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21.01.26 11:11 Uhr

Roland-Berger-Studie: Europas Wettbewerbsfähigkeit zeigt erste

Anzeichen einer Trendwende (FOTO)

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Davos (ots) -

- European Future Readiness Index misst Zukunftsfähigkeit Europas in sechs

Kategorien

- Die Bereiche Humankapital, Nachhaltigkeit, Digitalisierung, Resilienz sowie

Infrastruktur drehen nach Jahren des Rückgangs erstmals ins Plus

- Wichtigste Hebel zur Verfestigung der Trendumkehr laut Roland Berger:

Reduzierung regulatorischer Komplexität, Stärkung von Innovationen, ein

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unabhängigeres europäisches Finanzsystem sowie die konsequente Nutzung

industrieller Datenpools mithilfe von Künstlicher Intelligenz (KI)

Januar 2026: Strukturelle Erstarrung, regulatorische Komplexität und hoher

Kostendruck bremsen seit langem Europas Wettbewerbsfähigkeit. Doch nach

jahrelangem Abwärtstrend deutet sich nun erstmals eine leichte Trendumkehr an.

Das zeigt der " European Future Readiness Index" der Unternehmensberatung Roland

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Berger, der heute in Davos vorgestellt worden ist.

Der Index analysiert die Entwicklung der wettbewerblichen Rahmenbedingungen der

Länder der Europäischen Union sowie Norwegens, der Schweiz und Großbritanniens

über die vergangenen 20 Jahre. Er besteht aus den sechs Teilindizes

Humankapital, Nachhaltigkeit, Digitalisierung/Innovation, Resilienz,

Infrastruktur sowie Institutionen, in deren Berechnung insgesamt 24 Kennzahlen

einfließen. Fünf dieser sechs Teilindizes haben nach den jüngsten Daten ihren

langjährigen Mittelwert erstmals wieder zum Teil deutlich überschritten.

"Europa verfügt über die wirtschaftliche Größe, die industrielle Basis und die

institutionellen Kapazitäten, um seine Wettbewerbsfähigkeit wiederherzustellen",

sagt Stefan Schaible, Global Managing Partner bei Roland Berger. "Unsere Analyse

zeigt, dass sich die Wettbewerbsfähigkeit des europäischen Kontinents über viele

Jahre hinweg verschlechtert hat. Ermutigend ist jedoch, dass der Index jetzt

wieder deutlich über seinem Langzeitverlauf liegt, wenn auch auf absolut zu

niedrigem Niveau. Europa muss sich aber weiter massiv anstrengen."

Positive Entwicklungen in zentralen Bereichen

Beim Teilindex Humankapital gibt es seit 2018 einen klaren Aufwärtstrend,

getrieben vor allem durch höhere öffentliche Bildungsausgaben. Dies äußert sich

etwa in einer stärkeren Einbeziehung von Frauen in Führungsgremien sowie einer

wachsenden Quote von Hochschulabsolventinnen und -absolventen.

Der Teilindex Nachhaltigkeit war dagegen zwischen 2014 und 2021 rückläufig und

zeigt erst seither wieder eine positive Entwicklung.

Beim Teilindex Resilienz zeigt sich seit 2020 ebenfalls eine deutliche Erholung:

Steigende Verteidigungsausgaben sowie eine kontinuierlich sinkende Verschuldung

der Unternehmen haben die Widerstandsfähigkeit Europas gestärkt.

Auch der Infrastruktur-Index, in den Vorjahren vor allem wegen der massiv

gestiegenen Energiepreise im Minus, zeigt 2024 eine leichte Erholung.

Herausforderungen bleiben bestehen

Im Bereich Digitalisierung und Innovation hat Europa eine echte Achillesferse.

Seit 2021 geht es bergab mit einer leichten Erholung in 2024 auf niedrigem

Niveau. Hier muss Europa bei KI/Digitalisierung und bei den Patenten unbedingt

nachlegen, weil sonst die Lücke zu den USA und China weiter anwächst. In diesem

Segment wird über die Zukunftsfähigkeit des Kontinents entschieden.

Auch der Bereich Institutionen bleibt kritisch: 2006 noch auf einem hohen

Niveau, fiel dieser Teilindex infolge der globalen Finanzkrise stark ab und

verschlechterte sich seit 2018 weiter. Gründe sind steigende Staatsschulden

sowie die hohe Komplexität des regulativen Umfelds.

"Europas Wettbewerbsfähigkeit steht trotz der jüngsten positiven Signale noch

immer unter erheblichem Druck. Die Herausforderungen sind jedoch überwindbar,

wenn wir jetzt entschlossen und koordiniert handeln. Ein klarer Fokus muss auf

der Künstlichen Intelligenz liegen, wo wir bei der Nutzung von Unternehmensdaten

eine große Chance haben. Diese gilt es zu nutzen", so Schaible.

Hierfür empfehlen die Roland-Berger-Experten Maßnahmen in vier zentralen

Handlungsfeldern:

- Bürokratie/Regulierung : Gezielte Vereinfachung und klarere Aufteilung von

Verantwortung zwischen EU- und nationalen Institutionen, um regulatorische

Komplexität zu verringern, Genehmigungsprozesse zu verkürzen und

Investitionen, Innovationen sowie Wachstum zu fördern.

- Zügiges Schließen von Innovationslücken : Schnellere Kommerzialisierung von

Forschung durch einfachere Finanzierungsstrukturen und verschlankte

administrative Prozesse; nachhaltige Steigerung der Forschungs- und

Entwicklungsausgaben im privaten Sektor sowie verbesserte Rahmenbedingungen

für Start-ups und Scale-ups.

- Vollendung der Kapitalmarktunion : Beseitigung von Barrieren für

grenzüberschreitende Kapitalmobilisierung, um private Investitionen

freizusetzen und den Zugang zu Wachstumskapital in ganz Europa zu verbessern;

Stärkung des Euro als globale Reservewährung und konsequentes Vorantreiben des

digitalen Euro.

- Nutzung des industriellen Datenpools für einen Schub an KI-Innovationen :

Effektive Strukturierung und Nutzung des Pools an spezialisierten Daten aus

der Industrie als zentraler Erfolgsfaktor für eine zunehmend datengetriebene

Wirtschaft.

Die vollständige Studie können Sie hier herunterladen: Roland

Berger_Europe_all_in_Performance_Index_final.pdf (https://content.rolandberger.c

om/hubfs/07_presse/Roland%20Berger_Europe_all_in_Performance_Index_final.pdf)

Über Roland Berger

Roland Berger ist eine weltweit führende Strategieberatung mit einem breiten

Leistungsangebot für alle relevanten Branchen und Unternehmensfunktionen. Roland

Berger wurde 1967 gegründet und hat seinen Hauptsitz in München. Die

Strategieberatung ist vor allem für ihre Expertise in den Bereichen

Transformation, industrieübergreifende Innovation und Performance-Steigerung

bekannt und hat sich zum Ziel gesetzt, Nachhaltigkeit in all ihren Projekten zu

verankern. Roland Berger erzielte 2024 einen Umsatz von rund 1 Milliarde Euro.

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