MÄRKTE EUROPA/Auf die Aussagen Trumps folgen Gewinnmitnahmen

12.01.17 10:41 Uhr

   Von Benjamin Krieger

   FRANKFURT (Dow Jones)--Aktienverkäufe im Pharmasektor belasten am Donnerstag im frühen Handel die europäischen Börsen. Der Pharmasektor verliert 2 Prozent und mit ihm gibt auch der Dax um 0,6 Prozent auf 11.574 Punkte nach. Grund für die negative Kursreaktion des Sektors an der Wall Street am Vortag seien vor allem die Aussagen des neuen US-Präsidenten Donald Trump gewesen, kurz nach seinem offiziellen Amtsantritt "Obamacare" durch ein neues eigenes Programm zu ersetzen, sagt ein Händler. "Wie nicht anders zu erwarten, drückte dies massiv auf den Gesundheitssektor, angeführt von den Biotech-Werten".

   Im TecDax enthaltene Biotech-Aktien wie Evotec, MediGene und MorphoSys verlieren zwischen 1,7 und 4,5 Prozent. Bei den Großen der Pharmaindustrie wie Astrazeneca, Glaxosmithkline, Roche, Novartis und Sanofi reichen die Kursverluste von 0,7 bis zu 2,6 Prozent. Ein Händler berichtet, an der Wall Street hätten vor allem Hedgefonds Pharma-Aktien in großem Stil verkauft. Die deutschen Pharmawerte FMC, Fresenius und Merck KGaA verlieren zwischen 0,9 und 1,8 Prozent.

   Der Euro-Stoxx-50 handelt 0,5 Prozent niedriger bei 3.291 Punkten. "Die Trump-Rede gestern Abend hat nicht die erhofften Impulse geliefert", sagt ein Händler. Ein klarer roter Faden für die künftige Ausgestaltung der US-Politik sei nicht erkennbar gewesen. Konkrete Investitionspläne jenseits eines Mauerbaus gen Mexiko habe es nicht gegeben.

   Der Dollar neigt nach den Aussagen Trumps weiter zur Schwäche. Den Euro hat es mit 1,0657 Dollar wieder deutlich über die Marke von 1,06 getrieben. Das ist der höchste Kurs seit vier Wochen. Hier vermissen die Marktakteure Aussagen zur künftigen Fiskal- und Wirtschaftspolitik: "Wer sich von der gestrigen Pressekonferenz des künftigen US-Präsidenten neue Details zu seinen Wirtschaftsplänen erhofft hat, wurde enttäuscht", sagt Thu Lan Nguyen von der Commerzbank.

   Im weiteren Tagesverlauf könnten allerdings die Reden von vier Gouverneuren der US-Notenbank die Wechselkurse bewegen. Fed-Präsidentin Janet Yellen steht am Freitag auf der Agenda. Devisenhändler hoffen auf klare Aussagen zum künftigen Zinspfad in den USA.

Starke Zahlen von Richemont lösen Käufe in Luxusbranche aus In Zürich springen Richemont um 7,7 Prozent nach oben. Der Hersteller von Luxusuhren und Schmuck hat den Umsatz im wichtigen Weihnachtsquartal um 5 Prozent gesteigert und damit die Erwartungen übertroffen. Louise Singlehurst von Morgan Stanley beispielsweise hatte mit einem Plus von lediglich 3,6 Prozent gerechnet. Andere Titel aus der Luxusbranche wie Swatch, LVMH oder Kering legen ebenfalls zu.

   In London verlieren Tesco 2,5 Prozent. Zwar hat der britische Einzelhändler im Schlussquartal 2016 den Umsatz um 1,5 Prozent erhöht; gute Quartalszahlen der Wettbewerber William Morrison und J. Sainsbury hatten jedoch auch den Tesco-Kurs zuletzt bereits nach oben getrieben. Marks & Spencer legen um 1,4 Prozent zu. Die Modekette hat den Absatz außerhalb Großbritanniens um fast 20 Prozent gesteigert.

   Die Käufe bei RWE und Eon, die um 1 bzw. 2 Prozent zulegen, führen Händler auf deren Status als "Nachzügler" zurück. Die Kurse der beiden Stromkonzerne sind seit August vergangenen Jahres eingebrochen. Der Kurs der Eon-Tochter Uniper legt um 2,7 Prozent zu, gestützt von einer Kaufempfehlung von Goldman Sachs.

   Südzucker verteuern sich um 2,6 Prozent, nachdem das Unternehmen die Gewinnspanne für das Geschäftsjahr 2016/2017 nach oben geschraubt hat. Christian Bruns von der Equinet Bank spricht von einem "überzeugenden dritten Quartal". Zudem unterschätze der Markt die Erholung der Gewinne im Zuckergeschäft.

   Papiere des Automobilzulieferers Hella steigen um 1,7 Prozent, nachdem das Unternehmen die Ziele für Umsatz und Gewinn im laufenden Turnus bekräftigt hat. Eine Kaufempfehlung der Berenberg Bank mit einem höheren Kursziel treibt die Aktien der Hamburger Kupferschmiede Aurubis um 3,3 Prozent nach oben.

=== INDEX zuletzt +/- % absolut +/- % YTD Euro-Stoxx-50 3.291,18 -0,51 -16,76 0,02 Stoxx-50 3.024,65 -0,63 -19,15 0,47 DAX 11.573,60 -0,62 -72,57 0,81 MDAX 22.281,99 -0,37 -82,11 0,42 TecDAX 1.828,72 -1,01 -18,63 0,94 SDAX 9.680,08 -0,42 -41,00 1,69 FTSE 7.271,66 -0,26 -18,83 1,80 CAC 4.863,29 -0,52 -25,42 0,02

Bund-Future 164,12 0,52 -0,01

DEVISEN zuletzt +/- % Do, 8.14 Uhr Mo, 17.15 Uhr % YTD EUR/USD 1,0657 +0,27% 1,0629 1,0564 +1,3% EUR/JPY 121,3639 -0,25% 121,6645 123,05 -2,9% EUR/CHF 1,0733 -0,02% 1,0735 1,0734 +0,2% EUR/GBP 0,8663 -0,10% 0,8688 1,1518 +1,6% USD/JPY 113,87 -0,53% 114,48 116,48 -2,6% GBP/USD 1,2302 +0,72% 1,2214 1,2170 -0,3%

ROHOEL zuletzt VT-Settl. +/- % +/- USD % YTD WTI/Nymex 52,52 52,25 +0,5% 0,27 -2,2% Brent/ICE 55,56 55,1 +0,8% 0,46 -2,1%

METALLE zuletzt Vortag +/- % +/- USD % YTD Gold (Spot) 1.205,31 1.191,54 +1,2% +13,77 +4,7% Silber (Spot) 16,92 16,73 +1,1% +0,19 +6,2% Platin (Spot) 987,95 972,25 +1,6% +15,70 +9,3% Kupfer-Future 2,65 2,61 +1,4% +0,04 +5,7% === Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

   DJG/bek/ros

   (END) Dow Jones Newswires

   January 12, 2017 04:09 ET (09:09 GMT)

   Copyright (c) 2017 Dow Jones & Company, Inc.- - 04 09 AM EST 01-12-17

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