Kiel Institut: EZB sollte Devisenmarktintervention in Betracht ziehen
Von Hans Bentzien
DOW JONES--Die Europäische Zentralbank (EZB) solle nach Aussage von Lena Dräger, Direktorin Monetäre Makroökonomie am Kiels Institut für Weltwirtschaft, eine Devisenmarktintervention zur Schwächung des Euro in Betracht ziehen, "um die Marke von 1,20 US-Dollar pro Euro als Obergrenze zu halten". "Um keinen weiteren Effekt auf die Liquidität in der Eurozone zu entfalten, sollten die Geschäfte mit gegenläufigen Wertpapiertransaktionen ausgeglichen werden. Gegebenenfalls wäre eine Koordination mit der Schweizer Nationalbank sinnvoll, da der Schweizer Franken ebenfalls zum US-Dollar aufgewertet hat. Dies würde verhindern, dass es zu Verwerfungen im Euro-Franken-Wechselkurs kommt", schreibt sie.
Die Marke von 1,20 US-Dollar für einen Euro, die kürzlich überschritten worden sei, gelte als Grenze, ab der die Effekte der Euro-Aufwertung stärker auf die Wirtschaftsentwicklung in der Eurozone wirkten. "Insbesondere die exportorientierte deutsche Wirtschaft leidet unter einem starken Euro, während gleichzeitig günstigere Importe die Inflationsrate in der Eurozone insgesamt unter das Inflationsziel drücken könnten", gibt sie zu bedenken.
Während eine Leitzinsanpassung aufgrund der stabilen Inflationsentwicklung momentan nicht erforderlich scheine, würde eine temporäre Wechselkursstabilisierung sowohl die Inflationsrate als auch das Wirtschaftswachstum im Euroraum unterstützen.
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February 05, 2026 06:13 ET (11:13 GMT)