18.11.2020 16:24

QIX Deutschland: Aussicht auf höheres 2020er Wachstum lässt Software AG-Aktie fast 12% explodieren

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Deutsche Börse vermeldet milliardenschweren Zukauf
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Ungeachtet fehlender Impulse kann der QIX Deutschland am Mittwoch nach der jüngsten Rallye weiter zulegen. Der Index klettert dabei bis zum Nachmittag um 0,6% auf 14.505 Punkte. Software AG erhöht Auftrags-Prognose für Q4 und rechnet bis 2023 mit zunehmender Dynamik in der Umstrukturierung des Unternehmens. Deutsche Börse kauft nach langer Suche den US-Daten- und Informationsanbieter ISS für rund 1,9 Mrd. Euro.

Eine regelrechte Kursexplosion zeigt am Mittwoch im Qualitäts-Index die Aktie der Software AG-Aktie. Aktuell zieht sie dabei um 12% auf 37,10 Euro an. Beflügelt wird der Darmstädter Software-Dienstleister dabei von Aussagen des Vorstandes, wonach wieder mehr Licht bei den Vertragsabschlüssen zu sehen sei. Mit den detaillierten Zahlen zum Q3 hob der Manager heute den Ausblick für den Auftragseingang in den jeweiligen Sparten bezogen auf das Gesamtjahr 2020 an. Dabei ist gerade das letzte Quartal in der Softwarebranche üblicherweise das stärkste Jahresviertel, weil Firmen und Behörden dann den Rest ihrer IT-Budgets ausgeben können. Nachdem nun die Zahlen für das 3.Quartal vorliegen, haben wir mehr Klarheit und Kontext für unsere laufende Transformation, betonte der Unternehmenschef heute. Folglich dürfte die Software AG nun in der größten Sparte mit Software zur Verzahnung von IT-Systemen (DBP ex Cloud/IoT) mit 3 bis 10% mehr Wachstum beim Auftragseingang einfahren. Im Geschäft mit der Cloud und der Vernetzung von Maschinen (IoT) sollen die Aufträge nun 30 bis 50% höher liegen statt nur 20 bis 40%. Und in der angestammten Datenbanksparte (A&N) erwartet das Management jetzt ein klares Wachstum von 5 bis 15% statt einem Wert annähernd auf Vorjahresniveau. Allerdings kostet der radikale Umbau des Unternehmens hin zu den in der Softwarebranche mittlerweile zum Standard avancierten Abo-Modellen weiterhin viel Geld. Die operative Marge (EBITDA) in diesem Jahr veranschlagt der Finanzchef der Software AG demzufolge auf 20 bis 22%, nach 29,2% in 2019.

Die derzeitige Umstrukturierung soll künftig aber für stetigere Umsatzströme sorgen und sich mittelfristig auch wieder in höherer Profitabilität niederschlagen. Und da die Erlöse zunächst nicht mehr so hoch ausfallen wie vorher im Lizenzverkauf, kommt der Umsatz bei dem Datenbank- und Cloudanbieter kurzzeitig unter Druck. Im 3.Quartal fiel er sogar um 17% auf 185,4 Mio. Euro. Erst im Jahr 2023 will die Software AG einen Jahresumsatz von einer Mrd. Euro erreichen, 85 bis 90% der Einnahmen sollen dann wiederkehrende Umsätze aus Abo-Modellen oder Wartungs- und Serviceverträgen sein. Auch die operative Marge soll dann wieder bei 25 bis 30% liegen. Die Aktie indes bleibt trotz jüngstem Kursanstieg weiterhin erheblich unterbewertet. Für 2021 ergibt sich dabei nicht nur ein überschaubares KGV von 18, auch die derzeitige Dividendenrendite von 2,0% ist recht solide. Außerdem erwirtschaftet die Software AG operativ eine Eigenkapitalrendite von 12% und verfügt trotz stotterndem Wachstumsmotor mit einer Eigenkapitalquote von 64% über eine stabile Bilanz. Damit entspricht die Aktie wichtigen Aufnahmekriterien für eine Notierung im deutschen Qualitätsaktien-Index (QIX). Der QIX Deutschland ist ein Aktien-Index, der aus den besten 25 deutschen Aktien gebildet wird. Die 25 Aktien werden nach einem festgelegten und erfolgsbewährtem Regelwerk ausgewählt.

Ein weiterer Gewinner im Qualitäts-Index ist heute auch die Deutsche Börse-Aktie, die aktuell um 3,4% auf 138,10 Euro steigt. Der Vorstandschef des Börsenbetreibers kann auf der Suche nach einem milliardenschweren Zukauf endlich einen Erfolg vermelden. Mit dem US-Aktionärsberater Institutional Shareholder Services (ISS) soll insbesondere das Geschäft mit Daten ausgebaut werden. Dabei sollen 80% der mit rund 1,9 Mrd. Euro bewerteten Firma vom Finanzinvestor Genstar Capital erworben werden, wie das Unternehmen heute in Frankfurt mitteilte. Genstar und das bisherige ISS-Management sollen aber weiter mit 20% beteiligt bleiben. Die Deutsche Börse will den Kaufpreis mit einer Mrd. Euro Fremdkapital und den Rest aus Barmitteln bezahlen. Mit gezielten Zukäufen vor allem außerhalb des Kerngeschäfts und mit dem dazugehörigen Derivate-Bereich will das Management den Börsendienstleister noch unabhängiger von den starken Schwankungen an diesen Finanzmärkten machen. Operativ ist das Unternehmen im Vergleich zu Konkurrenten wie der Börse Euronext aber bereits sehr breit aufgestellt. Dabei wäre der amerikanische Datenanbieter und Stimmrechtsberater ISS eine weitere Akquisition, die durchaus in die Strategie der Deutschen Börse passen würde. Gemessen am erwarteten 2020er Nettoerlös von mehr als 280 Mio. USD (236 Mio. Euro) würde das US-Unternehmen aber weniger als 10% zum Gesamtumsatz beisteuern. Auch sollen die Synergien bis 2023 zu einem zusätzlichen operativen Gewinn von 15 Mio. Euro pro Jahr führen.

Zumindest würde die Partnerschaft beiden Unternehmen neue Wachstumschancen eröffnen, vor allem weil sich die Aktivitäten weitläufig ergänzten. Wobei ISS in erster Linie institutionellen Investoren Daten und Dienstleistungen im Bereich der Unternehmensführung und nachhaltigen Anlagen liefert. Am Mittwochnachmittag will der Vorstand vor Investoren jedenfalls seine Ziele und Strategien für die kommenden Jahre erläutern. Immerhin ist es dem Manager in den vergangenen 3 Jahren gelungen, die Deutsche Börse nach der turbulenten Phase unter dem früheren Chef Carsten Kengeter wieder in ruhigeres Fahrwasser zu bringen. In der Amtszeit seines Vorgängers war auch die Fusion mit der London Stock Exchange (LSE) geplatzt, zudem waren Insidervorwürfe lautgeworden.

Wenn Sie den QIX nachbilden wollen, bietet sich ein Index-Tracker der UBS an.

Hinweis: Da der QIX Deutschland von finanzen.net und der Traderfox GmbH, einer Tochtergesellschaft der finanzen.net GmbH, entwickelt wurde, partizipieren die finanzen.net GmbH und die TraderFox GmbH indirekt oder direkt an der Vermarktung des QIX Deutschland. Dies betrifft u.a. Lizenzeinnahmen von Emissionsbanken und KVGs.

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