04.11.2016 23:00

Aves One AG: Starkes Wachstum mit hohen Margen

Interview: Aves One AG: Starkes Wachstum mit hohen Margen | Nachricht | finanzen.net
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Die in Hamburg ansässige Aves One AG vermietet und vermarktet Bahnwaggons, Seecontainer und Tankcontainer. Über das Geschäft mit Logistik-Equipment und die geplante Kapitalerhöhung sprach finanzen.net mit Jürgen Bauer, Vorstand Aves One AG.
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Finanzen.net: Die Aves One AG sieht sich als aktiver Bestandshalter von Logistik-Equipment. Wie sieht das Geschäftsmodell Ihrer Gesellschaft konkret aus?
Jürgen Bauer:
Der Fokus der Geschäftstätigkeit der Aves One AG basiert auf der Bestandshaltung von mobilem Logistik-Equipment. Investitionsschwerpunkte sind die Bereiche Container, Rail und Special Equipment. Dabei investieren wir in nachhaltige Assets mit stabilen Cashflows in liquiden Märkten. Die Assets werden in Abstimmung mit darauf spezialisierten Managern vermietet. Aufgrund unseres Markt-Know-hows haben wir sehr gute Zugänge zum Equipment-Markt und zu den entsprechenden Assets. Durch die enge Zusammenarbeit mit unseren zuverlässigen Finanzierungspartnern waren und sind wir in der Lage kurzfristig relevante Projekte umzusetzen. Am Ende liegt der Fokus auf langfristigen und stabilen Cashflows mit überdurchschnittlicher Profitabilität.


Mit der Bestandshaltung von Logistik-Equipment wurde erst 2013 begonnen. Wie hat es sich seither mit Blick auf die fundamentalen Rahmendaten entwickelt?
Begonnen haben wir 2013 mit Erwerb von Seecontainern im Wert von rund 23 Mio Euro. Nachdem wir dann 2014 Institutionelle Investoren, Pensionskassen und Versorgungswerke als Finanzierungspartner gewinnen konnten, ist es uns gelungen unseren Asset Bestand stark auszubauen. Bis zum 30.06. 2016 auf rund 430 Mio. Euro. Ab dem Jahr 2015 haben wir damit begonnen, neben Containern auch Railequipment mit in den Bestand aufzunehmen. Durch die jüngste Übernahme der ERR haben wir nun ein nahezu ausgeglichenen Portfoliomix zwischen Container und Rail.

Wie stark reagiert Ihr Geschäft auf konjunkturelle Schwächephasen und welche Ihrer insgesamt vier Geschäftsbereiche betrachten Sie als besonders wachstumsträchtig?
Natürlich ist unser Geschäftsmodell im weitesten Sinne abhängig von der Konjunktur. Wir sind aber keine zyklische Gesellschaft, die sofort auf Schwankungen der Konjunktur reagiert. Egal ob Container oder Güterwagen, wir bzw. unsere Manager schließen mit unseren Mietern ja meist mehrjährige Verträge ab. Selbst wenn dann das Logistik-Equipment kurzfristig nicht benötigt wird, bekommen wir unsere Mieteinnahmen. Daher haben wir auch ein hohes Maß an Planungssicherheit, was die Mieteinnahmen angeht. In welchen unserer vier Geschäftsbereiche besonders wachsen wollen, lässt sich langfristig nicht beantworten. Aktuell haben wir unseren Fokus mehr auf den Rail- und den Special-Equipment-Bereich gelegt. Da wir aber immer nach Opportunitäten schauen, kann sich diese Aussage schnell wieder ändern.


Welche Transportart bietet für Ihr Geschäftsmodell derzeit die attraktiveren Perspektiven, Schiene oder Seeweg?
Wir sind ja kein Transportunternehmen. Wir bieten den Gesellschaften dieser Branche "nur" unser Equipment an. Beide Bereiche sind auf Ebitda-Basis profitabel. Im Containersegment vor Konzernkosten liegt unsere Ebitda-Marge bei rund 60 Prozent, beim Ebit bei rund 40 Prozent. Im Railbereich ist die Ebitda-Marge sogar bei über 75 Prozent und die Ebit-Marge bei ca. 50 Prozent. Sowohl im Container- als auch im Railbereich wächst der Markt für Vermietung von Logistik-Equipment. Dabei profitieren wir von Trends in den einzelnen Branchen. Bei den Staatsbahnen spielt uns die Liberalisierung des europäischen Bahnmarktes, die leeren Staatskassen und die notwendige Modernisierung bzw. Ersatzinvestitionen in die bestehende Güterwagenflotte in die Karten. Bei den Reedereien gibt es ebenfalls Branchentrends die gut für unser Geschäft sind. Das Überangebot an Schiffen führt zu fallenden Frachtraten und somit zu finanziellen Engpässen bei den Schifffahrtsgesellschaften. Mit der Folge, dass sie sich dann mehr auf ihr Kerngeschäft "Schiffe" konzentrieren und Container anmieten.

Im ersten Halbjahr 2016 fiel bei Aves One ein Verlust von 5,9 Millionen Euro an. Wann rechnen Sie mit schwarzen Zahlen und welchen Geschäftsausblick stellen Sie Ihren Anteilseignern derzeit in Aussicht?
Es ist offensichtlich, das sich die Aves One AG in einer starken Wachstumsphase befindet und natürlich wurden, um sich entsprechend auf den Kapitalmarkt vorzubereiten, Strukturen aufgebaut. Diese haben zu einer Holdingkosten in Höhe von rund 3 Mio. Euro geführt, die aber trotz des geplanten Wachstums nicht mehr weiter ansteigen sollten. Unsere guten operativen Margen habe ich ja schon erwähnt. Und, wie bereits schon kommuniziert, ist ja ein starkes Wachstum, durch den Ausbau des Asssetbestandes bis zum Jahr 2020 bis auf 1 Milliarde Euro, geplant. Zusätzlich wird durch Optimierung der Refinanzierung die Profitabilität des Unternehmens nachhaltig gestärkt. Bei Finanzverbindlichkeiten von über 400 Mio. Euro liegt hier ein großer Hebel.


Die Aves One AG hat Anfang September eine Kapitalerhöhung beschlossen und will diese in den nächsten Tagen durchführen. Wie sehen die Konditionen aus und wofür soll das frische Kapital konkret verwendet werden?
Der Bezugspreis für die insgesamt 2,97 Mio. Aktien wurde auf EUR 6,00 je Aktie festgelegt. Zusätzlich besteht noch die Möglichkeit über einen Greenshoe, bei dem die Stücke ebenfalls aus einer Kapitalerhöhung stammen, weitere 297.00 Aktie zu platzieren. Die Angebotsfrist über die Zeichnungsbox der Frankfurter Wertpapierbörse läuft bereits und endet voraussichtlich am 18. November 2016. Interessierte Anleger haben somit die Möglichkeit, die Aktien der Aves One AG unter der Interims-ISIN DE 000 A2D A6C 1 (WKN A2D A6C) über ihre depotführende Bank zu zeichnen. Die Notiz aller Aktien der Aves One AG unter der ISIN DE 000 A16 811 4 (WKN A16 811) erfolgt voraussichtlich am 28. November 2016 im Regulierten Markt (Prime Standard) an der Frankfurter Wertpapierbörse sowie dem regulierten Markt der Börsen Hamburg und Hannover. Der Emissionserlös soll zur Finanzierung des Wachstums des Aves One-Konzerns und im Wesentlichen zur Steigerung des gemanagten Assetvolumens durch Zukäufe von Portfolios an mobilem Logistik-Equipment oder zur Refinanzierung bestehender Verbindlichkeiten verwendet werden. Ebenso sollen durch einen vermehrten Einsatz von Eigenkapital die Finanzierungskosten weiter gesenkt und der Anteil an der klassischen Bankfinanzierung am Gesamtfinanzierungsvolumen erhöht werden.

Vielen Dank für das Gespräch, Herr Bauer.

Zur Person:
Jürgen Bauer ist seit September innerhalb des Vorstands für den Railbereich der Aves One AG verantwortlich. Herr Bauer verfügt über eine mehr als 26-jährige Erfahrung im Railbereich. Neben seiner Tätigkeit bei der Aves One AG ist Herr Bauer auch im Executive Board der europäischen Branchenvertretung UIP tätig.
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