MORNING BRIEFING - USA/Asien

22.01.26 07:47 Uhr

Der Markt-Überblick am Morgen, zusammengestellt von Dow Jones Newswires:

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+++++ TAGESTHEMA +++++

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US-Präsident Donald Trump hat überraschend seine Zolldrohungen gegen mehrere europäische Staaten im Konflikt um Grönland zurückgezogen. Trump kündigte an, seine Androhung von Strafzöllen gegen acht europäische Nato-Länder mit 1. Februar nun doch nicht umsetzen zu wollen. Zur Begründung verwies er auf seiner Plattform Truth Social darauf, dass nach einem Gespräch mit Nato-Generalsekretär Mark Rutte ein ​Rahmenabkommen zu einer ⁠zukünftigen Vereinbarung zu ​Grönland erzielt worden ist. Am Wochenende hatte Trump Zölle gegen Deutschland und sieben weitere europäische Staaten angedroht, die Widerstand gegen Trumps Grönland-Pläne geäußert hatten. Trump wollte ursprünglich ab 1. Februar Zölle von 10 Prozent verhängen, ab dem 1. Juni Zölle dann in Höhe von 25 Prozent.

+++++ AUSBLICK UNTERNEHMEN ++++++

12:30 US/GE Aerospace, Ergebnis 4Q

13:00 US/Procter & Gamble Co, Ergebnis 2Q

13:30 US/Abbott Laboratories, Ergebnis 4Q

22:00 US/Intel Corp, Ergebnis 4Q

22:10 US/Alcoa Inc, Ergebnis 4Q

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+++++ AUSBLICK KONJUNKTUR +++++

- US

14:30 BIP (2. Veröffentlichung) 3Q

annualisiert

PROGNOSE: +4,3% gg Vq

1. Veröff.: +4,3% gg Vq

2. Quartal: +3,8% gg Vq

BIP-Deflator

PROGNOSE: +3,8% gg Vq

1. Veröff.: +3,8% gg Vq

2. Quartal: +2,1% gg Vq

14:30 Erstanträge Arbeitslosenhilfe (Woche)

PROGNOSE: 208.000

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zuvor: 198.000

16:00 Persönliche Ausgaben und Einkommen November

Ausgaben / Einkommen

PROGNOSE: +0,5% gg Vm/+0,4% gg Vm

September: +0,3% gg Vm/+0,4% gg Vm

PCE-Preisindex / Gesamtrate

PROGNOSE: +0,2% gg Vm/+2,8% gg Vj

September: +0,3% gg Vm/+2,8% gg Vj

PCE-Preisindex / Kernrate

PROGNOSE: +0,2% gg Vm/+2,8% gg Vj

September: +0,2% gg Vm/+2,8% gg Vj

18:00 Rohöllagerbestandsdaten (Woche) der staatlichen

Energy Information Administration (EIA)

+++++ ÜBERSICHT INDIZES +++++

INDEX zuletzt +/- %

E-Mini-Future S&P-500 6.902,40 +0,1%

E-Mini-Future Nasdaq-100 25.460,30 +0,2%

S&P/ASX 200 (Sydney) 8.848,70 +0,7%

Nikkei-225 (Tokio) 53.688,89 +1,7%

Hang-Seng (Hongk.) 26.550,36 -0,1%

Shanghai-Comp. 4.121,09 +0,1%

Kospi (Seoul) 4.952,53 +0,9%

+++++ FINANZMÄRKTE +++++

OSTASIEN (VERLAUF)

Zeichen der Entspannung im Grönland-Streit haben am Donnerstag an den asiatischen Aktienmärkten für Gewinne gesorgt. US-Präsident Donald Trump hatte mitgeteilt, es sei ein Rahmenabkommen zu einer zukünftigen Vereinbarung über Grönland und die Arktis erzielt worden. Seine Drohung weiterer Zölle gegen europäische Länder zog Trump zurück. Besonders deutlich fiel das Plus in Tokio aus, wo es für den Nikkei-225 um 1,7 Prozent nach oben ging. Der Kospi in Seoul legte um 0,9 Prozent zu, nachdem er im Verlauf erstmals über die Marke von 5.000 Punkten geklettert war. Wenig verändert zeigen sich dagegen die chinesischen Börsen in Schanghai und Hongkong. Die Grönland-Entwicklungen verdrängten in Tokio die jüngsten Zweifel, wie die japanische Regierung höhere fiskalische Ausgaben finanzieren will. Vor diesem Hintergrund wird mit Spannung auf die am Freitag anstehende geldpolitische Entscheidung der Bank of Japan (BoJ) gewartet. Da allgemein damit gerechnet werde, dass die BoJ die Zinsen unverändert lasse, liege der Fokus auf der Pressekonferenz von Notenbankpräsident Kazuo Ueda, meinten Analysten. In Seoul waren es erneut die Technologie- und Auto-Werte, die den Index antrieben. Hier spekulierten Marktteilnehmer auf eine weiter steigende Nachfrage im Bereich Künstlicher Intelligenz (KI), hieß es. Schwächere Wachstumsdaten für das vierte Quartal 2025 wurden in den Hintergrund gedrängt.

WALL STREET

INDEX zuletzt +/- % absolut +/- % YTD

DJIA 49.077,23 +1,2% 588,64 +0,9%

S&P-500 6.875,62 +1,2% 78,76 -0,7%

Mittwoch Dienstag

Umsatz NYSE (Aktien) 1,35 Mrd 1,33 Mrd

Gewinner 2.179 610

Verlierer 582 2.170

Unverändert 76 65

Fest - US-Präsident Trump hat an der Wall Street für Kauflaune im späten Handel gesorgt. Nur Stunden nach seiner mit Spannung erwarteten Rede auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos kündigte er an, die angedrohten Zölle gegen acht europäische Staaten vom Tisch zu nehmen. Man habe sich nach einem Treffen mit Nato-Generalsekretär Mark Rutte auf einen Rahmen für ein mögliches zukünftiges Abkommen zu Grönland und der gesamten Arktis verständigt, so Trump. Die Börsenindizes bauten daraufhin ihre Gewinne erheblich aus. Netflix fielen um 2,2 Prozent, weil dieGeschäftszahlen des Streaminganbieters nicht in allen Punkten überzeugt hatten. Kraft Heinz fielen um 5,2 Prozent. Einer Mitteilung des Lebensmittelkonzerns an die US-Börsenaufsicht zufolge könnte Berkshire Hathaway ihre Beteilung an Kraft Heinz verringern.

US-ANLEIHEN

Die Renditen beendeten einen volatilen Handelstag mit Verlusten. Händler verwiesen auf einen "Taco-Effekt" nachdem Trump von seiner Zollandrohung abgerückt war. Wegen seines Zickzack-Kurses in der Handelspolitik hatte ein Journalist die Abkürzung "Taco" geprägt für "Trump always chicken out" (Trump kneift immer). Die Rendite zehnjähriger Anleihe fiel 5 Basispunkte auf 4,25 Prozent.

DEVISEN

DEVISEN zuletzt +/- % 00:00 Mi, 08:23 % YTD

EUR/USD 1,1689 0,0 1,1686 1,1722 -0,2%

EUR/JPY 185,56 0,3 184,99 185,24 +0,7%

EUR/GBP 0,8707 0,1 0,8700 0,8718 -0,0%

GBP/USD 1,3425 -0,0 1,3431 1,3446 -0,2%

USD/JPY 158,75 0,3 158,31 158,03 +0,9%

USD/KRW 1.469,45 0,2 1.466,33 1.469,08 +2,6%

USD/CNY 6,9977 -0,0 6,9990 6,9988 -0,4%

USD/CNH 6,9594 0,0 6,9591 6,9601 -0,3%

USD/HKD 7,7968 -0,0 7,7971 7,7968 +0,2%

AUD/USD 0,6803 0,7 0,6758 0,6753 +0,9%

NZD/USD 0,5857 0,3 0,5842 0,5851 +1,2%

BTC/USD 90.069,00 0,4 89.744,50 89.548,90 +1,0%

YTD bezogen auf Schlusskurs des Vortags

Der Dollar-Index zeigte sich zur Schlussglocke mit 0,2 Prozent im Plus nach der Trump-Ankündigung zur Grönland-Einigung. Der australische Dollar hat am Donnerstag den höchsten Stand seit Oktober 2024 gegenüber dem US-Dollar markiert, da Händler die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung im Februar von 30 Prozent auf 60 Prozent erhöht haben, nach außergewöhnlich starken Arbeitsmarktdaten für Dezember.

++++ ROHSTOFFE +++++

METALLE

METALLE zuletzt Vortag +/- % +/- USD % YTD

Gold 4.823,77 4.831,30 -0,2% -7,53 +10,3%

Silber 94,01 93,1075 +1,0% +0,90 +32,7%

Platin 2.107,04 2.127,32 -1,0% -20,28 +20,1%

Kupfer 5,81 5,77 +0,7% +0,04 +1,8%

YTD bezogen auf Schlusskurs des Vortags

Weiterhin großen Zulauf verzeichnete angesichts der politischen Unsicherheit Gold. Das Edelmetall verteuerte sich um 1,2 Prozent.

ÖL

ROHÖL zuletzt VT-Schluss +/- % +/- USD % YTD

WTI/Nymex 60,39 60,62 -0,4% -0,23 +4,6%

Brent/ICE 65,18 65,24 -0,1% -0,06 +5,9%

YTD bezogen auf Schlusskurs des Vortags

Die Ölpreise tendierten nach der Trump-Ankündigung zu Grönland mit stärkeren Gewinnen. Der Preis für ein Barrel Brent stieg um 0,6 Prozent und der Preis für US-Öl der Sorte WTI legte um 0,5 Prozent zu. Neben den nachlassenden Spannungen zwischen den USA und Europa wegen Grönland und der damit einhergehenden Hoffnung auf eine nicht durch Zusatzzölle belastete Weltkonjunktur habe auch die steigende Nachfrage nach Winterbrennstoffen gestützt, sagte ein Händler.

+++++ MELDUNGEN SEIT VORTAG, 20.00 UHR ++++

KONJUNKTUR JAPAN

Die japanischen Exporte sind den vierten Monat in Folge gestiegen. Sie legten im Dezember um 5,1 Prozent zu, wie aus Regierungsdaten hervorgeht. Im November waren sie noch um 6,1 Prozent gestiegen. Ökonomen hatten in einem LSEG-Konsens auch für Dezember mit einem Anstieg um 6,1 Prozent gerechnet. Die Daten sind ein weiteres Zeichen für die Widerstandsfähigkeit des Unternehmenssektors. Allerdings sanken die Ausfuhren in die USA.

KONJUNKTUR SÜDKOREA

*Südkorea BIP 2025 +1,0% gg Vorjahr

*Südkorea BIP 4Q -0,3% gg Vorquartal, +1,5% gg Vorjahr

*Südkorea BIP 4Q PROGNOSE +0,2% gg Vorquartal, +1,5% gg Vorjahr

USA / KUBA

Ermutigt durch den von den USA herbeigeführten Sturz des venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro sucht die Trump-Regierung laut mit der Angelegenheit vertrauten Personen in der kubanischen Regierung nach Insidern, die dabei helfen können, das kommunistische Regime bis Ende des Jahres zu verdrängen. Nach Einschätzung der Trump-Administration stehe die kubanische Wirtschaft kurz vor dem Zusammenbruch, und die Regierung sei nach dem Verlust eines wichtigen Gönners in Person von Maduro noch nie so fragil gewesen, so die Informanten.

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Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

DJG/cln/flf/ros

(END) Dow Jones Newswires

January 22, 2026 01:48 ET (06:48 GMT)