05.02.2020 17:50

Infineon-Aktie gewinnt: Infineon im Quartal profitabler als geplant

Prognose bestätigt: Infineon-Aktie gewinnt: Infineon im Quartal profitabler als geplant | Nachricht | finanzen.net
Prognose bestätigt
Folgen
Der Chiphersteller Infineon hat die weiter angespannte Marktlage zum Start in das neue Geschäftsjahr (Ende Dezember) zu spüren bekommen.
Werbung
Umsatz und operatives Ergebnis waren im ersten Quartal im Vergleich zum Vorquartal wie erwartet deutlich rückläufig, wie der DAX-Konzern am Mittwoch in Neubiberg bei München mitteilte. Mit einer operativen-Marge von 15,5 Prozent übertraf der Halbleiterspezialist zwar sowohl die eigenen Erwartungen als auch jene der Analysten. Die Marge profitierte aber von einem positiven Einmaleffekt. Ohne diesen hätte sie nur 13,6 Prozent betragen.

Im Auftaktquartal sank das sogenannte Segmentergebnis zum Vorquartal um 5 Prozent auf 297 Millionen Euro, der Umsatz ging um 7 Prozent auf 1,92 Milliarden Euro zurück. Unter dem Strich stand ein Gewinn von 210 Millionen Euro und damit 30 Prozent mehr als ein Quartal zuvor. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum waren alle Kennzahlen deutlich rückläufig.

Konzernchef Reinhard Ploss sprach von schwierigen Bedingungen, verwies aber auch darauf, dass dass Segmentergebnis von Infineon dank Einsparungen und Sondereffekten etwas besser ausgefallen sei als erwartet. Zudem sehe der Chiphersteller in einzelnen Bereichen wie dem Server-Geschäft Anzeichen der Besserung. Ungeachtet dessen räumte er ein, dass mit einer breiten Erholung der Nachfrage nicht vor der zweiten Hälfte des Geschäftsjahres zu rechnen sei.

Im ersten Quartal hatte Infineon sowohl im Geschäft mit Chips für die Autoindustrie (ATV) als auch in der PMM-Sparte, in der das Geschäft mit Chips für die Stromversorgung sowie für mobile Endgeräte wie Smartphones oder Tablets gebündelt ist, mit klar rückläufigen Zahlen zu kämpfen. Vor allem die Automotive-Sparte ist für Infineon von großer Bedeutung, sie trägt den Löwenanteil zum Umsatz bei. Immer mehr Chips und Sensoren werden in Fahrzeugen verbaut. Doch die anhaltend maue Autokonjunktur und eine geringere Nachfrage bereitet auch dem Chiphersteller seit einiger Zeit Probleme. Während es im Geschäft mit Chips für die Industrie (IPC) ähnlich schwach wie in den anderen beiden Sparten lief, hielt sich der Erlösrückgang in der Sparte mit Chips für digitale Sicherheitslösungen (DSS) in überschaubaren Grenzen.

Für das zweite Quartal geht Infineon von einem Umsatzplus von 5 Prozent (plus oder minus zwei Prozentpunkte) gegenüber dem Vorquartal sowie einer Segmentergebnis-Marge von etwa 14 Prozent in der Mitte der Umsatzspanne aus. Voraussetzung dafür sei aber, dass der Ausbruch des Coronavirus keine signifikante negative Wirkung auf die Geschäftsentwicklung habe, hieß es.

Die Prognose für das laufende Geschäftsjahr bestätigte Infineon. Demnach erwartet der Konzern weiterhin ein Umsatzplus von 3 bis 7 Prozent gegenüber dem Vorjahr sowie eine Segmentergebnis-Marge von rund 16 Prozent. In der Automotive- und der IPC-Sparte soll der Umsatz stärker als der Konzerndurchschnitt steigen. Infineon rechnet für das Gesamtjahr weiter mit Investitionen in Höhe von 1,3 Milliarden Euro.

Mit Blick auf die geplante Übernahme des US-Konkurrenten Cypress Semiconductor geht Infineon nun davon aus, dass der Vollzug gegen Ende des zweiten oder Anfang des dritten Quartals vermeldet werden kann. Bislang hatte der Konzern damit gerechnet, dass die noch fehlende Freigabe der Wettbewerbshüter aus den USA Ende 2019 oder Anfang 2020 erfolgen sollte. Nachdem die EU bereits im Herbst grünes Licht für den Zukauf in Höhe von 9 Milliarden Euro gegeben hatte, lässt die Genehmigung in den USA weiter auf sich warten. In der Vergangenheit war die angepeilte Übernahme des US-Halbleiterspezialisten Wolfspeed am Veto der Behörden gescheitert.

Infineon hält Anleger mit bestätigten Jahreszielen bei Laune

Nach dem erwartbar schwachen Start ins neue Geschäftsjahr haben sich Aktionäre angesichts beibehaltener Jahresziele des Chipkonzerns am Mittwoch optimistisch gezeigt. Die Aktie verteuerte sich zum Handelsschluss via XETRA um 10,58 Prozent auf 22,26 Euro und war so der mit Abstand beste Wert im DAX. Die Verluste aus einer vorherigen, länger als eine Woche dauernden Talfahrt sind damit wett gemacht.

Analyst Alexander Duval von Goldman Sachs lobte das operative Ergebnis wegen einer guten Kostenkontrolle und auch die bestätigen Jahresziele fanden bei Experten durchaus lobende Worte. Mit dem Zahlenwerk aus dem ersten Quartal (bis Ende Dezember) konnte Infineon die Anleger aber nicht sofort überzeugen. Nach dem Börsenstart büßte die Aktie kurzzeitig knapp ein Prozent ein. Marktteilnehmer bemängelten etwa die Aussichten für das zweite Quartal.

Dem Konzern macht unter anderem die Flaute in der Autoindustrie zu schaffen, die er mit seinen Chips und Sensoren beliefert. Gleichzeitig sinkt auch die Nachfrage in anderen Bereichen wie der Industrie oder bei den Herstellern von mobilen Endgeräten wie Smartphones oder Tablets.

Für Analyst Veysel Taze vom Bankhaus Lampe war es ein gemischter Jahresauftakt, wie er in einer am Mittwoch vorliegenden Studie schrieb. Noch liege Infineon aber auf Kurs zu seinen Jahreszielen. Auch andere Analysten hoben die Jahresziele positiv hervor. Zugleich lobten sie die Profitabilität im ersten Quartal.

/eas/bgf/jha/

(dpa-AFX) / (Reuters)

Bildquellen: Infineon, Sean Gallup/Getty Images

Nachrichten zu Infineon AG

  • Relevant
  • Alle
  • vom Unternehmen
  • Peer Group
  • ?

Um Ihnen die Übersicht über die große Anzahl an Nachrichten, die jeden Tag für ein Unternehmen erscheinen, etwas zu erleichtern, haben wir den Nachrichtenfeed in folgende Kategorien aufgeteilt:

Relevant: Nachrichten von ausgesuchten Quellen, die sich im Speziellen mit diesem Unternehmen befassen

Alle: Alle Nachrichten, die dieses Unternehmen betreffen. Z.B. auch Marktberichte die außerdem auch andere Unternehmen betreffen

vom Unternehmen: Nachrichten und Adhoc-Meldungen, die vom Unternehmen selbst veröffentlicht werden

Peer Group: Nachrichten von Unternehmen, die zur Peer Group gehören

Analysen zu Infineon AG

  • Alle
  • Buy
  • Hold
  • Sell
  • ?
26.11.2021Infineon BuyUBS AG
25.11.2021Infineon OverweightJP Morgan Chase & Co.
16.11.2021Infineon BuyGoldman Sachs Group Inc.
15.11.2021Infineon KaufenDZ BANK
11.11.2021Infineon OutperformCredit Suisse Group
26.11.2021Infineon BuyUBS AG
25.11.2021Infineon OverweightJP Morgan Chase & Co.
16.11.2021Infineon BuyGoldman Sachs Group Inc.
15.11.2021Infineon KaufenDZ BANK
11.11.2021Infineon OutperformCredit Suisse Group
11.11.2021Infineon Equal WeightBarclays Capital
10.11.2021Infineon Equal WeightBarclays Capital
08.10.2021Infineon Equal WeightBarclays Capital
06.10.2021Infineon HoldWarburg Research
06.10.2021Infineon Equal WeightBarclays Capital
04.03.2021Infineon UnderperformCredit Suisse Group
05.02.2021Infineon UnderperformCredit Suisse Group
03.02.2021Infineon UnderperformCredit Suisse Group
01.12.2020Infineon UnderperformCredit Suisse Group
10.11.2020Infineon UnderperformCredit Suisse Group

Um die Übersicht zu verbessern, haben Sie die Möglichkeit, die Analysen für Infineon AG nach folgenden Kriterien zu filtern.

Alle: Alle Empfehlungen

Buy: Kaufempfehlungen wie z.B. "kaufen" oder "buy"

Hold: Halten-Empfehlungen wie z.B. "halten" oder "neutral"

Sell: Verkaufsempfehlungn wie z.B. "verkaufen" oder "reduce"
mehr Analysen
Werbung
Werbung
Werbung
Werbung
Börse Stuttgart Anlegerclub
Werbung

Heute im Fokus

US-Börsen schließen im Minus -- DAX geht tiefer ins Wochenende -- AstraZeneca erwägt wohl IPO der Impfstoffsparte -- Allianz verspricht Dividendenwachstum -- Tesla, DiDi, Aurubis, Daimler im Fokus

Porsche SE verlängert Pötsch-Vorstandsmandat. Walgreens Boots Alliance prüft wohl Verkauf von britischer Tochter Boots. BioNTech-Chef erwartet Notwendigkeit von neuem Impfstoff. Nordex sichert sich Großauftrag. US-Jobwachstum gerät im November überraschend ins Stocken. VW senkt Absatzziel für ID-Elektromodelle in China.

Umfrage

Wie bewerten Sie die Verhandlungsergebnisse und künftigen Pläne der Ampelkoalition?

finanzen.net zero
finanzen.net zero

Oskar

ETF-Sparplan

Oskar ist der einfache und intelligente ETF-Sparplan. Er übernimmt die ETF-Auswahl, ist steuersmart, transparent und kostengünstig.
Zur klassischen Ansicht wechseln