Mieterbund zu Heizungsgesetz: Hohes Kostenrisiko für Mieter

25.02.26 12:54 Uhr

BERLIN (dpa-AFX) - Mieterinnen und Mietern drohen nach Einschätzung des Deutschen Mieterbunds (DMB) starke finanzielle Belastungen durch die von der schwarz-roten Koalition vereinbarte Reform des Heizungsgesetzes. "Vermieter entscheiden über Heizung, Energieträger und Gebäudezustand - die daraus resultierenden Heiz- und Investitionskosten werden aber von den Mietern getragen", erklärte DMB-Präsidentin Melanie Weber-Moritz.

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Moritz sieht kaum Anreize für Vermieter

"Für Vermieter entsteht kein zusätzlicher Anreiz für klimafreundliche Heizungen, aber für Mieter ein hohes Kostenrisiko", so Weber-Moritz. Besonders Menschen mit niedrigerem Einkommen, die in Gebäuden mit hohem Energieverbrauch wohnten, treffe dies.

Die noch von der Ampel-Regierung beschlossene Regelung, wonach jede neu eingebaute Heizung mit 65 Prozent erneuerbaren Energien betrieben werden sollte, soll entfallen. Der Einbau von Gas- und Ölheizungen soll weiter möglich sein, wenn ab 2029 anteilig klimafreundliche Brennstoffe genutzt werden. Im Eckpunktepapier der CDU/CSU- und der SPD-Fraktion heißt es zwar: "Es bedarf einer Regelung zum Schutz der Mieter vor überhöhten Nebenkosten durch den Neueinbau unwirtschaftlicher Heizungen." Weitere Details werden dort aber nicht genannt.

Was der Mieterbund will

Weber-Moritz verlangte: "Im Gesetzesentwurf muss zwingend sichergestellt werden, dass von Vermietern wirtschaftlich sinnvolle Entscheidungen getroffen werden und das Kostenrisiko der Technologieoffenheit nicht auf Mieterinnen und Mieter abgewälzt wird."

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Der Mieterbund wies auf Untersuchungen hin, die darauf hindeuteten, dass Energieträger wie Wasserstoff oder Biogas knapp und teuer würden. Das Heizen mit fossilen Gas- und Ölheizungen wiederum wird durch steigende CO2-Preise und höhere Netzentgelte tendenziell teurer./hrz/DP/jha