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10.05.2022 14:57

QIX Deutschland: Deshalb steuern Siltronic und Infineon auf ein Rekordjahr zu

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Nach dem schwachen Wochenauftakt zeigt der QIX Deutschland am Dienstag wieder deutliche Erholungstendenzen. Dabei liegt der Index am Nachmittag mit 1,9 % auf 13.790 Punkte vorn.
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QIX Deutschland: Deshalb steuern Siltronic und Infineon auf ein Rekordjahr zu Nach dem schwachen Wochenauftakt zeigt der QIX Deutschland am Dienstag wieder deutliche Erholungstendenzen. Dabei liegt der Index am Nachmittag mit 1,9 % auf 13.790 Punkte vorn. Wafer-Produzent Siltronic profitiert zum Jahresstart von einer unverändert hohen Nachfrage und will in 2022 weiterhin um 15 und 22 % zulegen. Infineon erhöht die bisherige Jahresprognose um insgesamt 500 Mio. Euro und will bis Ende September vor allem in den Sparten AVT und CSS stark wachsen.

Am Dienstag ist im Qualitäts-Index die Aktie von Siltronic angesichts starker Geschäfte seit Jahresbeginn mit einem Kursplus von über 5 % auf 83,60 Euro der Tagesgewinner. Dabei haben dem Halbleiterzulieferer, der sich vor allem auf die Herstellung von Wafern aus Reinstsilicium fokussiert, in den ersten 3 Monaten unter anderem gestiegene Verkaufspreise und eine unverändert hohe Produktnachfrage geholfen. Wie das Management zudem heute mitteilte, profitierte das Unternehmen außerdem von einer millionenschweren Ausgleichszahlung im Zusammenhang mit der im Januar gescheiterten Übernahme durch den Konkurrenten Globalwafers. Siltronic kommen derzeit aber vor allem die aktuellen Techniktrends sowie der anhaltende Digitalisierungsbooms zugute. So werden in neue Smartphones immer mehr Kameras und größere Speicher verbaut, dazu setzen Autohersteller angesichts weltweiter Halbleiterknappheit verstärkt auf teurere Wagen mit mehr Elektronik. Aber auch Server- und Datenzentren brauchen angesichts des Cloud-Booms immer mehr Technik. Und aus den hergestellten Wafern des Halbleiter-Spezialisten stellen Kunden die weiterhin stark nachgefragten Elektronikchips her. Folglich kletterte bei Siltronic im 1. Quartal der Umsatz im Jahresvergleich erneut um fast ein Drittel auf 417 Mio. Euro. Als Betriebsgewinn blieben 186 Mio. Euro hängen und damit doppelt so viel wie vor einem Jahr. Darin ist allerdings auch eine Zahlung von 50 Mio. Euro des taiwanischen Chip-Zulieferer Globalwafers enthalten, da dessen Versuch, das Unternehmen zu übernehmen, Anfang des Jahres politisch bedingt gescheitert war.

Derweil versucht das Management vor allem hohe Strompreise, die wegen der energieintensiven Produktion besonders zu Buche schlagen, auf die Wafer-Käufer umzulegen. Der Siltronic-Chef rechnet für 2022 dementsprechend auch mit weiter steigenden Verkaufspreisen. Im Gesamtjahr strebt der Manager somit weiterhin einen Umsatzzuwachs von 15 bis 22 % und eine operative Marge von 34 bis 37 % an. Jedoch soll dabei der Cashflow deutlich negativ werden. Das hängt aber unter anderem mit den angekündigten hohen Investitionen in ein neues Werk in Singapur zusammen. In den Fabrikanlagen will Siltronic künftig sogenannte Einkristalle herstellen, aus denen anschließend 300-mm-Wafer für die Chipindustrie produziert werden. Derweil wird die Aktie trotz positiver Aussichten nur mit einem KGV von unter 9 bewertet. Dazu brachte das Wafer-Geschäft zuletzt eine Eigenkaptalrendite von 19 %. Damit entspricht das Papier auch wichtigen Kriterien für eine Notierung im deutschen Qualitätsaktien-Index (QIX).

Der QIX Deutschland ist ein Aktien-Index, der aus den besten 25 deutschen Aktien gebildet wird. Die 25 Aktien werden nach einem festgelegten und erfolgsbewährtem Regelwerk ausgewählt. Die im Index enthaltenen Unternehmen zeichnen sich durch hohe Gewinnspannen und Kapitalrenditen sowie stabile Wachstumsraten und solide Bilanzen aus. Auch Value-Kriterien wie Dividendenrendite, niedrige Kurs-Gewinn- und Kurs-Umsatz-Verhältnisse werden mit einbezogen.

Leichte Abgaben zeigt am Dienstag im Qualitäts-Index dagegen die Aktie von Infineon, die dabei auf aktuell 25,50 Euro nachgibt. Überraschenderweise hatten die Papiere am Montag nicht auf die Prognoseanhebung seitens des Halbleiterherstellers im Zuge der endgültigen Quartalszahlen reagiert. Dabei sorgen derzeit eine hohe Nachfrage sowie ein schwacher Euro bei dem Unternehmen ebenfalls für noch mehr Zuversicht. Immerhin erwartet Infineon für das laufende Geschäftsjahr 2021/22, das noch bis Ende September geht, weiterhin gute Geschäfte, unter anderem in der wichtigen Automobil-Sparte AVT. Deshalb peilen die Münchner nunmehr auch einen Umsatz in einer Größenordnung von 13,5 Mrd. Euro an, plus oder minus 500 Mio. Euro, wie das Management gestern gekannt gab. Damit wurde die Spanne um insgesamt 500 Mio. Euro angehoben. Die leichte Erhöhung der Jahresziele sei so erwartet worden, urteilten daraufhin aber einige Analysten. Dabei brummt das Chipgeschäft bei Infineon nach wie vor. Die Nachfrage übersteige das Angebot weiterhin deutlich, und das werde in den nächsten Quartalen so bleiben - in einigen Sektoren auch im neuen Geschäftsjahr, betonte der Vorstand. Zudem dürfte der Halbleiterproduzent in den 2 noch verbleibenden Quartalen weiter vom schwachen Euro profitieren. Zumal das Unternehmen seit der Übernahme des US-Wettbewerbers Cypress mittlerweile rund zwei Drittel seiner Erlöse in Dollar erzielt. Bis Ende September will Infineon vor allem auch in seiner Sparte CSS überdurchschnittlich wachsen, da diese etwa Chips für Unterhaltungselektronik und Kreditkarten beinhaltet. Die jüngste Prognoseanhebung gilt laut Management aber auch nur unter zwei Bedingungen. Zum einen beinhaltet sie keine nennenswerten Auswirkungen durch mögliche Lieferstopps aus China. Und zum anderen sind darin nicht die wirtschaftlichen Folgen eines Energieembargos gegen Russland eingepreist.

Wenn Sie den QIX nachbilden wollen, bietet sich ein Index-Tracker der UBS an.

Hinweis: Da der QIX Deutschland von finanzen.net und der Traderfox GmbH, einer Tochtergesellschaft der finanzen.net GmbH, entwickelt wurde, partizipieren die finanzen.net GmbH und die TraderFox GmbH indirekt oder direkt an der Vermarktung des QIX Deutschland. Dies betrifft u.a. Lizenzeinnahmen von Emissionsbanken und KVGs.

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