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22.08.2015 08:00

Deutschland weiter auf Wachstumskurs

Ökonomen-Barometer: Deutschland weiter auf Wachstumskurs | Nachricht | finanzen.net
Ökonomen-Barometer
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Die führenden Volkswirte bescheinigen der deutschen Konjunktur ungebrochene Dynamik. Die Forderung nach einem europäischen Finanzminister sehen viele kritisch.
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€uro am Sonntag
von W. Ehrensberger, €uro am Sonntag

Bereits den dritten Monat in Folge verharrt das Ökonomen-Barometer von €uro am Sonntag und dem Nachrichtensender n-tv auf dem nahezu gleichen Niveau. So bewerten die führenden deutschen Volkswirte die aktuelle konjunkturelle Lage mit 62,7 Punkten und damit 0,3 Punkte unter dem Vormonatsstand. Die Aussichten für die kommenden zwölf Monate verbesserten sich etwas um 0,7 Punkte auf 64 Punkte. Damit bleibt die Prognose leicht oberhalb der Bewertung der aktuellen konjunkturellen Lage. Beide Werte liegen außerdem deutlich über der 50-Punkte-Marke und signalisieren damit Wachstum.

Die führenden deutschen Ökonomen befassten sich in der August-Umfrage unter anderem mit der zunehmenden Kritik am deutschen Leistungsbilanzsaldo, der 2014 nach Angaben der Weltbank bei plus 7,5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts lag. So hatte der Internationale Währungsfonds (IWF) moniert, der Überschuss sei 2014 deutlich höher gewesen als erwartet. Gleichzeitig forderte der IWF dazu auf, in Deutschland die Gesamtnachfrage durch staatliche Programme zu erhöhen, also das Budget für öffentliche Investitionen auszuweiten, um den Exportsaldo zu reduzieren.

Zwei Drittel der befragten Ökonomen lehnen solche Maßnahmen ab. Noch eindeutiger fällt die Reaktion auf den Vorschlag des früheren Chefs der US-Notenbank Fed, Ben Bernanke, aus. Bernanke hatte gefordert, Deutschland solle sich vom Haushaltsziel einer "schwarzen Null" verabschieden, um die ­inländische Nachfrage zu stimulieren. Fast 80 Prozent der befragten Ökonomen lehnen diesen Vorschlag ab.

Gegen Ausgabenprogramme
"Die enormen weltweiten Leistungen Deutschlands sind ohne die Überschüsse nicht denkbar", sagt Wilfried Fuhrmann von der Uni Potsdam. "Gemäß der Logik dieser Vorschläge müsste man die besten Sportler von der Olympiade ausschließen, damit das restliche Feld homogener ist." Wolfgang Ströbele von der Uni Münster sieht das Problem eher in der nachlassenden Wettbewerbsfähigkeit anderer EU-Staaten, die daraus nicht die richtigen Konsequenzen zögen. Daher halten auch 54 Prozent der Befragten hohe Leistungsbilanzüberschüsse über mehrere Jahre für problematisch.

Juergen B. Donges von der Uni Köln verweist auf die ­mikroökonomischen Ursachen der deutschen Leistungsbilanz­überschüsse. "Sie haben mit der auf Innovationen beruhenden Wettbewerbsstärke der Unternehmen zu tun. Kein deutsches Unternehmen würde seine Exportchancen ungenutzt lassen, nur weil der Staat seine Ausgaben stärker erhöht." Zudem sei der Importanteil an aus Deutschland exportierten Gütern vergleichsweise hoch, sodass Exportsteigerungen auch die Konjunktur in anderen Ländern antreiben.

Maßlose Selbstbedienung
Auf wenig Zustimmung bei den Ökonomen stoßen Forderungen nach einer stärkeren fiskalischen Zusammenarbeit auf europäischer Ebene. So hat Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble vorgeschlagen, die Position eines europäischen Finanzministers zu schaffen, der über eine spezielle Steuer auch einen eigenen Etat bekäme. Lediglich 23 Prozent können sich für eine derartige supranationale Instanz erwärmen. 56 Prozent plädieren dafür, die nationale Souveränität auf diesem Gebiet beizubehalten. Als geeignete Stabilisierungsmaßnahme für die Eurozone sehen 84 Prozent der Befragten einen Insolvenzmechanismus für Staaten.

72 Prozent halten es zudem für sinnvoll, dass Länder die Eurozone verlassen können. "Einer supranationalen Instanz fehlt die Legitimation", erläutert Volker Nitsch von der TU Darmstadt. "Sie würde die Spannungen innerhalb der Eurozone tendenziell eher verschärfen als vermindern." Jürgen von Hagen (Uni Bonn) sieht mit einer europäischen Wirtschaftsregierung das Ende des Euro kommen, "denn sie würde dazu führen, dass sich jeder Staat maßlos aus den gemeinsamen Steuerfonds bedient". Für André Schmidt von der Uni Witten-Herdecke zeichnet sich "in keinster Weise die Bereitschaft in den Ländern ab, mehr Souveränität ernsthaft an eine weitere europäische Institution abzugeben. Will man eine Transferunion vermeiden, muss den bestehenden Regeln mehr Durchsetzungskraft verliehen werden."

Deutliche Veränderungen gab es im August bei der Griechenland-Frage nach der grundsätzlichen Einigung auf ein drittes Hilfspaket. Nur noch zehn Prozent halten einen Austritt Athens aus der Eurozone in den kommenden zwölf Monaten für wahrscheinlich, 85 Prozent der Befragten sehen dies nicht. Im Juni lag die Quote noch bei 43 zu 49 Prozent.

Bildquellen: jvinasd / Shutterstock.com

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