finanzen.net
12.01.2019 11:00
Bewerten
(0)

Neuseeland: Warum die Börse und die Währung gut für Ihr Depot sind

Euro am Sonntag-Tipps: Neuseeland: Warum die Börse und die Währung gut für Ihr Depot sind | Nachricht | finanzen.net
Euro am Sonntag-Tipps
DRUCKEN
Die Wirtschaft des Inselstaates läuft prächtig. Börse und Währung gelten bei Anlegern verglichen mit anderen Staaten als stabile Bausteine im Portfolio.
€uro am Sonntag
von Emmeran Eder, Euro am Sonntag

Zu viele Millionäre leben in Neuseeland. Dieser Ansicht sind jedenfalls die Einheimischen und inzwischen auch die Regierung. Wegen der weltweiten Unsicherheit suchen die Reichen dort einen sicheren Hafen und legen sich einen Zweitwohnsitz zu. Das treibt zum Missvergnügen der Neuseeländer die Immobilienpreise in enorme Höhen und macht Häuser für sie unbezahlbar. Außerdem haben viele "Kiwis" ein Gefühl der Entfremdung.


Das waren sicherlich die Hauptgründe dafür, dass im Herbst 2017 die alte Regierung abgewählt wurde. Die neue besteht aus einer ziemlich eigenartigen Koalition: der linken Labour Party und der nationalistischen Partei New Zealand First, die vergleichbar mit der AfD ist. Toleriert wird die Koalition von den Grünen. Bisher arbeiten die unterschiedlichen Regierungsflügel aber gut zusammen.


So haben sie ein Gesetz auf den Weg gebracht, das den Immobilienkauf für Ausländer erheblich erschwert. Für die Bauwirtschaft ist dies eher gut. Der IWF sieht darin eine gesunde Konsolidierung, da die Branche zuletzt eine blasenartige Entwicklung einzuschlagen drohte. Durch ein Bauprogramm für bezahlbare Wohnungen im Wert von rund 18 Milliarden US-Dollar dürfte der Sektor auch in den kommenden Jahren eine tragende Säule der Wirtschaft bleiben. Zudem setzt die neue Regierung fiskalische Anreize. Eine Steuerreform bringt vor allem niedrigen und mittleren Einkommensgruppen mehr Geld in die Tasche, was den Konsum ankurbelt. So dürfte der Rückgang der Einwanderungszahlen ausgeglichen werden. Auf Drängen von New Zealand First wurden nämlich restriktivere Immigrations­regeln erlassen, was den Einwandererstrom bremsen sollte.

Boomender Tourismus

Der wichtigste Wirtschaftsfaktor ist aber inzwischen der Tourismus. Er macht etwa 20 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) aus. Seit Jahren steigt die Zahl der Reisenden in das wunderschöne Land kräftig an. Seit 2014 führt der wachsende Wohlstand in China zu einem nochmaligen Schub bei den Touristenzahlen. Jede zehnte Arbeitsstelle hängt inzwischen direkt oder indirekt von der Branche ab. Das hat aber auch seine Schattenseiten. Die Bevölkerung reagiert zunehmend genervt auf den Massenansturm. Einst verlassene Wanderwege sind jetzt zum Beispiel übervölkert und vermüllt. Zudem treiben die Touristen das Preis­niveau in die Höhe.



Die Regierung reagiert nun auf die schwelende Debatte und will eine Touristensteuer erheben. 35 neuseeländische Dollar (NZD) soll jeder Urlauber ab Mitte 2019 bei der Einreise zahlen. Die Einnahmen von rund 70 Millionen NZD pro Jahr sollen in Infrastrukturprojekte und den Naturschutz investiert werden. "Es ist nur fair, dass Touristen einen kleinen Beitrag leisten, damit wir ihnen die entsprechende Infrastruktur und die Landschaften, an denen sie sich erfreuen, bewahren können", begründet Tourismusminister Kelvin Davis die neue Abgabe. Eine clevere Idee, denn der Besucherstrom wird dadurch wohl kaum beeinträchtigt.

Konkurrenzfähige Landwirtschaft

Das ist auch nicht beabsichtigt. Der früher bedeutendste Wirtschaftszweig, die Landwirtschaft, könnte die Lücke nicht mehr füllen. Eine große Rolle spielt diese aber immer noch. Aus dem Agrarsektor kommen nach wie vor die dominierenden Ausfuhrgüter des Inselstaates. Neben Milch und Milcherzeugnissen zählen dazu Fleisch, Fisch, Obst und Gemüse sowie Holz und Wein. Milch­erzeugnisse machen immerhin zwei Prozent der globalen Produktion in diesem Bereich aus. Damit zählt das Land zu den fünf größten Exporteuren auf der Erde. Der Einbruch des Weltmarktpreises für Milch traf Neuseeland hart, inzwischen hat sich dieser aber wieder erholt. Die Landwirtschaft des Staates ist international extrem wettbewerbsfähig, da sie schon seit Langem ohne Subventionen auskommen muss.

In den vergangenen Jahren gelang dem Inselstaat überdies die Diversifizierung der Wirtschaft auf weitere Bereiche wie den Hightechsektor und eine prosperierende Filmindustrie.

Überzeugende Wirtschaftsdaten

Von daher sollte sich die gute Wirtschaftsentwicklung der vergangenen Jahre auch 2019 fortsetzen. Die Weltbank rechnet zwar mit einem schwächeren BIP-Zuwachs von 2,7 Prozent als im Vorjahr (2,9 Prozent). Die Arbeitslosenquote dürfte dennoch leicht auf 3,9 Prozent zurückgehen, den niedrigsten Wert seit 2008. Der Haushalt wird wohl einen kleinen Überschuss aufweisen. Ein Wermutstropfen ist die Leistungs­bilanz mit einem voraussichtlichen Minus von 3,8 Prozent, da das Land mehr einführt als ausführt. Die Inflationsrate dürfte etwas klettern, aber weiterhin unter zwei Prozent bleiben. Daher wird die neuseeländische Zentralbank ihren aktuellen Leitzins von 1,75 Prozent wohl beibehalten.

Die stabile ökonomische Situation im "Kiwi-Land" und das Image als Stabilitätsanker trugen dazu bei, dass der Aktienindex MSCI New Zealand im globalen Baissejahr 2018 nur um 1,4 Prozent fiel - weniger als die Börsen der meisten anderen Industrieländer. Die Chancen, dass neuseeländische Aktien 2019 ihren soliden Charakter beibehalten, stehen gut. Zumal in dem Index, der sieben Aktien enthält, vorwiegend defensive Titel vertreten sind. Größte Positionen sind der Milchkonzern A2 Milk, die Telekomfirma Spark New Zealand, Auckland International Airport und zwei Healthcare-Unternehmen. Mit dem Zertifikat von BNP Paribas können Anleger auf den Index setzen.

Dabei haben sie aber ein Währungsrisiko. Der neuseeländische Dollar blieb zwar im Jahresverlauf 2018 gegenüber dem Euro stabil, jedoch mit starken Ausschlägen nach oben und unten. Weitere Gefahren gehen vom wichtigsten Handelspartner China aus, dessen Wirtschaft schwächelt. Das könnte auch die Reisebranche zu spüren bekommen, falls sich weniger Chinesen einen Trip auf den fünften Kontinent leisten können. Im internationalen Börsenumfeld sollte sich der Markt in Auckland aber selbst bei einer Fortsetzung der Turbulenzen vergleichsweise gut schlagen.

Investor-Info

MSCI-New-Zealand-Zertifikat
Stabiler Aktienmarkt

Mit einem Zertifikat von BNP Paribas partizipieren Anleger an der Kursentwicklung des MSCI-New-Zealand-Index. Dieser umfasst sieben Bluechips und Mid Caps, die 85 Prozent der Kapitalisierung der Börse des Landes repräsentieren. Die Dividenden werden in das Barometer reinvestiert, das breit über verschiedene Sektoren diversifiziert ist.

EUR/NZD-Short-Wave
Auf den Kiwi-Dollar setzen

Nach starkem Anstieg des Neuseeland-Dollar (NZD) zum Euro im Herbst 2018 korrigiert der nun. Mit dem Deutsche-Bank-Papier mit Hebel 2,6 spekulieren Anleger darauf, dass der NZD bald seinen Aufwärtstrend fortsetzt. Die Knock-out-Barriere bei 2,345 NZD je Euro ist 37,8 Prozent vom aktuellen Kurs entfernt.






__________________________________

Bildquellen: Khoroshunova/iStockphoto, Antony McAulay / Shutterstock.com, Colin & Linda McKie/iStockphoto, Fotolia

Nachrichten zu Telecom Corp. of New Zealand Ltd.

  • Relevant
    2
  • Alle
    2
  • vom Unternehmen
  • Peer Group
  • ?

Um Ihnen die Übersicht über die große Anzahl an Nachrichten, die jeden Tag für ein Unternehmen erscheinen, etwas zu erleichtern, haben wir den Nachrichtenfeed in folgende Kategorien aufgeteilt:

Relevant: Nachrichten von ausgesuchten Quellen, die sich im Speziellen mit diesem Unternehmen befassen

Alle: Alle Nachrichten, die dieses Unternehmen betreffen. Z.B. auch Marktberichte die außerdem auch andere Unternehmen betreffen

vom Unternehmen: Nachrichten und Adhoc-Meldungen, die vom Unternehmen selbst veröffentlicht werden

Peer Group: Nachrichten von Unternehmen, die zur Peer Group gehören

Analysen zu Telecom Corp. of New Zealand Ltd.

  • Alle
  • Buy
  • Hold
  • Sell
  • ?
08.02.2005Update Telecom Corp. of New Zealand: OutperformCredit Suisse First Boston
08.02.2005Update Telecom Corp. of New Zealand: OutperformCredit Suisse First Boston

Keine Analysen im Zeitraum eines Jahres in dieser Kategorie verfügbar.

Eventuell finden Sie Nachrichten die älter als ein Jahr sind im Archiv

Keine Analysen im Zeitraum eines Jahres in dieser Kategorie verfügbar.

Eventuell finden Sie Nachrichten die älter als ein Jahr sind im Archiv

Um die Übersicht zu verbessern, haben Sie die Möglichkeit, die Analysen für Telecom Corp. of New Zealand Ltd. nach folgenden Kriterien zu filtern.

Alle: Alle Empfehlungen

Buy: Kaufempfehlungen wie z.B. "kaufen" oder "buy"

Hold: Halten-Empfehlungen wie z.B. "halten" oder "neutral"

Sell: Verkaufsempfehlungn wie z.B. "verkaufen" oder "reduce"
mehr Analysen
Anzeige
Anzeige
Börse Stuttgart Anlegerclub

Fünf deutsche Internet-Aktien, die Sie kennen sollten!

Das Gute liegt oft so nah. Heimische Internet-Unternehmen rollen den Markt auf. Im neuen Anlegermagazin erwartet Sie ein Special über deutsche Internet-Aktien, die Sie kennen sollten.
Kostenfrei registrieren und lesen!

Telecom Peer Group News

Keine Nachrichten gefunden.

Heute im Fokus

DAX schließt leichter -- DOW beendet Handel grün -- Netflix Quartalszahlen: Umsatz unter Erwartungen -- Morgan Stanley enttäuscht im Schlussquartal -- Inflation im Euroraum entfernt sich vom EZB-Ziel

Abgasskandal: VW zahlt Millionen-Sicherheitsleistung in Indien. Aurora Cannabis-Aktie fällt tief: Wandelanleihe angekündigt. Druck auf Chinas Huawei steigt - Neue US-Ermittlungen berichtet. Fed-Beige Book: Marktvolatilität und höhere Zinsen drücken auf die Stimmung. Société Générale will stabile Dividende zahlen.

Die 5 beliebtesten Top-Rankings

Erster Job
Wo Absolventen am meisten Geld verdienen
Abschlüsse der DAX-Chefs
Diese Studiengänge haben die DAX-Chefs absolviert
Die Performance der DAX 30-Werte in 2018.
Welche Aktie macht das Rennen?
Das sind die reichsten Länder Welt 2018
USA nicht mal in den Top 10
Die Performance der Rohstoffe in in 2018.
Welcher Rohstoff macht das Rennen?
mehr Top Rankings

Umfrage

Wie viele Zinserhöhungen der US-Notenbank erwarten Sie 2019?

finanzen.net Brokerage

Online Brokerage über finanzen.net

Das Beste aus zwei Welten: Handeln Sie für nur 5 Euro Orderprovision* pro Trade unmittelbar aus der Informationswelt von finanzen.net!
Zur klassischen Ansicht wechseln
Kontakt - Impressum - Werben - Pressemehr anzeigen
Top News
Beliebte Suchen
DAX 30
Öl
Euro US-Dollar
Bitcoin
Goldpreis
Meistgesucht
Deutsche Bank AG514000
Aurora Cannabis IncA12GS7
Daimler AG710000
CommerzbankCBK100
Amazon906866
Wirecard AG747206
SteinhoffA14XB9
Apple Inc.865985
BASFBASF11
Netflix Inc.552484
Deutsche Telekom AG555750
Allianz840400
Infineon AG623100
Siemens AG723610
EVOTEC AG566480