Kalifornien trotzt Trump: Kooperation mit WHO-Netzwerk

24.01.26 14:22 Uhr

SACRAMENTO (dpa-AFX) - Der US-Bundesstaat Kalifornien will die Zusammenarbeit mit der Weltgesundheitsorganisation (WHO) auch nach dem Austritt der USA demonstrativ fortsetzen. Der demokratische Gouverneur Gavin Newsom, ein Widersacher von Präsident Donald Trump, kündigte die Teilnahme an einem Netzwerk von Institutionen zur schnellen Erkennung und Bekämpfung von Gesundheitsgefahren von internationaler Bedeutung an. Die WHO koordiniert dieses Netzwerk namens GOARN (Global Outbreak Alert and Response Network).

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Newsom setzt damit ein weiteres Zeichen in seiner Opposition zu Trump. Was die kalifornische Regierung allerdings genau vorhat, ist unklar. Denn in dem Netzwerk sind Fachinstitute und Organisationen vertreten, keine Staaten oder Regierungen. "Die Teilnahme an GOARN steht gemeinnützigen Einrichtungen und Organisationen weltweit und auf allen Ebenen offen, die ein Interesse an der Förderung der GOARN-Vision haben und in der Lage sind, zu Warn- und Reaktionsmaßnahmen bei Notfällen im Bereich der öffentlichen Gesundheit beizutragen", heißt es auf der Webseite.

Auch Robert Koch-Institut im Netzwerk

Tatsächlich kooperieren in dem Netzwerk laut Webseite mehrere US-Institute, darunter Universitäten, andere Forschungseinrichtungen und die nationale Gesundheitsbehörde CDC. Aus Deutschland sind ebenfalls Universitätsinstitute dabei. In prominenter Rolle ist das auch das Robert Koch-Institut in Berlin. Es ist für die Erkennung, Verhütung und Bekämpfung von Krankheiten zuständig. Es bildet im Rahmen des Netzwerks Gesundheitspersonal aus anderen Ländern weiter, damit dort Krankheitsausbrüche besser bewältigt werden können.

Die USA hatten 2025 als erstes Land der Welt ihren Austritt aus der 1948 gegründeten WHO angekündigt. Diese Woche wurde der Austritt wirksam. Die WHO hat jetzt noch 193 Mitgliedsländer. Trump hatte staatlichen US-Instituten vor einem Jahr die weitere Zusammenarbeit mit der Organisation untersagt. Er wirft ihr Korruption, Ineffizienz und Einknicken unter politischem Druck etwa von China vor./oe/DP/zb