Bericht: Bis zu 18.000 Tote nach Protesten im Iran

18.01.26 14:20 Uhr

LONDON/TEHERAN/BERLIN (dpa-AFX) - Bei den Massenprotesten im Iran sollen nach Informationen der Zeitung "The Sunday Times" 16.500 bis 18.000 Menschen getötet worden sein. Mitarbeiter in acht großen Augenkliniken und 16 Notaufnahmen im Land hätten die Zahlen zusammengestellt. Demnach sollen weitere 330.000 bis 360.000 Menschen verletzt worden sein. Mindestens 700 bis 1.000 Menschen hätten ein Auge verloren. Allein in der Noor-Klinik, einem Augenkrankenhaus in Teheran, seien 7.000 Augenverletzungen dokumentiert worden.

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Irans oberster Führer Ali Chamenei hatte am Samstag erstmals eingeräumt, dass es Tausende Tote während der Proteste gegeben habe.

Die Iran-Expertin Holly Dagres von der Denkfabrik Washington Institute erklärte auf X, ein Diplomat habe ihr bestätigt, seine Botschaft halte eine Zahl von 12.000 Todesopfern für zutreffend.

Das in den USA ansässige Aktivistennetzwerk Hrana berichtete auf X, 3.308 Todesfälle seien bestätigt. Weitere 4.382 würden geprüft. Mindestens 24.266 Menschen seien festgenommen worden.

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Alle Angaben lassen sich derzeit nicht unabhängig überprüfen.

Die Berichterstattung über die Opfer nach dem gewaltsamen Vorgehen von Sicherheitskräften gegen Demonstrierende ist erschwert, weil die iranische Führung am 8. Januar eine Internetsperre verhängt hat. Eine der wenigen Möglichkeiten, die Blockade zu umgehen, bietet das Satelliten-Internet Starlink von Elon Musks Raumfahrtfirma SpaceX.

Aktivisten rechnen damit, dass die Opferzahlen weiter ansteigen, sobald mehr Informationen nach außen dringen.

Die Proteste hatten Ende Dezember wegen der dramatischen Wirtschaftskrise und der sehr hohen Inflation begonnen. Sie weiteten sich jedoch schnell zu politischen Demonstrationen gegen das autoritäre System der Islamischen Republik aus./da/DP/zb