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22.10.2019 17:43
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So lange müssen DAX- und S&P 500-Angestellte arbeiten, bis sie so viel wie ihr CEO verdienen

Einkommensungleichheit: So lange müssen DAX- und S&P 500-Angestellte arbeiten, bis sie so viel wie ihr CEO verdienen | Nachricht | finanzen.net
Einkommensungleichheit
Die Einkommensverteilung im eigenen Unternehmen erscheint vielen Beschäftigen als ungerecht. Laut einer US-Studie erhalten CEOs im Vergleich zum durchschnittlichen Mitarbeiter oft das 1.000-fache Jahresgehalt.
• US-Angestellte unter der Armutsgrenze
• Bernie Sanders für Strafsteuer für US-Konzerne
• DAX-CEOs kassieren das 52-fache der Mitarbeiter

Aufgrund des im Jahr 2010 vom damaligen Präsidenten Barack Obama verabschiedeten Dodd-Frank Wall Street Reform and Consumer Protection Act müssen börsennotierte US-Konzerne das Verhältnis zwischen der Vergütung ihrer CEOs und der durchschnittlicher Mitarbeiter veröffentlichen.

Einkommensungleichheit steigt drastisch an

Dieses US-amerikanische Bundesgesetz, welches als Antwort auf die Finanzkrise 2007/2008 verabschiedet wurde, sorgt nun jedoch für viel politischen Zündstoff. Während in den 60er und 70er Jahren nur sehr wenige Firmenchefs das 40- oder 50-fache eines durchschnittlichen Angestellten verdient hatten, beziehen nun, laut einem neuen Bericht des Institute for Policy Studies "Executive Excess 2019", fast 80 Prozent der Firmenchefs der im S&P 500 gelisteten Unternehmen mehr als das 100-fache des Medianlohns ihrer Angestellten.

Zehn Prozent der S&P-Arbeitnehmer leben unter der Armutsgrenze

Bei 50 Konzernen aus dem S&P 500 ist der Einkommensunterschied sogar so hoch, dass ein typischer Arbeiter ein ganzes Jahrtausend benötigen würde, um das gleiche Einkommen zu erzielen wie sein Chef. Die Experten des Institute for Policy, welche sich schon seit 25 Jahren mit den Vergütungen von amerikanischen Führungskräften beschäftigen, sind darüber hinaus zu dem Ergebnis gekommen, dass der durchschnittliche Medianlohn der Führungskräfte dieser 50 Unternehmen im vergangenen Jahr bei 15,9 Millionen US-Dollar lag, während der durchschnittliche Verdienst der klassischen Arbeitnehmer 10.027 US-Dollar betrug.

Dementsprechend verdienten rund zehn Prozent der Arbeitnehmer aus den S&P 500-Unternehmen weniger als 27.005 US-Dollar im Jahr. Damit lag ihr Verdienst sogar unter der Armutsgrenze für einen vierköpfigen US-amerikanischen Haushalt. Dementsprechend haben im vergangenen Jahr rund 3,7 Millionen US-Beschäftigte keinen existenzsichernden Lohn verdient.

Trump-Konkurrent wirbt für Strafsteuer für US-Konzerne

Da derartige Studien natürlich auch zu politischen Zwecken genutzt werden, veröffentlichte der demokratische Präsidentschaftskandidat Bernie Sanders am Tag der Publikation von "Executive Excess 2019" ebenfalls seinen neuen Income Inequality Tax Plan, welcher zum Ziel hat, dass sowohl öffentliche als auch privat gehandelten Unternehmen mit großen Lohnunterschieden zwischen den Führungskräften und Mitarbeitern bestraft werden. Der Gesetzesvorschlag des links orientierten US-Politikers sieht vor, dass Konzerne, die ihren CEOs mehr als das 50-fache Einkommen eines durchschnittlichen Arbeitsnehmers bezahlen, mit 0,5 Prozent besteuert werden. Nach der Vorstellung von Sanders soll diese Strafsteuer, sofern ein CEO das 500-fache oder mehr eines durchschnittlichen Mitarbeiters erhält, auf bis zu fünf Prozent ansteigen. Dementsprechend heißt es auf der Sanders-Website: "Senden Sie eine Botschaft an amerikanische Unternehmen: Zahlen Sie Ihren Arbeitnehmern keine unangemessenen Löhne mehr, während CEOs unverschämte Vergütungspakete erhalten."



Eine derartige Strafsteuer wird unterdessen nicht nur von Bernie Sanders gefordert, sondern auch von den Herausgebern des "Executive Excess". Dementsprechend fordern sie unter anderem, GAP, Ultra Beauty und Chipotle dazu auf, keine "Armutslöhne zu zahlen, während ihre CEOs Millionen verdienen." In Bezug auf diese Anschuldigungen stellte ein Vertreter von Chipotle klar, dass das Vergütungspaket des Firmenchefs Brian Niccol in Höhe von 33,5 Millionen US-Dollar auf einer Wettbewerbsanalyse des Gehaltsniveaus von CEOs in seiner Vergleichsgruppe beruht und einen Cash-Sign-On-Bonus sowie nicht übertragene Aktienprämien seines vorherigen Arbeitgebers beinhalte.

Barbie-Chef kassiert das 3.408-fache seiner Mitarbeiter

Ein ebenfalls sehr hohes Einkommensungleichgewicht stellten die Experten unter anderem bei den Unternehmen Mattel, McDonalds, Disney und T-Mobile US fest. Beim Barbie-Puppen-Hersteller Mattel hat der CEO im vergangenen Jahr, mit 18,7 Millionen US-Dollar, sogar das 3.408-fache des durchschnittlichen Mitarbeiters verdient. Da rund 78 Prozent der Arbeiter von Mattel außerhalb der USA beschäftigt sind und überwiegend in Produktionsstätten arbeiten, kommt es gerade beim Barbie-Produzenten zu der größten Einkommensungleichheit. In einem Bericht der US-Börsenaufsichtsbehörde heißt es dazu: "Das Marktniveau für Löhne und Gehälter im Ausland, in dem Mattel Produktionsstätten unterhält, ist dramatisch niedrig."

DAX-CEOs verdienen durchschnittlich 52 Mal mehr

Im Vergleich zu den Firmenchefs in den USA verdienen die deutschen CEOs zwar deutlich weniger, dennoch liegt ihre Vergütung noch weit über dem Einkommenslevel der Beschäftigten. So lag das durchschnittliche Einkommen der 30 DAX-Vorstände im vergangenen Jahr 52-mal so hoch, wie die Vergütung eines durchschnittlichen Arbeiters. Absolut kassierten die DAX-CEOs somit ein durchschnittliches Jahresgehalt von 3,51 Millionen Euro. Mit einem Gehaltsscheck in Höhe von 10,8 Millionen Euro verdiente der damalige SAP-Vorstandsvorsitzende Bill McDermott jedoch rund das dreifache seiner Kollegen und ist damit der bestbezahlteste DAX-Vorstand.

VW und Deutsche Börse ganz vorn mit dabei

Die größte Einkommensdifferenz herrscht dennoch nicht bei SAP, sondern bei Volkswagen. Denn die Führungsetage in Wolfsburg erhielt im vergangenen Jahr eine Vergütung, welche den durchschnittlichen Personalaufwand um das 97-fache übertraf. Im Vergleich dazu fiel der Gehaltsscheck des Deutsche Börse-Chefs Theodor Weimer relativ bescheiden aus. Er erhielt nur das 25-Fache Jahresgehalt seiner Beschäftigten.

Noch kein Gehaltsexzess in Deutschland

"Gute Leistung soll gut vergütet werden. […] Wenn es aber schlecht läuft. Muss der Vorstand dies ebenfalls im Portemonnaie spüren. Und das sehen wir oft noch nicht", so der Hauptgeschäftsführer der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz, Marc Tüngler, in Bezug auf die Vorstandsvergütungen der 30 DAX-Konzerne. Im Vergleich zu den USA kann hierzulande allerdings nicht von Gehaltsexzessen gesprochen werden. Dennoch ist es für den durchschnittlichen DAX-Mitarbeiter fast unmöglich, in seinem ganzen Arbeitsleben, ein Jahresgehalt seines Vorstandvorsitzenden zu verdienen.

Pierre Bonnet / finanzen.net

Bildquellen: Minerva Studio / Shutterstock.com, everything possible / Shutterstock.com

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