Grönland und Kanada?: Trump provoziert mit Fotomontagen

20.01.26 11:21 Uhr

WASHINGTON/DAVOS (dpa-AFX) - US-Präsident Donald Trump hat mit einer Fotomontage deutlich gemacht, dass er neben Grönland auch Kanada unter die Kontrolle der Vereinigten Staaten bringen will. Auf seiner Online-Plattform Truth Social veröffentlichte der Republikaner zwei Fotomontagen: Auf einem der Bilder wird Trump im Oval Office mit europäischen Staats- und Regierungschefs und einem Plakat gezeigt, auf dem neben den USA auch Venezuela, Grönland und Kanada in US-Flagge dargestellt werden.

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In der Vergangenheit hatte Trump bereits mehrfach öffentlich mit dem Gedanken gespielt, Kanada unter US-Kontrolle zu bringen. So solle das Nachbarland Teil der Vereinigten Staaten und der "51. Bundesstaat" werden. Der kanadische Premierminister Mark Carney hatte Trumps territorialen Ambitionen vergangenen Mai eine klare Absage erteilt.

Bei dem Originalbild hatten sich unter anderem EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen, der britische Premierminister Keir Starmer und die italienische Ministerpräsidentin Giorgia Meloni im August mit Trump im Oval Office getroffen und über Lösungen im Ukraine-Krieg gesprochen.

Auf einem zweiten von Trump am Dienstag geteilten Foto ist der US-Präsident bei der Eroberung Grönlands dargestellt. Auf einem Schild ist "Grönland - US-Territorium, gegründet 2026" zu lesen. Neben Trump sind auch US-Vizepräsident JD Vance und US-Außenminister Marco Rubio zu sehen.

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Trump: "Es gibt kein Zurück"

Trump hatte zuvor bekräftigt, dass die zu Dänemark gehörende Insel Grönland "von entscheidender Bedeutung" für die internationale Sicherheit und die nationale Sicherheit der USA sei. "Es gibt kein Zurück - darin sind sich alle einig!", schrieb Trump. Er will Dänemark dazu bringen, den USA die Arktisinsel zu verkaufen. Deutschland und weitere Staaten hatten daraufhin als Zeichen der Solidarität mit Dänemark Soldaten zu einer Erkundungsmission nach Grönland geschickt.

In Venezuela war das US-Militär zum Jahresbeginn eingedrungen und hatte den autoritären Staatschef Nicolás Maduro festgenommen und außer Landes gebracht. Trump will die Ölindustrie in dem südamerikanischen Land hochfahren und verspricht sich davon große Gewinne, die dem venezolanischen Volk und den USA zugutekommen sollen./ngu/DP/mis