US-Starinvestor Bill Gross warnt: Risikolevel im Markt ist höher als vor der Finanzkrise

Die Riege der Experten, die vor einem Ende der Rally an den Märkten warnen und den Aktienmarkt für heiß gelaufen halten, ist um einen prominenten Namen größer geworden: Fonds-Guru Bill Gross schätzt das Risiko als beträchtlich ein.
Die US-Märkte legen seit Monaten eine ungebremste Rally aufs Parkett. Die Top-Indizes werden auf Rekordniveau gehandelt, viele Aktien haben historische Höchststände erreicht. Doch die Rally wird nicht ewig andauern - und der Kreis derer, die schon bald den Crash kommen sehen, wird immer größer.
"Das Risiko ist zu hoch"
Auch Fondsmanager Bill Gross schaut mit Sorge auf die anhaltende Marktrally, nachdem er im März bereits vor einer massiven Kreditblase gewarnt hatte. Auf der Bloomberg Invest New York äußerte der 73-Jährige, dass das Risikolevel im derzeitigen Marktumfeld höher sei als vor Ausbruch der Finanzkrise im Jahr 2008. "Anstatt günstig zu kaufen und teuer zu verkaufen, kaufen Investoren bei hohen Kursen und drücken dann die Daumen", so der Marktexperte.
Kritik an Fed & Co.
Für diese Entwicklung macht Gross insbesondere die Zentralbanken und ihre Politik verantwortlich. Die Währungshüter würden mit Niedrig- und Negativzinsen für einen künstlichen Anstieg der Vermögenspreise sorgen. Zeitgleich würde aber in der Realwirtschaft nur wenig Wachstum erzielt - den Schaden hätten dann Sparer, Banken und Versicherungsunternehmen, so Bill Gross weiter. In einem Interview mit "Bloomberg TV" untermauerte er seine Kritik: Die Zentralbanken würden Geld ins System pumpen, das irgendwo hin müsse. Investoren hätten dann die Wahl zwischen schwach verzinsten Anleihen oder überteuerten Aktien.
Bereits in der Vergangenheit war Bill Gross mit den Zentralbanken hart ins Gericht gegangen und hatte viele ihrer Maßnahmen kritisiert. Ihre Strategien seien "unlogisch", die "unorthodoxen Maßnahmen erfolglos". Die Annahme vieler Notenbanken, dass ein niedriger Zinssatz schlussendlich dazu führen werde, dass der gute Lauf der Finanzmärkte auf die Realwirtschaft durchschlagen wird, sei nicht zu halten, hatte der Anleihe-Guru bereits im vergangenen Jahr erklärt.
Investieren ist alternativlos
Doch obwohl er sich angesichts des hohen Marktniveaus besorgt zeigt, fühle er sich verpflichtet, weiter investiert zu bleiben. Dabei glaubt er insbesondere, dass einige geschlossene Fonds im aktuellen Umfeld noch Werte schaffen könnten. Darüber hinaus habe er zwei bis drei Prozent in ETFs investiert, um Rendite zu erzielen und zeitgleich für Diversifikation zu sorgen.
Bill Gross ist bei Janus Henderson Global Investors tätig, einer Fondsgesellschaft, die aus der Fusion von Janus Capital und Henderson Global hervorgegangen ist. Die Branchengröße verwaltet ein Vermögen von mehr als 320 Milliarden US-Dollar.
Redaktion finanzen.net
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Bildquellen: Figge Photography/Janus Capital Group, Janus Capital Group