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05.12.2018 01:00
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Wo die Musik spielt: Was Regional-Indizes als Investments taugen

Euro am Sonntag-Zerti-Tipps: Wo die Musik spielt: Was Regional-Indizes als Investments taugen | Nachricht | finanzen.net
Euro am Sonntag-Zerti-Tipps
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Spezielle Börsenindizes ermöglichen eine Investition in Aktien ausgewählter Bundesländer. Was sie taugen, bei welchen sich der Einstieg lohnt.
€uro am Sonntag
von Christoph Platt, Euro am Sonntag

Musikvereine, Chöre und Kapellen haben im Brauchtum ihren festen Platz. In Norddeutschland treten ShantyChöre auf, im Sauerland sind Schützenkapellen eine feste Größe, und in Bayern wird in Lederhosen musiziert.


Jede deutsche Region hat ihr eigenes Brauchtum, ihren Dialekt, ihre Tracht - und ihre eigene Unternehmenswelt. Wer etwas Lokalkolorit für sein Depot sucht, sollte den Blick auf spezielle Aktienindizes werfen, die ausschließlich Titel aus einer Region enthalten. Seit einem halben Jahr deckt das Finanzportal Ariva mit neun Indizes, die zusammen mit der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel entwickelt wurden, ganz Deutschland ab. Vonseiten der Regionen selbst, verkörpert etwa durch dort ansässige Finanzinstitute oder Regionalbörsen, ist das Angebot dagegen äußerst gering.


Die Ariva-Indizes bestehen aus jeweils zehn Aktien, die allesamt aus einer Region stammen. Für die größten Bundesländer gibt es jeweils einen eigenen Index, kleinere Bundesländer werden zusammengefasst. Ein Kursbarometer gilt sogar gleich für ganz Ostdeutschland. Anleger haben die Möglichkeit, über Zertifikate der Bank Unicredit in diese Indizes zu investieren. Alternative Produkte gibt es nicht.

Wenig beschaulich

Wer mit einem Regionalindex liebäugelt, sollte sich allerdings nicht der Illusion hingeben, dass er mit seiner Investition gezielt den örtlichen Mittelstand unterstützt. Denn in den meisten lokalen Kursbarometern haben international tätige Großkonzerne ein hohes Gewicht oder sie ­dominieren das Barometer vollständig.



Extremstes Beispiel dafür ist der Index für Nordrhein-Westfalen, der ausschließlich aus Werten besteht, die auch im DAX gelistet sind. Die größten Titel sind Bayer, Deutsche Telekom und Deutsche Post. Kaum weniger DAX-lastig ist der Index für Bayern. Neun Bluechips holen sich Anleger ins Depot, die in den BayX einsteigen.

Wer auf der Suche nach etwas exotischeren Titeln ist, wird beim Kursbarometer für Rheinland-Pfalz/Saarland und beim ostdeutschen Regional­index fündig. In Ersterem steckt mit BASF ­lediglich ein DAX-Konzern. Hinzu kommen die MDAX-Aktie United Internet ­sowie Compugroup Medical und Hornbach aus dem SDAX. Die übrigen sechs Titel sind in keinem großen deutschen Index enthalten. Unter ihnen befinden sich relativ kleine Unternehmen wie die Sektkellerei Schloss Wachenheim oder der Kunststoffhersteller Simona - allerdings nur in homöopathischen Dosen.

Noch kleiner wird es im EastX, im Index für Ostdeutschland. Gerade einmal zwei Unternehmen aus dem SDAX finden sich dort: Carl Zeiss Meditec und ­Jenoptik. Die weiteren Aktien notieren an der Deutschen Börse unterhalb der DAX-Familie.

Dominanz begrenzen

Die Titel in den Indizes sind nicht gleichmäßig verteilt. Unternehmen mit hohem Börsenwert haben einen größeren Anteil als Mid Caps und Small Caps. Um die größten Konzerne nicht übermächtig werden zu lassen, gibt es aber eine Obergrenze: Maximal 20 Prozent darf ein Wert beisteuern. Trotz dieser Kappung sind die Indizes sehr kopflastig. Die drei gewichtigsten Aktien machen bei acht der neun Indizes jeweils 50 bis 60 Prozent aus, einzig beim Kursbarometer für Schleswig-Holstein und Hamburg kommt das Top-Trio lediglich auf 45 Prozent.

Diese Verteilung führt das Manko der Regionalindizes deutlich vor Augen: Sie sind zu wenig diversifiziert. Bereits die Beschränkung auf zehn Werte verursacht Bauchschmerzen, weil dies nicht für eine ausreichende Streuung des investierten Kapitals sorgt. Die Dominanz der größten Werte gibt dem Ganzen eine zusätzliche Unwucht.

Etwas breiter aufgestellt sind die Indizes, die von regionalen Finanzinstituten ins Leben gerufen wurden. Allerdings gibt es davon lediglich zwei: Nur die Nord/LB für Niedersachsen und die Hamburger Sparkasse für Hamburg veröffentlichen aktuell Daten für regionale Kursbarometer.

Im NISAX20, der von der Deutschen Börse und der Nord/LB herausgegeben wird, sind 20 Unternehmen aus Niedersachsen zu finden. Die größten Positionen sind VW, TUI, Hannover Rück, Continental, Symrise und Sartorius, die ­zurzeit je 13 bis 16 Prozent ausmachen. Viermal jährlich wird das Gewicht der Titel auf 15 Prozent begrenzt, um größere Ungleichgewichte zu verhindern.

Der HASPAX enthält 24 Gesellschaften aus der Metropolregion Hamburg, darunter Beiersdorf, TAG Immobilien und Freenet. Wie der NISAX20 repräsentiert er einen Querschnitt der regionalen Wirtschaftsstruktur und dient als Orientierungshilfe für Investoren.

Viel mehr als ein Gradmesser für die Börsenentwicklung niedersächsischer oder Hamburger Unternehmen sind beide Indizes allerdings nicht. Denn eine Möglichkeit, den NISAX20 oder den HASPAX über ein einzelnes Wertpapier zu kaufen, besteht nicht.

Geringe Streuung

Doch immerhin halten sich beide Indizes stabil am Markt. Auch für die beiden Bundesländer mit der stärksten Präsenz an DAX-Konzernen gab es einst Indizes lokaler Finanzinstitute. So bildete der BayX30 die Entwicklung der 30 größten bayerischen Aktiengesellschaften ab, der NRW-MIX die 50 größten Gesellschaften in Nordrhein-Westfalen, die nicht im DAX vertreten waren. Doch beide Kursbarometer sind von der Bildfläche verschwunden: Der BayX30 existierte nur von 2001 bis 2009, der NRW-MIX von 2007 bis 2015.

Anleger sollten es sich gut überlegen, ob sie in einen regionalen Index einsteigen. Die Streuung ist gering, und wer örtliche börsennotierte Mittelständler unterstützen möchte, kauft besser deren Aktie, anstatt zu Zertifikaten zu greifen, in denen sie nur einen Bruchteil ausmachen. Zumal das preiswerter ist als die 1,5 Prozent Verwaltungsgebühr, die bei den Zertifikaten anfällt. Wer sein Depot dennoch um regionale Indexpapiere ergänzen möchte, sollte bestimmte Kursbarometer vorziehen (siehe Investor-Info unten). Die Empfehlungen der Redaktion laufen deshalb unter dem Motto: Wenn es einzelne Regionen sein müssen, dann diese.

Investor-Info

Ariva-BayX-Zertifikat
Solide

Wer einen soliden Mix deutscher Konzerne sucht, ist beim Zertifikat auf den BayX richtig. In dem Index, der bayerische Aktien abdeckt, stecken neun DAX-Konzerne, unter anderem Siemens, Allianz und Adidas. Mit Wirecard ist ein Techwert enthalten, MTU Aero bringt als MDAX-Titel eine Wachstumsstory mit.

Ariva-NOX-Zertifikat
Ausgewogen

Der NOX, der Index für Schleswig-Holstein und Hamburg, ist ausgewogener als die ­anderen regionalen Kursbarometer. Eine ­Aktie stammt aus dem DAX, sieben aus dem MDAX, zwei aus dem SDAX. Die Schwergewichte sind ­weniger dominant und selbst der kleinste ­Titel hat ein signifikantes Gewicht.

Ariva-BERX-Zertifikat
Heiß

Berlin ist das Zentrum der deutschen Start-up-Szene. Folgerichtig enthält das Zertifikat auf den Regionalindex BERX viele Internetfirmen. Besonders hoch gewichtet sind Zalando und Delivery Hero, auch Rocket Internet ist prominent vertreten. Durch diesen Fokus ist der Index eine ziemlich heiße Angelegenheit.





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Bildquellen: Wolfgang Filser/iStock, www.FooTToo.de/iStock

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