MORNING BRIEFING - Deutschland/Europa
Der Markt-Überblick am Morgen, zusammengestellt von Dow Jones Newswires:
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+++++ FEIERTAGSHINWEIS +++++
MONTAG: Die Börsen in den USA bleiben wegen des Feiertags Martin Luther King Day geschlossen.
+++++ TAGESTHEMA +++++
US-Präsident Donald Trump hat angekündigt, Zölle von 10 Prozent auf Importe aus mehreren europäischen Ländern - darunter Deutschland - zu erheben. Damit will er Dänemark unter Druck setzen, Grönland an die USA zu verkaufen. Der Schritt hat das Zeug, ein wegweisendes Handelsabkommen zu kippen, das Trump im vergangenen Jahr mit der EU erzielt hatte und das darauf abzielt, Zölle auf viele US-Exporte zu senken. Führende Politiker einiger der mächtigsten Fraktionen im Europaparlament - das dem Deal zustimmen muss - sagten, Schritte zur vollständigen Umsetzung des Pakts sollten auf Eis gelegt werden. "Zölle würden die transatlantischen Beziehungen untergraben und riskieren eine gefährliche Abwärtsspirale", teilten die beiden Spitzenbeamten der EU - Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und Ratspräsident António Costa - in einer gemeinsamen Erklärung mit. Die EU erwägt laut Financial Times, die USA mit Zöllen von 93 Milliarden Euro zu belegen oder den Zugang für amerikanische Unternehmen zum EU-Markt einzuschränken.
+++++ TAGESTHEMA II +++++
Bayer hat in dem Rechtsstreit um mutmaßliche Krebsrisiken bei seinem Unkrautvernichter Roundup (Glyphosat) einen wichtigen Etappensieg errungen. Der Oberste Gerichtshof der Vereinigten Staaten erklärte, den Berufungsantrag des Konzerns anzunehmen. Konkret geht es um den Fall des Klägers John Durnell aus dem US-Bundesstaat Missouri, dem eine Entschädigung von 1,25 Millionen Dollar zugesprochen worden war. Im Kern geht es um die Frage, ob Bundesrecht die Klagewellen nach einzelstaatlichem Recht ausschließt.
+++++ AUSBLICK UNTERNEHMEN +++++
07:30 DE/Douglas AG, Zwischenbericht
DIVIDENDENABSCHLAG
(bei deutschen Aktien und Aktien aus dem Stoxx- bzw. Euro-Stoxx-50-Index)
Enel: 0,23 Euro
+++++ AUSBLICK KONJUNKTUR +++++
- EU
11:00 Verbraucherpreise Dezember
Eurozone
Vorabschätzung: +0,2% gg Vm/+2,0% gg Vj
zuvor: -0,3% gg Vm/+2,1% gg Vj
Kernrate (ohne Energie, Nahrung, Alkohol, Tabak)
Vorabschätzung: +0,3% gg Vm/+2,3% gg Vj
zuvor: -0,5% gg Vm/+2,4% gg Vj
+++++ ÜBERSICHT FUTURES / INDIZES +++++
Aktuell:
Index zuletzt +/- %
DAX Futures 25.124,00 -1,2%
E-Mini-Future S&P-500 6.916,00 -0,9%
E-Mini-Future Nasdaq-100 25.403,00 -1,1%
Nikkei-225 (Tokio) 53.547,17 -0,7%
Hang-Seng (Hongk.) 26.576,19 -1,0%
Shanghai-Comp. 4.115,03 +0,3%
Vortag:
INDEX zuletzt +/-
DAX 25.297,13 -0,2%
DAX-Future 25.434,00 -0,3%
XDAX 25.310,43 +0,1%
MDAX 31.899,26 -0,1%
TecDAX 3.751,10 -0,5%
SDAX 18.329,35 -0,0%
Euro-Stoxx-50 6.029,45 -0,2%
Stoxx-50 5.127,82 -0,0%
Dow-Jones 49.359,33 -0,2%
S&P-500 6.940,01 -0,1%
Nasdaq-Composite 23.515,39 -0,1%
+++++ FINANZMÄRKTE +++++
EUROPA
Ausblick: Mit einem schwachen Start in die neue Handelswoche rechnen Händler. Die Grönland-Forderungen Trumps sorgen für Verunsicherung. Besonders problematisch sei, "dass gerade heute die US-Börsen geschlossen sind", sagt ein Händler. Denn damit fehle eine wichtige Indikation, wie US-Anleger auf die Eskalation durch die Trump-Administration reagieren: "Trump schaut auf die Börsen, und schwache US-Märkte hätten ihm signalisieren können, dass er auf dem falschen Weg ist" - dieses Regulativ fehle nun. Belastend sei nicht einmal nur die Trump-Drohung mit neuen Zusatzzöllen von 10 Prozent wegen Grönland, sondern dass damit nun die Absegnung des bereits verhandelten US-EU-Zollvertrages auf Eis liege, heißt es. In Europa steht die Revision der Verbraucherpreise für Dezember im Blick. Dazu gibt der Internationale Währungsfonds (IWF) einen Zwischenbericht zum Weltwirtschaftsausblick.
Rückblick: Knapp behauptet - Vor dem Wochenende nahmen Anleger vorsichtshalber ein paar Gewinne mit. Der kleine Verfall an den Terminmärkten spielte wie erwartet keine Rolle. Allgemein positiv wurde der Zolldeal zwischen den USA und Taiwan gewertet. Wie es von der Societe Generale hieß, scheint Taiwan mit dem von 20 auf 15 Prozent gesenkten Zöllen im Gegensatz zu Südkorea und Japan durch das Abkommen mehr Flexibilität zu genießen, was wahrscheinlich auf seine dominante und nahezu monopolistische Stellung im Bereich fortschrittlicher Chips zurückzuführen sei. Novo Nordisk legten um 6,5 Prozent zu, nachdem die britische Gesundheitsbehörde eine höhere Dosierung des Abnehmpräparats Wegovy zugelassen hatte.
DAX/MDAX/SDAX/TECDAX
Knapp behauptet - Klöckner gewannen mit dem Übernahmeangebot von 11 Euro je Aktie durch Worthington Steel 28,2 Prozent auf 11,04 Euro. Henkel (+0,4%) verstärkt sich mit einer Übernahme im Bereich Spezialtapes. ATP sei aber nur ein kleiner Zukauf, hieß es. Für K+S ging es um 4,6 Prozent nach unten. Die Aktie reagierte damit auf einen schwachen Ausblick des Wettbewerbers Mosaic. Daimler Truck gaben 1,2 Prozent nach. Der Absatz 2025 habe im unteren Bereich der Erwartung gelegen, so ein Marktteilnehmer. Die Aktie des Wettbewerbers Traton verlor 0,8 Prozent. Auch andere Automobilaktien wurden gemieden: BMW verloren 1,5 Prozent, VW 1,4 Prozent und Mercedes-Benz 0,9 Prozent. Nach der jüngsten Korrektur erholten sich TKMS um 6,9 Prozent. BASF litten mit einem Minus von 3,7 Prozent unter einem skeptischen Analystenkommentar von Barclays. Auf der anderen Seite stiegen Siemens Energy um 6,3 Prozent und Airbus um 1,1 Prozent. Metzler sah Norma (-6,3%) in der Bringschuld und stufte die Aktie ab.
XETRA-NACHBÖRSE
Bayer gewannen auf Tradegate rund 6,5 Prozent. Das Unternehmen hatte in dem Rechtsstreit um mutmaßliche Krebsrisiken bei seinem Unkrautvernichter Roundup (Glyphosat) einen wichtigen Etappensieg errungen. Der Oberste Gerichtshof der Vereinigten Staaten erklärte, den Berufungsantrag des Konzerns anzunehmen. Ein positives Urteil dämmte die Rechtsstreitigkeiten signifikant ein.
USA - AKTIEN
Knapp behauptet - Vorsicht dominierte unter Anleger vor dem Wochenende. Zudem hatten die jüngsten Aussagen von US-Präsident Donald Trump die Zinssenkungshoffnungen gedämpft. Trump schürte Zweifel an Kevin Hassett als nächstem Fed-Chef, der Vorsitzende des Nationalen Wirtschaftsrats im Weißen Haus galt bisher als aussichtsreichster Kandidat. Im Zuge dessen hatten Anleger ihre Wetten auf Hassett für den Fed-Spitzenposten halbiert. Die Wahrscheinlichkeit, dass der ehemalige Fed-Gouverneur Kevin Warsh nominiert wird, stieg auf 60 Prozent. Händler sehen Hassett als die marktfreundlichere Option als Nachfolger von Powell und glauben, dass er eher als Warsh bereit sein könnte, die Zinsen niedrig zu halten. Gesucht waren teilweise erneut Aktien mit Bezug zu TSMC oder KI, nachdem der taiwanische Chipauftragsfertiger mit starken Geschäftszahlen und einem optimistischen Ausblick die Furcht vor einer KI-Blase vorerst zerstreut hatte. AMD legten 1,7 Prozent zu und Broadcom um 2,5 Prozent. Micron verteuerten sich um 7,8 Prozent, nachdem TSMC-Co-CEO Mark Liu Aktien des Speicherchipherstellers gekauft hatte.
USA - ANLEIHEN
Die Renditen stiegen, was Marktteilnehmer mit nachlassender Zinssenkungsfantasie erklärten nach den jüngsten Aussagen von US-Präsident Trump zur Powell-Nachfolge. Die Zehnjahresrendite stieg um 7 Basispunkte auf 4,22 Prozent.
+++++ DEVISENMARKT +++++
Devisen zuletzt +/- % 0:00 Vortag Fr, 17:15 Uhr % YTD
EUR/USD 1,1629 +0,4% 1,1586 1,1606 -1,3%
EUR/JPY 183,62 +0,4% 182,92 183,32 -0,5%
EUR/CHF 0,9290 -0,0% 0,9292 0,9310 +0,0%
EUR/GBP 0,8682 +0,1% 0,8675 0,8669 -0,7%
USD/JPY 157,91 +0,0% 157,88 157,95 +1,0%
GBP/USD 1,3395 +0,3% 1,3355 1,3388 -0,6%
USD/CNY 7,0016 0% 7,0016 7,0019 -0,3%
USD/CNH 6,9587 -0,1% 6,9671 6,9669 -0,1%
AUS/USD 0,6696 +0,3% 0,6673 0,6683 +0,6%
Bitcoin/USD 92.497,60 -3,1% 95.455,70 94.716,90 +7,4%
Der Dollarindex legte um 0,1 Prozent zu - begünstigt durch nachlassende Zinssenkungsfantasie.
Der Dollar gerät im asiatisch geprägten Handel am Morgen etwas unter Druck - der Dollarindex gibt um 0,2 Prozent nach - der Euro steigt um 0,4 Prozent. Es gebe zunehmend Anzeichen dafür, dass US-Anlagen wie der Dollar inzwischen eine deutlich höhere politische Risikoprämie aufwiesen, urteilt Analyst Chris Weston von Pepperstone. Dies dürfte ausländische Investoren dazu veranlassen, ihr Engagement in US-Anlagen zu reduzieren. Ob dies zu einem direkten Abbau des Engagements in US-Aktien führe, sei fraglich, es könnte aber durchaus Investmentfonds dazu ermutigen, ihre nominalen Dollar-Positionen im Verhältnis zu ihren US-Aktienbeständen zu reduzieren, fügt er hinzu. Das belastete den Greenback.
+++++ ROHSTOFFE +++++
(MORE TO FOLLOW) Dow Jones Newswires
January 19, 2026 01:31 ET (06:31 GMT)