15.06.2020 18:00

Rally bei der Spotify-Aktie: Nicht nur flotte Sprüche auf Lager

Podcast-Boom: Rally bei der Spotify-Aktie: Nicht nur flotte Sprüche auf Lager | Nachricht | finanzen.net
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Der schwedische Streamingdienst Spotify setzt massiv auf den Boom bei Podcasts, US-Profi-Plauderer Joe Rogan erhielt sogar einen 100-Millionen-Vertrag. Warum ausgerechnet das die Marge steigern soll.
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von Stephan Bauer, Euro am Sonntag

Angriff ist die beste Verteidigung - so lautet offenbar das Motto von Daniel Ek, Gründer und Chef des Musik-Streamingdiensts Spotify. Ek, der als 16-jähriger Bewerber einst bei Google abblitzte und sich Jahre später Hausverbot im New Yorker Büro des Suchmaschinenriesen einhandelte, weil er dort ständig Mitarbeiter abwarb, legt sich erneut mit den Großen an. Mit dem US-Podcast-Star Joe Rogan vereinbarte Ek soeben einen hoch dotierten Multi-Jahres-Deal. Rogan, ein Ex-Comedian, bringt ab September den in den USA meistgehörten Podcast exklusiv bei Spotify - und Wettbewerber wie Apple sind dann draußen.

"The Joe Rogan Experience" ist dank Interviews wie jenem mit Elon Musk, in dem sich der Tesla-Chef live vor dem Mikrofon einen Joint genehmigte, in den USA mit 190 Millionen monatlichen Hörern der beliebteste Profi-Plauderer. Satte 100 Millionen Dollar zahlt ihm Ek - aus gutem Grund: Die Hörerzahlen der Podcasts schnellen in die Höhe. Und Prominente wie Rogan haben genug Zugkraft, um Spotify eine Menge neuer Kunden einzubringen.

Ende März zählten die Schweden weltweit 286 Millionen monatlich aktive Nutzer, das macht gut 30 Prozent Marktanteil weltweit. Ein kräftiger Schub bei den Hörerzahlen kann allerdings nicht schaden. Spotify schreibt immer noch Verluste, 2020 sollen es bei geschätzt bis zu acht Milliarden Euro Umsatz knapp 180 Millionen Euro Minus vor Zinsen und Steuern werden.

Ein Grund: Musik ist teuer. Spotify weist eine Bruttomarge von gut 25 Prozent aus, sprich: Von jedem Dollar Umsatz gehen bislang fast 75 Cent für Lizenzgebühren ab - das meiste für Rechte an Musikstücken. Dann muss der Websender noch Kosten für Marketing oder die Musik redaktion ansetzen, die den Zuhörern mithilfe intelligenter Software passende Titel je nach Vorlieben empfiehlt.

Variable Kosten senken


Der Deal mit Rogan, so kostspielig er scheint, macht langfristig Sinn, denn er birgt kaum variable Kosten. Je größer die Zuhörerschaft des 52-jährigen Starplauderers, desto mehr Gewinn für Spotify - und desto höher die Marge des Unternehmens. Eks Podcast-Offensive beschränkt sich indes nicht nur auf Rogan. Er investierte über 500 Millionen Euro, kaufte bekannte Studios wie Gimlet oder Parcast.

Das Geschäftsmodell nähert sich dem des TV-Streamers Netflix an, der ebenfalls auf selbst produzierte Inhalte setzt, die unbegrenzt ohne Mehrkosten abgespielt werden können. Spotifys Marge dürfte somit künftig steigen. Überdies erwies sich das Geschäft auch in Corona-Zeiten als robust: Im jüngsten Quartal brachten die 130 Millionen Abonnenten 1,7 der knapp 1,9 Milliarden Euro Umsatz. Den Rest spielten Werbeeinnahmen aus dem Gratisangebot ein - nur hier machte sich die Krise negativ bemerkbar. Bis Ende März stieg die Anzahl der zahlenden Kunden gegenüber dem Vorjahr zudem um über 30 Prozent an. Der Podcast-Boom dürfte Spotify spätestens im kommenden Jahr über die Gewinnschwelle tragen.

Schub: Die Wall Street akzeptierte den teuren Exklusivdeal anstandslos, die Aktie nahm neuen Anlauf auf ihr Allzeithoch.

Bildquellen: Gil C / Shutterstock.com

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06.07.2020Spotify overweightJP Morgan Chase & Co.
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01.08.2019Spotify OutperformRBC Capital Markets
31.07.2019Spotify HoldPivotal Research Group
30.04.2019Spotify buyGoldman Sachs Group Inc.
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