NRW: Warnstreiks an Awo-Kitas, Schulen, Uniklinken, Hochschulen
HERFORD/ESSEN/DÜSSELDORF (dpa-AFX) - Die Warnstreiks in Kindertagesstätten der Arbeiterwohlfahrt (Awo), an Schulen und Hochschulen sowie in Unikliniken gehen heute in verschiedenen Regionen von Nordrhein-Westfalen weiter.
Wo streiken Awo-Beschäftigte?
Die Gewerkschaft Verdi hat im Tarifkonflikt um die Awo NRW in der Region Ostwestfalen-Lippe zu Arbeitsniederlegungen aufgerufen. Betroffen sind Kitas, Pflegeeinrichtungen, Beratungsstellen, Verwaltung sowie Ganztags- und Betreuungsangebote an Grundschulen in der OGS der Awo in der Region.
Was empfehlen die Ministerien Eltern?
Eltern werden gebeten, die aktuellen Informationen der jeweiligen Kita und OGS zu beachten. Kita-Träger informierten auch über das Angebot von Notgruppen, um die Betreuung für Kinder, deren Eltern zwingend darauf angewiesen sind, sicherzustellen. Hierzu sollten Familien dann möglichst rasch Kontakt mit der Kita aufnehmen oder sich an das Jugendamt für alternative Betreuungsmöglichkeiten wenden, erklärte das NRW-Familienministerium.
"Für die Beschäftigten der Träger der außerunterrichtlichen Angebote, etwa in der OGS, sind die jeweiligen Träger vor Ort verantwortlich", hieß es aus dem NRW-Schulministerium. In den Betreuungsverträgen fänden sich häufig Regelungen zu unvorhergesehenen Ausfällen wie etwa Notbetreuungen.
Worum geht es bei der Awo?
Im Tarifkonflikt bei der Awo in NRW fordert Verdi 500 Euro brutto mehr monatlich für alle Beschäftigten sowie 300 Euro brutto mehr für Auszubildende. Als völlig überzogen kritisierten die Arbeitgeber die Forderung. Im Durchschnitt entsprächen die Wünsche einer Lohnsteigerung von rund 13 Prozent.
Wo sind Warnstreiks an Schulen geplant?
Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) rief zu Warnstreiks an Schulen in den Regierungsbezirken Detmold und Münster auf. Es geht um angestellte Lehrkräfte, Sozialpädagogen und Schulsozialarbeiter. Laut GEW kann es Unterrichtsausfälle geben. Eine Notbetreuung werde ermöglicht. Die meisten Lehrer sind aber verbeamtet und dürfen nicht streiken.
Gibt es Aktionen an Hochschulen?
Laut Verdi gibt es an der Universität Bielefeld, der Hochschule Bielefeld sowie der Hochschule für Polizei und Verwaltung Warnstreiks. Die Gewerkschaft rechnet dabei mit Einschränkungen im Hochschulbetrieb. Bibliotheken könnten geschlossen bleiben, auch der Lehrbetrieb könnte betroffen sein.
Welche Unikliniken sind betroffen?
An den Unikliniken in Düsseldorf und Essen gehen die Warnstreiks heute am zweiten Tag in Folge weiter. Verdi hatte bei ähnlichen Aktionen bereits erklärt, dass ein Teil der Operationen entfallen könnte. Mit Notdienstvereinbarungen sei jedoch gewährleistet, dass dringliche Fälle versorgt werden. Die Kliniken informierten die betroffenen Patienten.
Worum geht es im öffentlichen Dienst der Länder?
GEW und Verdi fordern für Tarifbeschäftigte der Bundesländer sieben Prozent mehr Einkommen - mindestens aber 300 Euro mehr. Von Länderseite waren die Forderungen wegen knapper Haushalte als überzogen zurückgewiesen worden. Die dritte Verhandlungsrunde ist für den 11. und 12. Februar vorgesehen./vd/DP/zb