13.01.2021 21:58

JPMorgan: Übernahmewelle könnte die Schweiz in 2021 überrollen

Nach Einbruch: JPMorgan: Übernahmewelle könnte die Schweiz in 2021 überrollen | Nachricht | finanzen.net
Nach Einbruch
Folgen

Bis zu 1% p.a. Festzins jetzt risikofrei sichern. 15 € Amazon-Gutschein bis 31.01. zusätzlich! -W-

Im Jahr 2020 ging die Zahl der Firmenübernahmen deutlich zurück - bedingt durch die weltweit grassierende Pandemie. JPMorgan glaubt nun, dass im aktuellen Jahr eine Übernahmewelle in der Schweiz erfolgen könnte.
Werbung
• Bossart: "Zum Jahresende war selten so viel los"
• M&A-Volumen dürfte 2021 steigen
• Stagnierende Geschäfte kaufen zu


Das Coronavirus sorgte dafür, dass der Übernahmemarkt einen Einbruch erlitt. Doch bereits Ende des durch Corona gebeutelten Jahres 2020 zeichnete sich eine Trendwende ab. "Zum Jahresende war selten so viel los wie jetzt", sagte JPMorgan Schweiz-Chef Nick Bossart in einem Interview mit der Nachrichtenagentur Reuters Ende Dezember 2020. JPMorgan erwartet deshalb eine starke Zunahme der M&A-Volumen (Mergers & Acquisitions, also Transaktionen im Unternehmensbereich wie Fusionen) in der Schweiz. Im Blick stünden Deals, die die Geschäfte vorantreiben und eine neue Grundlage schaffen sollen. "Kleinere, aber auch ganz große Firmen treiben zur Zeit solche transformativen Transaktionen voran. Es gibt kaum Sektoren, wo nichts läuft."

Corona zwingt Fusionen und Übernahmen in die Knie

Von März bis Mai 2020, als die Pandemie in ihren Anfängen wütete, wurden zahlreiche Fusions- und Übernahmeprojekte gestoppt, erklärte Bossart. Laut dem Datenanbieter Dealogic sei die Zahl an Übernahmen mit Schweizer Beteiligung bis Ende November auf etwa 401 gesunken - ein Jahr vorher stand an dieser Stelle noch eine Zahl von 522 zu Buche. Das Volumen sackte dabei jedoch um mehr als 60 Prozent ab, weil große Transaktionen ausblieben.
Die größte Fusion im ersten Halbjahr 2020 war mit einem Transaktionsvolumen von fünf Milliarden US-Dollar der Verkauf der Veeam Software AG an Insight Partners. Auf dem selben Platz rangiert die Übernahme von BP Plc an die INEOS Group AG, wie Daten von Statista Research zeigen.

Ende 2020 zeichnete sich immerhin bereits eine Wende ab: "Inzwischen hat die Aktivität wieder kräftig angezogen", gibt Reuters Bossart wieder. Das komme daher, dass Unsicherheitsfaktoren wieder in den Hintergrund rückten, dank der weltweit beginnenden Corona-Impfungen. Doch die Lungenerkrankung hinterlässt ein nicht beiseite zu schiebendes Erbe: Die Bedeutung der Digitalisierung hat sich rasant beschleunigt. "Viele Firmen werden sich hier verstärken müssen", konkludiert der JPMorgan Schweiz-Chef.

Bewertungsunterschiede beflügeln den M&A-Markt

Bossart erklärte gegenüber Reuters weiter, dass es zu großen Bewertungsunterschieden gekommen sei - dieser Umstand beflügle den M&A-Markt: "Wer mit dem bestehenden Geschäft zu wenig wächst, kauft zu." Potenzielle Käufer wie Private Equity-Unternehmen säßen darüber hinaus auf Geldbergen, die auf ihre Verwendung warten.

SPACs orientieren sich in die Schweiz

Ein besonders in den USA kursierender Trend sind die sogenannten Special Purpose Acquisition Vehicles (SPACs). Dabei handelt es sich um leere Firmenmäntel: Über einen Börsengang sammeln diese Firmen Geld ein, um sich dann mit dem Erlös auf die Suche nach einem Unternehmen zu machen.

In den USA sei der Markt schon stark von SPACs abgegrast worden, berichtet Reuters. "Solche SPACs schauen sich auch in der Schweiz nach Zielen um," meint der JPMorgan-Schweiz-Chef. Parallel zeichne sich die Tendenz ab, dass einige Banken gemeinsam mit Geschäftsleuten die Möglichkeit eruieren, ein SPAC an die Börse in der Schweiz direkt zu bringen. Das stehe bei vielen auf der Agenda, so Bossart. Die technischen Hürden für SPACs seien zwar groß, etwa müssen für eine Kotierung an der SIX die Finanzzahlen von drei Jahren vorweisbar sein, aber der Börsenexperte geht davon aus, dass "da Lösungen gefunden werden."

Redaktion finanzen.net

Bildquellen: Leifstiller / Shutterstock.com, Basov Mikhail / Shutterstock.com
Werbung
Werbung
Werbung
Werbung
Börse Stuttgart Anlegerclub
Werbung

Heute im Fokus

DAX geht leichter ins Wochenende -- US-Börsen gehen ohne starke Ausbrüche aus dem Handel -- VW mit deutlichem Gewinnrückgang -- TUI-Belegschaft schrumpft wohl um ein Drittel -- IBM, Intel im Fokus

Investor: Russischer Stromkonzern sollte Uniper-Tochter übernehmen. Schlumberger verdient trotz Umsatzrückgang mehr. BMW schafft CO2-Flottenziel der EU für 2020 locker. Porsche SE erwartet höheren Gewinn für 2020. Investoren verklagen anscheinend Bayer wegen Glyphosat in Deutschland. Vivendi kauft Anteil an spanischem Medienkonglomerat Prisa. ifo: China überholt Deutschland - Weltgrößter Leistungsbilanzüberschuss.

Umfrage

Wo sehen Sie den DAX Ende 2020?

Online Brokerage über finanzen.net

finanzen.net Brokerage
Handeln Sie für nur 5 Euro Orderprovision* pro Trade aus der Informationswelt von finanzen.net!

Oskar

ETF-Sparplan

Oskar ist der einfache und intelligente ETF-Sparplan. Er übernimmt die ETF-Auswahl, ist steuersmart, transparent und kostengünstig.
Zur klassischen Ansicht wechseln