Hier stimmt was nicht! Kanada-Aktien - Sticheleien in einer Blase

In Kanada sind die Preise für Immobilien der Entwicklung der Einkommen weit enteilt. Schlimmer noch: Der Immo-Boom ist mit Schulden finanziert.
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von Jörg Lang, €uro am Sonntag
Laut Preisindex des kanadischen Immobilienverbands verteuerten sich Liegenschaften seit 2005 um 130 Prozent, das Sozialprodukt verbesserte sich im Gegensatz nur um 53 Prozent. Schon diese Schere zeigt: Der kanadische Immobilienboom ist auf einem wachsenden Schuldenberg aufgebaut. Die Konsumenten stehen mit 167 Prozent des verfügbaren Einkommens in der Kreide, ein historischer Höchststand.
Sehr trickreich werden Immobilien eingesetzt, um Konsum zu finanzieren. Dabei wird der Eigenkapitalanteil der Liegenschaft über einen speziellen Kredit finanziert. Sogenannte Home Equity Lines of Credit machen mehr als 13 Prozent des Bruttoinlandprodukts aus. Zur Einordnung: Der Anteil ist dreimal so hoch wie in den USA auf dem Höhepunkt der Immobilienblase 2006.
Das funktioniert, wenn die Preise steigen. Aber 2018 wird es Risse im Gebälk geben. Die Preisentwicklung hat dazu geführt, dass viel mehr gebaut wurde und das Angebot in den Großstädten deutlich ansteigt. Zudem müssen Kreditnehmer ab Jahresbeginn eine Zwangsversicherung abschließen, wenn ihr Eigenkapitalanteil 20 Prozent des Werts der Liegenschaft unterschreitet. Dazu kommen tendenziell steigende Zinsen.
Diese Kombination kann schnell dafür sorgen, dass spekulative Käufer in Mitleidenschaft gezogen werden. Platzen deren Kredite, kommen weitere Liegenschaften auf den Markt. Und hat die Spirale einmal Fahrt aufgenommen, kann schnell der solidere Teil der Immobilienmärkte erfasst werden.
Für 2018 empfiehlt sich Anlegern, um die Aktien kanadischer Spezialfinanzierer wie Home Capital Group einen großen Bogen zu machen. Auch die von Analysten als solide erachteten fünf Großbanken CIBC, Royal Bank of Canada, Toronto Dominion, Bank of Nova Scotia, und Bank of Montreal werden sich einem Preisrutsch nicht entziehen können. Hypotheken machen den Löwenanteil der Bilanzsumme aus.
Unser Kolumnist Jörg Lang beschäftigt sich seit 1988 mit dem Thema Aktien.
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