Novo Nordisk-Aktie schwankt nach US-Start der Abnehmpille: JPMorgan warnt vor Umsatzrückgang

Die Wegovy-Abnehmpille von Novo Nordisk ist nun flächendeckend erhältlich - zunächst trieb das den Aktienkurs deutlich nach oben. Doch Analysten warnen vor Umsatzrückgängen.
Werte in diesem Artikel
• Wegovy-Pille flächendeckend in den USA erhältlich
• Abnehmpille soll Anlegervertrauen zurückbringen
• Analysten warnen vor Umsatzrückgang 2026
Zwei Wochen nach der US-Zulassung ist die neue Wegovy-Abnehmpille von Novo Nordisk nun landesweit erhältlich. Laut Pressemitteilung vom 5. Januar ist das orale GLP-1-Medikament bei mehr als 70.000 Apotheken wie CVS und Costco sowie bei Telemedizinanbietern wie Ro, LifeMD, Weight Watchers, NovoCare Pharmacy und GoodRx verfügbar.
Die Ankündigung sorgte zunächst für deutliche Kursgewinne: An der Heimatbörse in Kopenhagen stieg die Novo Nordisk-Aktie am Montag um 4,99 Prozent auf 346,75 DKK und legte am Dienstag weitere 4,99 Prozent auf 364,05 DKK zu. Am Mittwoch verlangsamte sich die Rally jedoch: Der Anteilsschein notierte an der Börse in Kopenhagen letztlich 0,64 Prozent höher bei 366,40 DKK.
Wegovy-Pille: Preisgestaltung und Wirksamkeit
Die Wegovy-Tablette wird in der Anfangsdosis von 1,5 mg für 149 US-Dollar pro Monat angeboten, heißt es in der Pressemitteilung. Höhere Dosierungen, etwa 4 mg, bleiben bis zum 15. April 2026 ebenfalls zu diesem Preis erhältlich, danach steigt der Preis auf 199 Dollar. Die Spitzenmengen von 9 und 25 mg sollen 299 Dollar pro Monat kosten. Studien zeigen laut Unternehmensangaben, dass Patienten über 64 Wochen durchschnittlich 16,6 Prozent ihres Körpergewichts verlieren, wenn die Einnahme mit einer kalorienreduzierten Diät und gesteigerter Bewegung kombiniert wird.
Start der Abnehmpille soll Anlegervertrauen zurückbringen
Für Novo Nordisk ist der erfolgreiche Start der Wegovy-Pille entscheidend, um das Vertrauen der Anleger wiederzugewinnen. Das vierte Quartal 2025 war von erheblichen Rückschlägen geprägt, vor allem durch das Scheitern der Alzheimer-Studien EVOKE und EVOKE+ im November 2025. Diese Enttäuschungen hatten kurzfristige Hoffnungen auf eine Diversifizierung des Geschäftsmodells im Bereich Neurologie zunichtegemacht.
Unter der Leitung des neuen CEO Mike Doustdar konzentriert sich der Konzern nun wieder voll auf seine Kernkompetenzen. Berichte über eine politische Unterstützung durch Initiativen wie "TrumpRx" deuten darauf hin, dass das neue Preismodell auf regulatorischer Ebene flankiert wird. Ziel sei es, drohende Patentabläufe in den 2030er Jahren durch eine maximale Steigerung der Verschreibungszahlen auszugleichen.
Analysten warnen vor Umsatzrückgang
Trotz der breiten Verfügbarkeit trüben Prognosen die Stimmung am Markt. Wie dpa-AFX berichtet schätzt Richard Vosser von JPMorgan den Umsatz der Wegovy-Pille in den USA für 2026 auf rund 750 Millionen US-Dollar. Gleichzeitig erwartet der Experte jedoch einen Rückgang von 10 bis 15 Prozent im laufenden Jahr: Voraussichtliche Preisrückgänge dürften von steigenden Volumina nicht ausgeglichen werden.
Im Mittelpunkt liegt nun der Bericht zum vierten Quartal, der Anfang Februar erwartet wird. Sollten doch hohe Absatzwerte nachgewiesen werden, könnten auch derzeit zurückhaltende Analystenbewertungen nach oben korrigiert werden - was wiederum neuen Schwung an der Börse bringen könnte.
Redaktion finanzen.net
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