Frankfurt intern: Cytotools - Jetzt Fersengeld geben

Euro am Sonntag verfolgt die Börsenstory der Beteiligungsfirma Cytotools seit vielen Jahren und warnte immer wieder.
von Lars Winter, Euro am Sonntag
Seit vielen Jahren berichten wir skeptisch darüber, und seit vielen Jahren haben wir unsere Leser wiederholt vor dieser Aktie gewarnt. Gestört haben uns bei Cytotools vor allem die Intransparenz des Geschäftsmodells und eine miserable Informationspolitik. Ständig gab es neue Verzögerungen bei den Zulassungsprozessen des Hoffnungsträgers Dermapro, einem Wundheilungswirkstoff für die Hauptindikationen diabetischer Fuß und offenes Bein.
Immer wieder vertröstete der Vorstand mit neuen Versprechungen. Passiert ist operativ nicht wirklich viel. Seit vielen Jahren schreibt Cytotools rote Zahlen, immer wieder musste das Fortbestehen der Gesellschaft durch Kapitalerhöhungen von Aktionären finanziert werden. Im krassen Missverhältnis standen seit Langem der Börsenwert und der wahre Wert der Wirkstoffe. Bei Cytotools stand einem Marktwert von zeitweise über 100 Millionen Euro bis zuletzt keine operative Substanz gegenüber.
Der Umsatz zum Halbjahr betrug glatte 0 Euro, in Worten: null. Die Fallhöhe bei Cytotools war entsprechend hoch, sollte das Geschäftsmodell eines Tages scheitern. An diesem Freitag platzte die Blase. Die Aktie schmierte um über 85 Prozent ab, nachdem die Firma mitgeteilt hatte, dass Dermapro in einer Studie bei der Behandlung des diabetischen Fußes keine bessere Wirksamkeit zeigte als die Behandlung mit schlichter Kochsalzlösung.
Ein vernichtendes Urteil, das schlimmer nicht ausfallen kann. Dass sich Cytotools von diesem K.-o.-Schlag erholt und die Aktie wieder auf die Beine kommt, ist unwahrscheinlich. Rette sich, wer kann - so weit die Füße noch tragen.
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