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20.08.2019 17:22
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L Brands-Aktie im Sinkflug: Victoria's Secret Mutterkonzern werden die Flügel gestutzt

Aus der Mode?: L Brands-Aktie im Sinkflug: Victoria's Secret Mutterkonzern werden die Flügel gestutzt | Nachricht | finanzen.net
Aus der Mode?
Der amerikanische Modekonzern L Brands und Mutterkonzern von Victoria's Secret Dessous-Imperium steckt in einer der tiefsten Krisen der Firmengeschichte. Die Anteilsscheine des Modehändlers verloren seit 2015 schon rund 80 Prozent an Wert.
Das US-amerikanische Modekonglomerat L Brands aus Columbus im Bundesstaat Ohio vertreibt unter anderem die Marken Henri Bendel, C.O. Bigelow, The White Barn Candle Company, Bath & Body Works und natürlich auch die Unterwäschemarke Victoria´s Secret. Insbesondere diese Marke, welche durch ihre Topmodels und jährlich stattfindenden Fashion Shows bekannt wurde, sorgt nun für enorme Umsatzeinbußen.

Modekonzern im Abwärtssog

Jedoch sorgte nicht nur die Dessous-Sparte für eine rückläufige Geschäftsentwicklung bei L Brands, sondern auch die Marken Henri Bendel und die nun schon veräußerte Marke La Senza. Dass die finanzielle Performance des Unternehmens schon über mehrere Quartale hinweg schlecht lief, zeigte nicht zuletzt auch die miserable Entwicklung des Aktiencharts des Modeunternehmens.

Milliardenwert verpufft innerhalb von wenigen Jahren

Mit einem gegenwärtigen Kurs von 20,85 US-Dollar je Aktie und einer Marktkapitalisierung von 6,2 Milliarden US-Dollar ist der US-Modekonzern aktuell so günstig bewertet wie zuletzt im Februar 2010. Wenn man sich nun vor Augen führt, dass es der Konzern, in seiner absoluten Boom-Phase Ende 2015, auf eine Marktkapitalisierung von rund 30 Milliarden US-Dollar und einen Aktienkurs von zeitweise über 100 US-Dollar gebracht hat, wird einem das Dilemma des Modeimperiums erst richtig klar.

80-Prozent-Kursverlust seit 2015

Anleger, die zu derartigen Kursen ihr Geld in die Papiere der Victoria´s Secret-Mutter investiert haben, blicken nun auf einen Kursverlust von rund 80 Prozent. Dabei verlor die Aktie allein in den vergangenen 52-Wochen rund 35 Prozent an Wert. Der S&P 500, in dem die L Brands-Aktie gelistet ist, erreichte im Vergleich immerhin eine leicht positive Performance in Höhe von rund einem Prozent.

Eine Kombination aus hohen Kosten, rückläufigen Umsätzen...

Der Grund für den enormen Rückgang des Aktienkurses liegt in einer Kombination von operativen Kennzahlen, die sich in den vergangenen Jahren und Monaten immer schwächer entwickelt haben. Da die Hauptmarke des Konzerns, Victoria´s Secret, ab dem Jahr 2018 schon mehr als 55 Prozent zum Umsatz von L Brands beigetragen hat, wirkt sich die schlechte Entwicklung des Labels nun besonders stark auf das Gesamtergebnis des Unternehmens aus. Der Umsatz des Dessous-Segments ging im vierten Quartal 2018 um rund fünf Prozent zurück - dieser Trend setzte sich mit einem weiteren fünf prozentigen Umsatzrückgang im ersten Quartal 2019 fort. Gleichzeitig stiegen jedoch die Gesamtkosten des L Brands-Konzerns. Beliefen sich die Gesamtaufwendungen des Konzerns im vierten Quartal noch auf 82 Prozent des Umsatzes, waren es im ersten Quartal 2019 schon 98 Prozent.

…und geringen Nettomargen

Dementsprechend hat das US-Modekonglomerat nicht nur mit einem rückläufigen Umsatz zu kämpfen, sondern auch mit einer geringeren Rentabilität bzw. Nettomarge. Während bei L Brands nur rund fünf Prozent des Umsatzes zum Nettoergebnis beitragen, sind es bei den Konkurrenten, wie dem spanischen Modehaus Inditex oder dem britischen Luxuslabel Burberry, locker schon 12-13 Prozent. Grund für die mangelnde Profitabilität des Unternehmens sind die erhöhten Werbeaktivitäten und die Wertminderungsaufwendungen für einzelne Filialen sowie höhere Nutzungsaufwendungen für ausgewählte Stores.

Ein scheinbar günstiges Kurs-Gewinn-Verhältnis…

Höhere Aufwendungen in Verbindung mit einer Verlangsamung des Umsatzwachstums haben sich somit negativ auf den Gewinn pro Aktie ausgewirkt. Wurde im Jahr 2017 noch ein Gewinn pro Aktie in Höhe von 3,98 US-Dollar erzielt, waren es im Jahr 2018 nur noch 3,42 US-Dollar je Anteilsschein. Für das Jahr 2019 rechnen Experten dabei mit einem weiteren Gewinnrückgang auf bis zu 2,41 US-Dollar je Anteilsschein. Ausgehend vom aktuellen Kurs bei 20,85 US-Dollar erreicht der Konzern so ein relativ günstiges Kurs-Gewinn-Verhältnis von 8,65.

…und eine verlockend hohe Dividendenrendite

Neben der verhältnismäßig günstigen KGV-Bewertung lockt die L Brands-Aktie gegenwärtig auch mit einer Dividendenrendite in Höhe von 5,75 Prozent und einer beeindruckenden Zahlungshistorie. So gelang es dem Konzern aus Ohio, 179 Quartalsdividenden in ununterbrochener Folge an die Aktionäre auszuschütten. Mit Blick auf die Ausschüttungsquote dürfte sich die Freude der Aktionäre jedoch in Grenzen halten. Denn in den vergangenen 12 Monaten wurden 91 Prozent der erwirtschafteten Gewinne für die Auszahlung an die Aktionäre verwendet. Bei einer derart hohen Ausschüttungsquote dürfte die Dividende, sofern die Erträge nicht steigen, jedoch bald unter Druck geraten. Auch wenn die Ausschüttungen gegenwärtig noch zu 73 Prozent durch den Free Cashflow gedeckt sind, könnte die hohe Dividende bald in Gefahr sein. Über dieses Risiko sollte man sich, gerade als Dividendeninvestor, im Klaren sein.

Markenchef-Interview sorgte für Unmut in der Öffentlichkeit

In der Vergangenheit schockte L Brands und Victoria´s Secret jedoch nicht nur die Anteilseigner, sondern auch die Kundschaft. So zog Ed Razek, Markenchef von Victoria´s Secret, den Unmut der Öffentlichkeit auf sich, als er in einem Interview mit der Modezeitschrift Vogue kontroverse Kommentare zu Transgender- und Übergrößenmodels machte. Des Weiteren wird dem Konzern seit längerer Zeit vorgeworfen, dass die aufreizenden Dessous-Kollektionen nicht mehr in das Bild von emanzipierten Frauen und die Ära #MeToo passen. Darüber hinaus beklagten sich die Kundinnen auch vermehrt über die nachgelassene Qualität der Unterwäsche.

Dass Victoria´s Engel bald wieder zu fliegen beginnen und auch die L Brands-Aktie mit in die Höhe treiben, ist im derzeitigen Marktumfeld, welches durch einen scheinbar immer konservativeren Kundengeschmack geprägt ist, eher unwahrscheinlich.

Pierre Bonnet / finanzen.net

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