Aktien von Barrick Mining, Newmont und Co. erholen sich teils nach Verlusten - Edelmetalle als Belastungsfaktor

Der Kurseinbruch bei den Edelmetallen sorgte am Montag auch für teils deutliche Abgaben bei Anteilsscheinen aus dem Bergbau- und Rohstoffsektor - im Verlauf erholen sie sich jedoch teilweise.
Werte in diesem Artikel
• Bergbau- und Rohstoffaktien im Abwärtstaumel
• Sorgen vor restriktiverer US-Geldpolitik unter Warsh
• Verkäufe von Spekulanten verschärfen Abwärtstrend
Besonders stark unter Druck standen zum Wochenstart zeitweise Minenwerte. Im Verlauf erholen sich die Titel aus dem Sektor jedoch teilweise etwas. So notieren die Aktien von Anglo American an der Börse in London zeitweise 0,62 Prozent höher bei 34,29 Pfund, während Anteilsscheine von Rio Tinto daneben um 0,42 Prozent auf 67,66 Pfund steigen. Für Aktien des Kupferbergbau-Unternehmens Antofagasta geht es in London zeitweise um 1,34 Prozent nach unten auf 35,99 Pfund, wobei die Titel anfangs sogar mehr als 6 Prozent verloren hatten. Daneben zeigt sich die Glencore-Aktie 0,25 Prozent höher bei 5,01 Pfund.
Auch im US-Handel zeigten sich zahlreiche Anteilsscheine aus dem Bergbau- und Rohstoffsektor vorbörslich schwach, inzwischen geht es jedoch aufwärts. So notieren Papiere von Barrick Mining an der NYSE zeitweise 2,31 Prozent höher bei 46,88 US-Dollar, nachdem sie im Freitagshandel um 12,03 Prozent eingebrochen waren. Anteilsscheine von Pan American Silver notieren - nach einem Rutsch um 13,73 Prozent am Freitag - zeitweise 2,55 Prozent im Plus bei 55,99 US-Dollar. Ähnlich sieht es auch bei First Majestic Silver aus: Die Aktie gewinnt am Montag im NYSE-Handel zeitweise um 1,49 Prozent auf 21,15 US-Dollar, nachdem sie am Freitag 17,2 Prozent verloren hatte. Die Newmont-Aktie zeigt sich zeitweise 2,62 Prozent stärker bei 115,29 US-Dollar. Am Freitag hatte sie 11,49 Prozent an Wert eingebüßt.
Hintergrund der Kursverluste ist der fortgesetzte massive Preisrutsch bei Gold und Silber zum Wochenstart.
Kevin Warsh als möglicher neuer Fed-Chef löst Flucht aus zinslosen Anlagen aus
Ein dramatischer Preisverfall bei Rohstoffen, vor allem bei Edelmetallen und Industriemetallen, prägt seit kurzem den Ton an den Finanzmärkten. Ein zentraler Treiber dieser Entwicklung ist laut "Reuters" die Nominiertung von Kevin Warsh als neuer Vorsitzender der US-Notenbank Fed. "Die Entscheidung der Märkte, Edelmetalle parallel zu US-Aktien zu verkaufen, deutet darauf hin, dass Anleger Warsh als restriktiveren Geldpolitiker einschätzen", sagte Vivek Dhar, Rohstoffstratege bei der Commonwealth Bank of Australia (CBA) gegenüber der Nachrichtenagentur.
Warsh gilt laut "dpa-AFX" als "Inflation Hawk", der eher zu einem restriktiveren Zinspfad tendiert, um so die Teuerungsrate in den Griff zu bekommen. Eine restriktive Geldpolitik würde bedeuten, dass die Federal Reserve längerfristig an höheren Zinsen festhält. Höhere Realzinsen schmälern die Attraktivität von nicht verzinslichen Anlagen wie Gold, was eine regelrechte Flucht aus diesen Anlagen auslöste, zumal etwa die Edelmetalle zuletzt überdurchschnittlich gut gelaufen waren.
Der Goldpreis etwa hatte laut Jim Reid von der Deutschen Bank am Freitag mit minus 9 Prozent den größten Tagesverlust seit 2013 hinnehmen müssen, wie "dpa-AFX" berichtet. Zuvor habe die Feinunze die stärkste acht Tage andauernde Rally seit der großen Finanzkrise 2008/2009 erlebt mit immer neuen Preisrekorden. Der Stratege sprach denn auch von "bemerkenswerten Schwankungen bei Edelmetallen", die bei Silber noch stärker waren als bei Gold.
Laut Experten kam der Kursrutsch bei Gold und Silber jedoch nicht ganz überraschend: "Den Sprung über die 5.000er-Marke haben fast alle als typischen Spike in Commodity-Märkten gesehen, dazu kamen erhöhte Margin-Anforderungen", sagte ein Händler laut "Dow Jones Newswires". Spekulanten, die mit Kredit auf einen noch höheren Goldpreis gesetzt hatten, gerieten laut "dpa-AFX" durch den Preisverfall unter Druck und müssen nun Positionen verkaufen, um eine zu große Schieflage zu verhindern. Gerade Hedgefonds können daher gezwungen sein, auch Teile ihrer Anlagen wie Aktien zu veräußern. Damit setzen die Turbulenzen an den Metallmärkten auch Aktienmärkte zumindest vorübergehend unter Druck.
Redaktion finanzen.net / Dow Jones Newswires / dpa-AFX
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