UMS United Medical Systems: Gute Langfristanlage
Börsianer lassen den Vermieter von hochwertigem Medizintechnik-Equipment zu Unrecht links liegen. Was für ein Investment spricht.
von Jens Castner, Euro am Sonntag
Seit sich UMS vor einigen Jahren operativ aus Europa zurückgezogen hat, lassen Börsianer den Wert links liegen. Da half es auch nichts, dass der Firmensitz in Hamburg beibehalten wurde.
Pünktlich zum Eigenkapitalforum im November 2010 gab es für einige Wochen eine kurze Rally, nachdem sich das Unternehmen mit exzellenten Zahlen und einer gelungenen Präsentation wieder ins Gespräch gebracht hatte. Doch die Freude währte nicht lange. Damit ergibt sich zum aktuellen Kurs eine gute Einstiegsgelegenheit für langfristig orientierte Investoren.
UMS vermietet medizinische Apparate, darunter Nierensteinzertrümmerer und radiologisches Equipment mitsamt geschultem Personal tageweise an Kliniken, für die es wegen zu geringer Patientenzahlen nicht lohnt, solche Geräte selbst anzuschaffen. Bildlich gesprochen ist damit in einem kleineren Krankenhaus beispielsweise montags Nierensteinbehandlungstag, dienstags Mammografietag, mittwochs Prostatauntersuchungstag. Geräte und Personal sind daher stets nahezu voll ausgelastet – zum Vorteil für beide Seiten.
Wegen der unterschiedlichen Gesundheitssysteme in Europa und den Vereinigten Staaten setzte sich das Geschäftsmodell auf dem Alten Kontinent nie wirklich durch. In den USA dagegen läuft es wie geschmiert.
Da UMS noch nicht in allen Bundesstaaten vertreten ist, sieht Vorstandschef Jørgen Madsen in den USA noch einiges Wachstumspotenzial, außerdem expandiert das Unternehmen nach Kanada und Lateinamerika. Das jährliche Umsatzwachstum liegt bei fünf bis sieben Prozent und soll in dieser Größenordnung beibehalten werden. Der Ertrag steigt deutlich schneller. Die 40 Cent Gewinn je Aktie des gesamten Vorjahres wurden 2010 mit 46 Cent schon nach drei Quartalen deutlich übertroffen. Fürs Gesamtjahr sollte (je nach Dollarkurs) ein Ergebnis von 55 bis 65 Eurocent je Anteilschein herauskommen. Die Zahlen werden im März veröffentlicht.
Da die Gesellschaft inzwischen schuldenfrei ist, soll künftig jedes Jahr eine ansehnliche Dividende bezahlt werden. Madsen zufolge werden dabei die 30 Cent je Aktie aus dem Vorjahr die Untergrenze bilden. Zusätzlich kauft das Unternehmen kontinuierlich eigene Aktien zurück. Zuletzt wurden 308 700 Aktien (5,7 Prozent des Grundkapitals) eingezogen. Wegen der geringen Börsenumsätze wurde das Rückkaufprogramm im Dezember ausgesetzt, da Unternehmen nicht durch den Erwerb eigener Aktien die Kurse hochtreiben dürfen. Sobald die Aktie entdeckt wird, könnte es jedoch wieder aufgenommen werden. Über 230 000 Aktien können im Rahmen des 2009 beschlossenen Programms noch zurückgekauft werden – Erweiterung nicht ausgeschlossen.
Fazit: Neben dem Dollarrisiko sollten Anleger die Marktenge des Papiers beachten: Nicht einmal die Hälfte der 5,4 Millionen Aktien befindet sich noch in Streubesitz.
