Senioren: Jeder Fünfte ab 65 armutsgefährdet

05.02.26 06:32 Uhr

BERLIN (dpa-AFX) - Die Zahl der armutsgefährdeten Senioren ist etwas gesunken. Nach vorläufigen Zahlen des Statistischen Bundesamts waren 2025 rund 3,45 Millionen Menschen ab 65 Jahren in Deutschland betroffen. 2024 waren es rund 3,54 Millionen gewesen. Die Zahlen fragte das Bündnis Sahra Wagenknecht bei der Behörde in Wiesbaden ab.

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Der Anteil armutsgefährdeter Menschen an der Bevölkerung im Alter 65 und älter stieg dieser Statistik zufolge trotzdem leicht von 19,6 auf 19,7 Prozent. Denn die Gesamtzahl der Personen in diesem Alter ging den Angaben zufolge etwas zurück, von 18,06 Millionen im Jahr 2024 auf 17,49 Millionen im vergangenen Jahr. Der Anteil von armutsgefährdeten älteren Frauen war mit 21,5 Prozent deutlich höher als bei älteren Männern mit 17,5 Prozent.

Wagenknecht: Zynismus

Parteigründerin Wagenknecht warf Politikern Zynismus vor, da sie trotz dieser Zahlen über Rentenkürzungen redeten. "Deutschland ist längst zu einer Abstiegsgesellschaft geworden, vor allem für viele Rentner", sagte Wagenknecht der Deutschen Presse-Agentur. "Armutsrenten nach einem langen Arbeitsleben haben mit einer gerechten Leistungsgesellschaft nichts zu tun."

Armut wird in der Statistik im Vergleich zum Wohlstand der gesamten Bevölkerung gemessen. Als armutsgefährdet gilt nach Definition der Europäischen Union eine Person, die weniger als 60 Prozent des mittleren Einkommens der Gesamtbevölkerung hat. Bei Alleinlebenden lag diese Grenze 2025 bei netto 1.446 Euro im Monat (2024: 1.381 Euro).

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Wagenknecht empfahl der Rentenkommission der Bundesregierung das Rentensystem Österreichs. Weil alle einzahlten, seien die Renten dort höher. Ähnlich hatte sie sich wiederholt geäußert./vsr/DP/zb