl an Nachrichten, die jeden Tag für ein Unternehmen erscheinen, etwas zu erleichtern, haben wir den Nachrichtenfeed in folgende Kategorien aufgeteilt:

Relevant: Nachrichten von ausgesuchten Quellen, die sich im Speziellen mit diesem Unternehmen befassen

Alle: Alle Nachrichten, die dieses Unternehmen betreffen. Z.B. auch Marktberichte die außerdem auch andere Unternehmen betreffen

vom Unternehmen: Nachrichten und Adhoc-Meldungen, die vom Unternehmen selbst veröffentlicht werden

Peer Group: Nachrichten von Unternehmen, die zur Peer Group gehören

Analysen zu adidas

  • Alle
  • Buy
  • Hold
  • Sell
  • ?
11.06.2021adidas addBaader Bank
10.06.2021adidas buyJefferies & Company Inc.
19.05.2021adidas Equal-WeightMorgan Stanley
13.05.2021adidas NeutralCredit Suisse Group
10.05.2021adidas HoldDeutsche Bank AG
11.06.2021adidas addBaader Bank
10.06.2021adidas buyJefferies & Company Inc.
10.05.2021adidas buyUBS AG
10.05.2021adidas buyGoldman Sachs Group Inc.
07.05.2021adidas buyUBS AG
19.05.2021adidas Equal-WeightMorgan Stanley
13.05.2021adidas NeutralCredit Suisse Group
10.05.2021adidas HoldDeutsche Bank AG
10.05.2021adidas Sector PerformRBC Capital Markets
07.05.2021adidas NeutralJP Morgan Chase & Co.
19.03.2021adidas SellWarburg Research
11.03.2021adidas SellWarburg Research
10.03.2021adidas SellWarburg Research
24.02.2021adidas VerkaufenIndependent Research GmbH
02.02.2021adidas SellWarburg Research

Um die Übersicht zu verbessern, haben Sie die Möglichkeit, die Analysen für adidas nach folgenden Kriterien zu filtern.

Alle: Alle Empfehlungen

Buy: Kaufempfehlungen wie z.B. "kaufen" oder "buy"

Hold: Halten-Empfehlungen wie z.B. "halten" oder "neutral"

Sell: Verkaufsempfehlungn wie z.B. "verkaufen" oder "reduce"
mehr Analysen
Werbung
Werbung
Werbung
Werbung
Börse Stuttgart Anlegerclub
Werbung

Heute im Fokus

Vor Fed-Entscheid: DAX schließt kaum verändert -- ABOUT YOU-IPO geglückt -- SAP setzt auf mittelfristig schnelleres Wachstum -- Sixt, Delivery Hero, VW, GM im Fokus

Südzucker verdient im ersten Jahresviertel deutlich weniger. WACKER CHEMIE hebt Prognose für 2021 an. Allianz beteiligt sich an American Tower Europe. TUI denkt über Kapitalerhöhung von bis zu einer Milliarde Euro nach - Aufholjagd für Sommer ist in vollem Gang. Indien wirft Twitter Regelbruch vor. BioNTech liefert nach Übererfüllung Impfdosen wieder wie vereinbart.

Top-Rankings

Das sind die kreativsten Unternehmen der Welt
Welcher Global Player ist vorne mit dabei?
Das sind die schlimmsten Steuroasen
Hier zahlen Unternehmen so gut wie keine Steuern
Die Unternehmen mit den meisten Patienten
Diese Firmen patentieren am meisten

Die 5 beliebtesten Top-Rankings

Die Länder mit der höchsten Wirtschaftskriminalität
In diesen Ländern ist die Korruption besonders hoch
Das sind die schlimmsten Steuroasen
Hier zahlen Unternehmen so gut wie keine Steuern
15 unbekannte Apple-Patente
15 Patente, die Apple für die Zukunft bereithält
Materialien, die teurer sind als Gold
Diese Materialien könnten Sie sich nach Ihrem nächsten Lottogewinn gönnen
Erstes Quartal 2021: Was sich in Carl Icahns Portfolio getan hat
Depot-Details
mehr Top Rankings

Umfrage

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn spricht sich für ein Ende der Maskenpflicht aus. Sind sie auch dafür?

finanzen.net Brokerage
finanzen.net Zero

Oskar

ETF-Sparplan

Oskar ist der einfache und intelligente ETF-Sparplan. Er übernimmt die ETF-Auswahl, ist steuersmart, transparent und kostengünstig.
Zur klassischen Ansicht wechseln