14.07.2018 08:22
Bewerten
(5)

Russland steckt hinter Hackerangriffen auf US-Demokraten

Eingriff in Wahlkampf: Russland steckt hinter Hackerangriffen auf US-Demokraten | Nachricht | finanzen.net
Eingriff in Wahlkampf
DRUCKEN
US-Sonderermittler Robert Mueller hat mit einer Anklage gegen zwölf mutmaßliche Hacker des russischen Geheimdienstes den bevorstehenden Gipfel zwischen Donald Trump und Wladimir Putin schwer belastet.
Den zwölf Geheimdienstlern wird konkret vorgeworfen, mit Computerangriffen gegen die US-Demokraten und das Wahlkampflager von Trumps Gegenkandidatin Hillary Clinton in die US-Präsidentschaftswahl 2016 eingegriffen zu haben. Eine entsprechende Mitteilung gab am Freitag der stellvertretende Justizminister Rod Rosenstein heraus.

Konkret seien unter anderem die Computer der US-Demokraten und des Wahlkampflagers von Trumps Gegenkandidatin Clinton gehackt worden. Mit den Anklagen gegen die Geheimdienstler geht die US-Justiz davon aus, dass russische Militärs hinter den Hackerangriffen stecken, die unter den Begriffen "DCLeaks" und "Guccifer 2.0" bekannt geworden waren. Bisherige Annahmen, dahinter könnten Amerikaner beziehungsweise ein rumänischer Hacker stecken, seien damit hinfällig. Die zwölf Angeklagten gehören dem russischen Militärgeheimdienst GRU an.

Der Kreml in Moskau wies die Vorwürfe umgehend zurück. Russland habe sich demnach nicht in die US-Wahlen eingemischt und habe dies auch nicht vor. Gegner einer russisch-amerikanischen Annäherung missbrauchten dieses Thema, sagte der außenpolitische Berater von Präsident Wladimir Putin, Juri Uschakow, in Moskau.

Die Anklage kommt nur wenige Tage, bevor Trump am Montag mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin zu einem Gipfel in Helsinki zusammenkommen wird. Trump sei bereits vor seiner Abreise nach Europa am vergangenen Dienstag unterrichtet worden, sagte Rosenstein. "Er ist sich über die Handlungen des Ministeriums vollends bewusst", sagte Rosenstein. Trump hatte erklärt, er wolle das Eingreifen Moskaus in die US-Wahl bei den Gesprächen mit Putin auf den Tisch bringen. Eine Sprecherin des Weißen Hauses verwies auf die Tatsache, dass die Anklage keine Vorwürfe gegen Amerikaner - also auch nicht gegen Trump oder dessen Umfeld - enthalte, von den Aktivitäten oder die Identität der Täter gewusst zu haben.

Der US-Sonderermittler Robert Mueller untersucht unter anderem, ob das Wahlkampflager Donald Trumps von den russischen Machenschaften gewusst haben kann. In der Anklageschrift wird deutlich, dass "eine Person, die in regelmäßigem Kontakt mit führenden Mitgliedern des Wahlkampflagers von Donald J. Trump stand", Material von "Guccifer 2.0" erhalten hatte. "Danke, dass sie zurückschreiben. Haben sie etwas Interessantes in den Dokumenten gefunden, die ich Ihnen geschickt habe?", heißt es laut Anklage in dem Schriftverkehr mit der nicht genannten Person aus dem Trump-Umfeld.

Die US-Demokraten, die nicht nur Oppositionspartei, sondern auch Opfer des Hackings sind, forderten Trump auf, den Gipfel mit Putin nicht stattfinden zu lassen. "Präsident Trump sollte sein Treffen mit Wladimir Putin absagen", sagte der Oppositionsführer im US-Senat, Chuck Schumer. Der Gipfel sei nicht möglich, bevor die Russen nachweisbare und transparente Schritte unternähmen, um zu beweisen, dass sie nicht in künftige Wahlen eingreifen. Der Forderung schloss sich auch Senator Mark Warner an, Vize-Vorsitzender des Geheimdienstausschusses im US-Senat.

Die Oppositionsführerin in Repräsentantenhaus, Nancy Pelosi, forderte: "Präsident Trump muss ein echtes, konkretes und umfassendes Abkommen einfordern und sicherstellen, wonach die Russen ihre anhaltenden Angriffe auf unsere Demokratie einstellen. Sich nicht gegen Putin zu behaupten, würde einen tiefgreifenden Verrat der Verfassung und unserer Demokratie darstellen."

Neben den Organisation der US-Demokraten hat das russische Hacking dem US-Justizministerium zufolge auch die Wahl-Infrastruktur von US-Bundesstaaten getroffen. Äußerungen Rod Rosenstein zufolge war man den Hackern auf die Schliche gekommen, weil am Abend des 15. Juni 2016 über einen in Moskau stationierten Computer-Server nach englischsprachigen Wörtern und Redewendungen gesucht worden war, die genau so später auf dem Blog des Hackers "Guccifer 2.0" auftauchten - zu dem eine falsche Spur nach Rumänien gelegt worden war.

Das Justizministerium verweist darauf, dass die Anklage keine Vorwürfe an US-Amerikaner enthält, wissentlich an den Eingriffen teilgenommen zu haben oder gewusst zu haben, dass sie in Wahrheit mit russischen Geheimdienstlern kommunizieren. Es sei auch nicht Gegenstand der Anklage, ob die Handlungen den Wahlausgang beeinflusst haben.

dpa-AFX

Bildquellen: Alexander Manykin / Shutterstock.com, PromesaArtStudio / Shutterstock.com, Kichigin / Shutterstock.com
Anzeige
Anzeige
Börse Stuttgart Anlegerclub

Top-Wachstumsaktien!

Wo bieten sich Anlegern weltweit die besten Wachstumschancen? Wir stellen Ihnen im neuen Anlegermagazin vier Titel mit viel Potenzial vor.
Kostenfrei registrieren und lesen!

Heute im Fokus

DAX geht schwächer ins Wochenende -- US-Börsen leicht im Minus -Trump bereit zu Zöllen auf alle Einfuhren aus China -- Microsoft-Aktie nach starken Zahlen auf Rekordjagd -- VTG, Jungheinrich im Fokus

Porsche Panamera angeblich vor Diesel-Rückruf. Bayer nimmt Verhütungsmittel von US-Markt. Trump legt im Streit mit US-Notenbank nach. Trump wirft China und EU Währungsmanipulationen vor. Erstmals in der Geschichte: Ethereum-Transaktionsgebühren höher als bei Bitcoin. Auto-Aktien schwächeln - Französischer Zulieferer enttäuscht.

Die 5 beliebtesten Top-Rankings

So groß ist der Gehaltsunterschied zwischen CEOs und Mitarbeitern
Das verdienen die CEOs der 30 DAX-Unternehmen
Sparweltmeiste
Welche Länder die meisten Währungsreserven haben
Die Performance der DAX 30-Werte in Q2 2018.
Welche Aktie macht das Rennen?
Hier macht Arbeiten Spaß
Die beliebtesten Arbeitgeber weltweit
Die Performance der MDAX-Werte in Q2 2018.
Welche Aktie macht das Rennen?
mehr Top Rankings

Umfrage

US-Präsident Trump fordert von Deutschland, die Verteidigungsausgaben deutlich zu erhöhen. Was sollte Berlin tun?

Online Brokerage über finanzen.net

Das Beste aus zwei Welten: Handeln Sie für nur 5 Euro Orderprovision* pro Trade unmittelbar aus der Informationswelt von finanzen.net!
Zur klassischen Ansicht wechseln
Kontakt - Impressum - Werben - Pressemehr anzeigen
Top News
Beliebte Suchen
DAX 30
Öl
Euro US-Dollar
Bitcoin
Goldpreis
Meistgesucht
Deutsche Bank AG514000
Daimler AG710000
Apple Inc.865985
Scout24 AGA12DM8
Amazon906866
Allianz840400
Steinhoff International N.V.A14XB9
Volkswagen (VW) AG Vz.766403
TeslaA1CX3T
BMW AG519000
E.ON SEENAG99
EVOTEC AG566480
Deutsche Telekom AG555750
adidas AGA1EWWW
Microsoft Corp.870747