09.09.2010 09:43

Kommt die Herbstrally oder die große Depression?

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Drehen die Börsen wieder auf oder geht es langsam nach unten…
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Die Stimmung an den Börsen ist so tagesformabhängig wie lange nicht mehr. Konnten im Spätsommer positive Konjunkturdaten noch für ein dauerhaft freundliches Börsenumfeld sorgen, hat sich diese Entwicklung nun nach und nach verschlechtert: Angefangen von den US-Daten über negative Meldungen aus Japan und China bis hin zum europäischen Dauerbrenner PIGS-Staaten.

Die Sache mit dem Double Dip

Die ewige Sorge um eine erneute Rezession treibt US-Präsident Obama derzeit erneut auf den Pfad der Konjunkturprogramme. Obwohl der Nutzen der vergangenen Programme nicht erwiesen ist, will man damit schon wieder versuchen der schwächelnden US-Wirtschaft neuen Schwung zu verleihen. Die Ökonomen-Schar versucht derzeit die Programme als sinnlos abzukanzeln, noch aber ohne Erfolg. Die Börse reagiert verhalten, schließlich sind die Rahmenbedingungen so oder so nicht glänzend. Von Seiten der Fed kommen ebenfalls keine positiven Signale. Denn die hat am Mittwoch das jüngste Beige Book veröffentlicht. Achtmal im Jahr berichten bekanntlich darin die zwölf Regional-Feds über die Wirtschaftsaktivitäten in ihrer Region. Darin erklärte nun die Notenbank, dass sich die Wirtschaftsentwicklung in den USA zuletzt weiter verlangsamt hat. Allerdings sei die Wirtschaft weiter auf „moderatem“ Wachstumskurs. Konkret sei die Wirtschaftsaktivität in den fünf Regionen New York, Philadelphia, Richmond, Atlanta und Chicago aber durchmischt oder verlangsamt. Die Wirtschaftsaktivität in den anderen sieben Regionen wurde als behauptet oder leicht positiv beschrieben. Zuletzt hatten nur Atlanta und Chicago eine verlangsamte Wirtschaftsaktivität gemeldet.

Europa und die Schweine

Über den Witz mit den PIGS-Staaten lacht ja eigentlich so gut wie keiner mehr. Stattdessen sind handfeste Sorgen zurück in den Markt gekehrt. Diesmal betrifft es vor allem das fast vergessene Muster-Krisenland Irland. Hier sorgt die Bankenwelt für anhaltend düstere Perspektiven. Man hat die Probleme aus der Finanzkrise doch etwas unterschätzt und geglaubt sie durch die Sparmaßnahmen auf Staatsebene schon irgendwie in den Griff zu bekommen. Diese Einschätzung rächt sich nun und die führende Anglo Irish Bank wird in der Folge wohl von der Bildfläche verschwinden. Die Probleme in Südeuropa werden da schon wieder ausgeblendet. Schließlich schaden diese Meldungen dem Euro so oder so erheblich.

Kann die Unsicherheit noch drehen?

Der Herbst ist an sich ja ein börsentechnisch höchst interessanter Zeitraum. Nach der langen Sommerpause kehren die Anleger wieder zurück und sorgen so meist für steigende Kurse. Ob das dieses Mal wieder der Fall sein wird, bleibt allerdings fraglich. Zu unsicher sind in diesen Tagen die Meldungen aus dem Konjunkturbereich. Selbst aus Deutschland werden die Euphorie-Meldungen rar. Bleibt die Hoffnung auf die Unternehmen. Das erste Halbjahr verlief ja meist überdurchschnittlich gut und in Teilen wurde dieser Optimismus auch schon für die Zukunft prognostiziert. Doch die Konjunkturdaten lassen vermuten, dass es im dritten Quartal doch die ein oder andere negative Überraschung geben wird. Von daher sollte man als Anleger ganz genau hinschauen und sich auch auf fallende Kurse wappnen.

Fazit

In rund drei Wochen ist das dritte Quartal vorbei, dann werden die Unternehmen den Anlegern Klarheit verschaffen, ob es wirklich bergauf geht oder ob das erste Halbjahr nur ein Strohfeuer war. Tritt ersteres ein, steht einer Herbstrally nichts im Wege. Tritt zweiteres ein, dürfte man sich auf deutliche Kursrückgänge gefasst machen. Enttäuschte Erwartungen führen leider immer zu überzogenen Reaktionen. Von daher kann zur Absicherung eine Short-Position auf den DAX nicht schaden…

Christoph Scherbaum schreibt für dieboersenblogger.de, das einfache und direkte Sprachrohr von Journalisten und deren Kollegen, die teils schon mit jahrzehnterlanger Arbeits- und Börsenerfahrung aufwarten können. Auch als professionelle Marktteilnehmer und natürlich als Börsenfans. In ihrem Blog vertreten sie eine ganz simple Philosophie: Sie schreiben unabhängig von irgendwelchen Analysten, Bankexperten oder Gurus, was sie zum aktuellen (Börsen-)Geschehen denken.

Der obige Text spiegelt die Meinung des jeweiligen Kolumnisten wider. Die finanzen.net GmbH i.G. übernimmt für dessen Richtigkeit keine Verantwortung und schließt jegliche Regressansprüche aus.

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