Marktbericht

Neuen Rekord knapp verfehlt: DAX schließt am Montag dennoch über 17.000-Punkte-Marke - Analyst mahnt zur Vorsicht

12.02.24 17:37 Uhr

Börse Frankfurt: DAX beendet Handel über 17.000-Punkte-Marke - Rekord bleibt aus - US-Inflation und Fed im Blick | finanzen.net

Zum Wochenstart waren Pluszeichen beim deutschen Leitindex auszumachen.

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An der Kurstafel des DAX stand zu Beginn der Montagssitzung ein Zuschlag von 0,29 Prozent auf 16.975,99 Punkte, während auch anschließend ein Plus zu Buche steht. Im Tageshoch lugte das Börsenbarometer mit 17.032,65 Punkten über die psychologisch wichtige Marke von 17.000 Einheiten. Letztendlich ging es um 0,65 Prozent nach oben auf 17.037,35 Punkte.

Während in den USA die wichtigsten Indizes ihre Rekordläufe bislang fortsetzten, war der deutsche Leitindex nach seinem Rekordhoch am vergangenen Dienstag bei rund 17.050 Punkten nicht mehr nachhaltig über die runde Marke hinausgekommen. Zu Wochenbeginn waren die Impulse für deutsche Aktien außerdem rar, denn in Asien blieben die wichtigsten Börsen aufgrund von Feiertagen geschlossen und wichtige Konjunkturdaten standen ebenfalls keine an.

"Die Marke von 17.000 Punkten bereitet dem DAX derzeit mehr Probleme, als sich das viele Marktteilnehmer vorgestellt haben", schrieb Chartanalyst Christoph Geyer am Morgen. Die positiven US-Vorgaben sollten ihm zufolge aber Rücksetzer verhindern.

Impulse für neues Rekordhoch

Es bleibt abzuwarten, von welcher Seite die Impulse für den DAX letztlich kommen werden - und ob sie stark genug sind, den deutschen Leitindex aus seiner zuletzt engen Spanne zu reißen. Denn derzeit hat sich der DAX laut Martin Utschneider, technischer Analyst bei Finanzethos, auf Rekordniveau geradezu "festgebissen". Die Widerstände lägen zwischen 17.005 und dem Rekordhoch knapp unter 17.050 Punkten. Auf der Unterseite liege etwas unter 16.800 Punkten eine "beachtenswerte charttechnische Auffanglinie". Allgemein sei in der aktuellen Situation "Geduld weiterhin gefragt".

Optimistische Grundstimmung

Auslöser für die unverändert optimistische Grundstimmung an den Aktienmärkten sind die mehr oder weniger solide US-Konjunktur, der nachlassende Teuerungsdruck und die unverminderte Hoffnung auf eine Zinswende dies- und jenseits des Atlantiks in absehbarer Zeit. Dennoch haben sich laut Analystin Claudia Windt von der Landesbank Helaba die geldpolitischen Spekulationen in den USA angesichts des starken Arbeitsmarktes etwas verschoben.

Wichtige Wirtschaftstermine

Erst am Dienstag dürfte es wieder spannend werden, denn dann wird mit den ZEW-Konjunkturerwartungen ein wichtiger deutscher Frühindikator für die Wirtschaft veröffentlicht. In den USA werden zudem Verbraucherpreise veröffentlicht, die weltweit stark beachtet werden. Die Inflationsdaten der weltgrößten Volkswirtschaft gehören neben den US-Arbeitsmarkt- und anderen wichtigen US-Wirtschaftsdaten zu den wesentlichen Kennziffern, die die US-Notenbank Fed für ihre Zinsentscheidungen zugrunde legt. Der Markt rechnet inzwischen mehrheitlich mit einer ersten Zinssenkung im Mai.

Analyst mahnt zur Vorsicht

"Nach einer Abwärtsrevidierung der Inflation für Dezember blicken Anleger jetzt gebannt auf die Inflationsdaten für Januar", so Jochen Stanzl, Chefanalyst vom Broker CMC Markets gegenüber Reuters. "Durch das zuletzt stoische Festhalten der US-Notenbank an höheren Zinsen für längere Zeit dürften die Teuerungsraten zwar weiterhin beachtet werden. Sie sollten aber gleichzeitig an Schlagkraft verlieren, außer es kommt zu einem überraschenden Ruck nach unten." Stanzl mahnte zur Vorsicht. Die Fed habe klargestellt, dass sie sich nicht durch einmalige Daten beeindrucken lassen werde. Erst eine Verstetigung der Inflation bei zwei Prozent dürfte den Ausschlag für Zinssenkungen geben.

Redaktion finanzen.net / dpa-AFX / Reuters

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