09.09.2021 14:56

QIX Deutschland: Schaeffler soll künftig den Unterbau für Robotaxis mitentwickeln

QIX aktuell: QIX Deutschland: Schaeffler soll künftig den Unterbau für Robotaxis mitentwickeln | Nachricht | finanzen.net
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In Anbetracht der mit Spannung für heute erwarteten EZB-Sitzung präsentiert sich der QIX Deutschland am Donnerstagnachmittag ohne klare Richtung.
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Der Index liegt dabei leicht im Plus bei 17.965 Punkten. Merck peilt dank boomender Laborsparte bis 2025 eine Umsatzgröße von 25 Mrd. Euro sowie eine Erhöhung der Investitionsquote um mehr als 50% an. Schaeffler macht bei der Entwicklung und Industrialisierung von Robotaxis zukünftig gemeinsame Sache mit dem Sensorspezialisten Mobileye.

Angesichts neuer Wachstumsperspektiven zählt am Donnerstag im Qualitäts-Index die Aktie von Merck mit gut 2% Plus zu den wenigen Tagesfavoriten. Die Papiere erreichen mit aktuell 204,00 Euro dabei auch fast ein frisches Jahreshoch. Entscheidend für den heutigen Anstieg ist vor allem die Nachricht, dass sich der Pharma- und Spezialchemieanbieter unter seiner neuen Chefin ehrgeizige Wachstumsziele setzt. Unsere Ambition ist, das weltweit führende Wissenschafts- und Technologieunternehmen des 21. Jahrhunderts zu werden, sagte Belen Garijo heute anlässlich einer Investorenveranstaltung des Unternehmens. Hierfür will Merck in Zukunft kräftiger als bisher bekannt investieren und auch gezielt kleinere bis mittelgroße Zukäufe tätigen. Die 3 Geschäftsbereiche der Darmstädter, die sich in Chemie, Pharma und Life Science aufteilen, sollen aber abseits der ergänzenden Übernahmen in den kommenden Jahren im Wesentlichen aus eigener Kraft wachsen. Merck will den Angaben zufolge seinen Umsatz dadurch bis 2025 auf etwa 25 Mrd. Euro steigern, was einer durchschnittlichen organischen Wachstumsrate von mehr als 6% entsprechend würde. Die Investitionen sollen im gleichen Zeitraum um mehr als 50% gegenüber der vorangehenden 5-Jahresperiode steigen. Für strategische Akquisitionen ist dabei ab Ende 2022 ein Betrag im hohen einstelligen Milliarden-Euro-Bereich eingeplant. Nach milliardenschweren Zukäufen wie zuletzt dem des US-Halbleiterzulieferers Versum Materials hatte Merck auch dem Schuldenabbau bis zum kommenden Jahr oberste Priorität eingeräumt.

Bei dem Zulieferer mit seinen Sparten für Laborausrüstung, dem Pharmabereich und dem Geschäft mit Spezialmaterialien florierten die Geschäfte auch dank der Virus-Ausbreitung zuletzt prächtig. Unter anderem werden viele Corona-Impfstoffhersteller mit stark nachgefragten Zusatzstoffen wie Lipide beliefert. Merck will nun seine Sparte rund um die Herstellung biopharmazeutischer Produkte durch mehr Kapazitäten und eine Vergrößerung des weltweiten Produktionsnetzwerks ausbauen. Zudem will sich das Unternehmen auch stärker als Auftragsfertiger und -entwickler positionieren. Für den Laborzulieferbereich sieht das Management deshalb nun sogar noch optimistischer in die Zukunft, immerhin soll er mittelfristig im Schnitt um 7 bis 10% pro Jahr organisch zulegen können. Zuletzt hatte Merck für die Laborsparte noch ein Plus von 6 bis 9% angepeilt. Hierbei soll in Zukunft auch ein noch stärkerer Fokus auf die Wachstumsregion Asien-Pazifik und insbesondere China helfen. Für 2021 werden aber zunächst Erlöse von bis zu 19,7 Mrd. Euro, nach 17,5 Mrd. im Jahr zuvor, anvisiert. Zuletzt lag jedenfalls auch die Nettomarge gruppenweit bei beachtlichen 14%. Damit befindet sich die Aktie von Merck auch zu Recht im deutschen Qualitätsaktien-Index (QIX). Der QIX Deutschland ist ein Aktien-Index, der aus den besten 25 deutschen Aktien gebildet wird. Die 25 Aktien werden nach einem festgelegten und erfolgsbewährtem Regelwerk ausgewählt.

Im Rahmen der durchwachsenen Marktstimmung gibt am Donnerstag im Qualitäts-Index die Schaeffler-Aktie leicht um 0,4% auf aktuell 7,08 Euro nach. Der Auto- und Industriezulieferer konnte allerdings in dieser Woche mit einer unerwarteten Kooperation punkten. Immerhin will das Unternehmen zusammen mit dem israelischen Sensorspezialisten Mobileye künftig den Unterbau für Robotaxis anbieten. Die langfristig angelegte Partnerschaft solle die Erfahrung bei Entwicklung und Industrialisierung im Antriebs- und Fahrwerksbereich zusammenbringen, teilte Schaeffler am Montag auf der Automesse IAA Mobility in München hierzu mit. Eine anpassbare autonome Fahrzeugplattform soll bereits 2023 für Kunden zur Verfügung stehen. Mobileye selbst ist eine Tochter des US-Halbleiterproduzenten Intel und in erster Linie für ihre Kamera- und Sensorsysteme zur Erkennung der Umgebung von Fahrzeugen bekannt. Auch der Münchner Autobauer BMW arbeitet bereits mit dem Unternehmen zusammen. In der geplanten Kooperation mit den Israelis soll von Schaeffler letztlich die Fahrzeugplattform kommen, Mobileye hingegen soll die Selbstfahrtechnik beisteuern. Der schnelle Branchenumbruch hinsichtlich Vorgaben und Technik, eine zunehmende Verstädterung und ein wachsendes gesellschaftliches Bewusstsein für Mobilität erhöhten den Bedarf für neue Konzepte im Personen- und Warenverkehr, betonte dabei Schaeffler`s Autozulieferspartenchef. Mit der Partnerschaft mit Mobileye wollen wir autonome Shuttles bis zur Serienreife entwickeln.

Dabei befindet sich der Zulieferer, der mit seinen Produkten und Komponenten neben E-Autoproduzenten unter anderem auch Windradhersteller beliefert, in seiner Automotive-Sparte in einem Transformationsprozess. Dieser führt das Unternehmen immer mehr weg vom eigentlichen Kerngeschäft rund um den Verbrennermotor, hin zu alternativen Antrieben wie E-Motoren. Dennoch könnte bei Schaeffler für 2021 nach dem jüngsten Anpassungs- und Krisenjahr in der Autobranche neben einer soliden Umsatzerholung von mehr als 10% auch wieder eine fast zweistellige Marge erzielt werden.

Wenn Sie den QIX nachbilden wollen, bietet sich ein Index-Tracker der UBS an.

Hinweis: Da der QIX Deutschland von finanzen.net und der Traderfox GmbH, einer Tochtergesellschaft der finanzen.net GmbH, entwickelt wurde, partizipieren die finanzen.net GmbH und die TraderFox GmbH indirekt oder direkt an der Vermarktung des QIX Deutschland. Dies betrifft u.a. Lizenzeinnahmen von Emissionsbanken und KVGs.

Bildquellen: Traderfox

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