finanzen.net
18.10.2019 08:34
Bewerten
(2)

Daimler-Aktie im Fokus: Neuer Chef Källenius ist gefordert

Sparprogramm muss sitzen: Daimler-Aktie im Fokus: Neuer Chef Källenius ist gefordert | Nachricht | finanzen.net
Sparprogramm muss sitzen
Der Auto- und Lkw-Bauer Daimler kommt zu keiner Verschnaufpause.
Die schlechten Nachrichten reißen nicht ab. Der neue Vorstandschef Ola Källenius ist in seinen ersten Monaten stärker gefordert, als es ihm lieb sein kann. In rund einem Monat muss er dem Kapitalmarkt erläutern, wie er den neu aufgestellten Konzern wieder auf Kurs bringen will.

DAS IST LOS BEI DAIMLER:

Schon zwei Gewinnwarnungen musste Källenius in seiner rund fünfmonatigen Amtszeit verkünden, und Ende vergangener Woche kam ein weiterer angeordneter Rückruf wegen mutmaßlich illegaler Abgastechnik hinzu. Betroffen sind mehrere hunderttausend Mercedes-Benz-Fahrzeuge, darunter 260 000 Sprinter-Nutzfahrzeuge. Schon zuvor hatte Daimler auf Betreiben des Kraftfahrt-Bundesamts (KBA) mehrere Hunderttausend Fahrzeuge zurückrufen müssen. Daimler hält die benutzten, angeblich illegalen Abschalteinrichtungen für die Abgasreinigung allerdings weiter für zulässig.

Aus der Politik bläst dem Konzern aber nun stärkerer Gegenwind ins Gesicht. Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) sprach in der "Bild am Sonntag" von "Trickserei" und "Salamitaktik" des Unternehmens. Damit wird die Lage für Daimler enger - auf dem Höhepunkt der von Volkswagen ausgelösten Dieselkrise war die Politik vor einigen Jahren noch mit einem sogenannten freiwilligen Rückruf mit Softwareupdates für damals betroffene Diesel zufriedengestellt.

All das macht Källenius die Aufgabe nicht gerade leichter, nach der Amtsübernahme vom langjährigen Daimler-Chef Dieter Zetsche die Geschäfte wieder zu stabilisieren. Die Pkw-Märkte weltweit bieten weiter Anlass zur Sorge, auch wenn Mercedes im dritten Quartal nach dem schwachen Jahresbeginn nun zumindest beim Absatz punkten konnte - vor allem dank der neuen Kompaktwagenmodelle.

Källenius muss Mitte November vor allem seinen neuen Sparkurs vorlegen, den schon Zetsche auf der Bilanzpressekonferenz Anfang Februar angekündigt hatte. Ein Gesamtpaket soll es werden, dass den Investitionsbedarf in neue Antriebe und Technik genauso bewältigt wie den Renditeanspruch der Investoren. Denn die Aktionäre mussten den Gürtel zuletzt deutlich enger schnallen, der Gewinn sackte auch wegen milliardenschwerer Dieselrückstellungen und einem Bußgeld deutlich ab. Der Schwede hat "dramatische" Effizienzsteigerungen gefordert und bei den Führungskräften in einem Brandbrief zu schnellen Sparerfolgen gemahnt.

DAS SAGEN DIE ANALYSTEN:

Die Erwartungen des Kapitalmarkts an das Paket sind enorm, Källenius muss mit seinem ersten großen Projekt viel verlorenes Vertrauen gutmachen. Der Konzern dürfte sich mit dem angekündigten Maßnahmenbündel eine Steigerung der Profitabilität sowohl in der Auto- als auch der Lkw-Sparte vornehmen, schrieb JPMorgan-Analyst Jose Asumendi. Das dritte Quartal dürfte immerhin besser ausfallen als die bisherigen Jahresergebnisse.

Commerzbank-Experte Demian Flowers sieht aber bereits neue Probleme aufziehen. Auch wenn die Margen bei der Pkw-Sparte Mercedes-Benz die Talsohle durchschritten hätten, sei auf Konzernebene noch nicht mit Besserung zu rechnen. Die Verluste beim Mobilitäts-Joint-Venture mit BMW lasteten auf der Sparte mit Finanzdienstleistungen, und die Vans-Sparte liefere immer noch schwache Ergebnisse.

Flowers Sorge bleibt der strukturelle Preisdruck im Premiumsegment. Das Umfeld bei den Preisen sei weiter klar schwach, auch weil man sich nicht mehr so sehr von der Konkurrenz abhebe. Daher glaube er nicht daran, dass Mercedes-Benz Cars angesichts höherer Kosten für CO2-Emissionen und Abschreibungen wie angestrebt 2021 wieder zu 8 bis 10 Prozent Zielmarge zurückkehren könne - trotz Kostensenkungen.

Auch im Lkw-Geschäft steht dem Konzern eine schwierigere Phase bevor, wenn es nach Kai Müller von der Bank of America geht. Der Markt für die schweren Nutzfahrzeuge, der bisher noch gut lief, dürfte sich ihm zufolge nämlich drehen. Schon länger stehen die Zeichen in der Weltkonjunktur auf Abschwung, und die Lkw-Märkte sind sehr konjuktursensibel.

Die Mehrheit der im dpa-AFX-Analyser erfassten Analysten, die sich seit Källenius' Amtsantritt geäußert haben, empfiehlt die Aktie immerhin zum Kauf. 10 von 22 Experten raten dazu, während 9 das Halten empfehlen und 3 den Verkauf der Papiere. Das durchschnittliche Kursziel liegt mit 54,50 Euro rund 15 Prozent über dem aktuellen Kurs.

DAS MACHT DIE AKTIE:

Die Daimler-Aktie hat sich für Aktionäre schon seit Langem nicht mehr so richtig ausgezahlt, wenn man auf den Kurs schaut. Mitte März 2015 lag das Hoch bei über 96 Euro, seitdem ging es in einem übergeordneten Trend bergab bis auf ein Tief im August dieses Jahres bei nur noch gut 40 Euro.

In diesem Jahr hat das Papier knapp 5 Prozent zugelegt. Das ist im DAX nur ein Platz im Mittelfeld, genauso wie im europäischen Branchenindex der Autobauer und Zulieferer. Immerhin schneiden die Stuttgarter besser ab als der Münchener Erzrivale BMW, der einen Kursverlust von knapp 6 Prozent aufzuweisen hat und damit im europäischen Branchentableau sogar das Schlusslicht ist.

Auch in diesem Jahr ist die Entwicklung der Aktie aber eher wechselhaft. Zunächst ging es deutlich bergauf bis auf das Hoch von 60 Euro, dann aber schlugen die Gewinnwarnungen nebst Milliardenbelastungen deutlich ins Kontor. Daimler ist an der Börse aktuell gut 51 Milliarden Euro wert und damit nur rund halb so viel wie zu Hochzeiten noch vor gut vier Jahren.

Für Neuanleger kann der Einstieg bei Daimler in schlechten Zeiten aber auch eine Chance sein. Zudem lockt eine hohe Dividendenrendite: Selbst bei der zuletzt deutlich auf 3,25 Euro je Aktie gekürzten Ausschüttung ist auf diesem Kursniveau eine Rendite von rechnerisch fast 7 Prozent zu erzielen. Allerdings fürchten Analysten schon, dass Daimler dieses Jahr auch die gekappte Prognose beim Free Cashflow verfehlt und per Saldo eben keinen Mittelzufluss präsentieren kann - das würde die Aussichten für die Dividende erneut schmälern. Der Konzern stellt in seiner Dividendenpolitik auf den Konzerngewinn als maßgebliche Einflussgröße ab und will davon in aller Regel 40 Prozent ausschütten.

/men/eas/fba

STUTTGART (dpa-AFX)

Bildquellen: ben bryant / Shutterstock.com, Frank Gaertner / Shutterstock.com

Nachrichten zu Daimler AG

  • Relevant
    9
  • Alle
    +
  • vom Unternehmen
  • Peer Group
  • ?

Um Ihnen die Übersicht über die große Anzahl an Nachrichten, die jeden Tag für ein Unternehmen erscheinen, etwas zu erleichtern, haben wir den Nachrichtenfeed in folgende Kategorien aufgeteilt:

Relevant: Nachrichten von ausgesuchten Quellen, die sich im Speziellen mit diesem Unternehmen befassen

Alle: Alle Nachrichten, die dieses Unternehmen betreffen. Z.B. auch Marktberichte die außerdem auch andere Unternehmen betreffen

vom Unternehmen: Nachrichten und Adhoc-Meldungen, die vom Unternehmen selbst veröffentlicht werden

Peer Group: Nachrichten von Unternehmen, die zur Peer Group gehören

Analysen zu Daimler AG

  • Alle
  • Buy
  • Hold
  • Sell
  • ?
15:01 UhrDaimler VerkaufenDZ BANK
14:51 UhrDaimler HaltenIndependent Research GmbH
12:36 UhrDaimler NeutralUBS AG
12:01 UhrDaimler HoldWarburg Research
11:06 UhrDaimler SellGoldman Sachs Group Inc.
08:16 UhrDaimler overweightJP Morgan Chase & Co.
14.11.2019Daimler overweightJP Morgan Chase & Co.
04.11.2019Daimler overweightJP Morgan Chase & Co.
01.11.2019Daimler buyDeutsche Bank AG
29.10.2019Daimler OutperformRBC Capital Markets
14:51 UhrDaimler HaltenIndependent Research GmbH
12:36 UhrDaimler NeutralUBS AG
12:01 UhrDaimler HoldWarburg Research
05.11.2019Daimler NeutralUBS AG
28.10.2019Daimler HoldWarburg Research
15:01 UhrDaimler VerkaufenDZ BANK
11:06 UhrDaimler SellGoldman Sachs Group Inc.
11.11.2019Daimler SellGoldman Sachs Group Inc.
06.11.2019Daimler ReduceHSBC
24.10.2019Daimler VerkaufenDZ BANK

Um die Übersicht zu verbessern, haben Sie die Möglichkeit, die Analysen für Daimler AG nach folgenden Kriterien zu filtern.

Alle: Alle Empfehlungen

Buy: Kaufempfehlungen wie z.B. "kaufen" oder "buy"

Hold: Halten-Empfehlungen wie z.B. "halten" oder "neutral"

Sell: Verkaufsempfehlungn wie z.B. "verkaufen" oder "reduce"
mehr Analysen
Werbung
Werbung
Börse Stuttgart Anlegerclub

Die richtige Strategie für die Börsenkrise

Stecken Sie nicht den Sand in den Kopf, sondern kaufen Sie die richtigen Aktien. Erfahren Sie im aktuellen Anlegermagazin mehr über attraktive Qualitätsaktien und zyklische Aktien
Kostenfrei registrieren und lesen!

Heute im Fokus

Dow fester erwartet -- DAX höher -- Volkswagen bekräftigt Prognose 2019 -- LEG Immo wird zuversichtlicher -- Aurora Cannabis, Stabilus, Daimler, VW, Post im Fokus

Delticom will sich nach Verlusten auf Reifen konzentrieren. Trump-Berater: Roche kauft US-Biotechfirma für bis zu über eine Milliarde Dollar. Handelsstreit-Einigung mit China könnte schon bald stehen. Amazon testet gebündelte Lieferung zum Wunschtermin. Lufthansa-Chef Spohr attackiert Klimapolitik. ArcelorMittal kann indische Essar Steel übernehmen.

Die 5 beliebtesten Top-Rankings

Hohe Ausgaben
Die beliebtesten Weihnachtsgeschenke 2019
Das Schwarzbuch 2019
Wo 2019 sinnlos Steuern verbrannt wurden
Das sind die reichsten Länder Welt 2019
Deutschland gerade noch in den Top 20
Das sind die bestbezahlten Schauspieler 2019
Wer verdiente am meisten?
Die Performance der Rohstoffe in im Oktober 2019.
Welcher Rohstoff macht das Rennen?
mehr Top Rankings

Umfrage

Die Spitzen der Großen Koalition haben sich auf einen Grundrenten-Kompromiss verständigt. Was halten Sie davon?

Online Brokerage über finanzen.net

finanzen.net Brokerage
Handeln Sie für nur 5 Euro Orderprovision* pro Trade aus der Informationswelt von finanzen.net!

ETF-Sparplan

Oskar ist der einfache und intelligente ETF-Sparplan. Er übernimmt die ETF-Auswahl, ist steuersmart, transparent und kostengünstig.
Zur klassischen Ansicht wechseln
Kontakt - Impressum - Werben - Pressemehr anzeigen
Top News
Beliebte Suchen
DAX 30
Öl
Euro US-Dollar
Bitcoin
Goldpreis
Meistgesucht
Wirecard AG747206
Daimler AG710000
Ballard Power Inc.A0RENB
NEL ASAA0B733
Deutsche Bank AG514000
EVOTEC SE566480
Aurora Cannabis IncA12GS7
Microsoft Corp.870747
Apple Inc.865985
Amazon906866
Plug Power Inc.A1JA81
K+S AGKSAG88
BASFBASF11
TeslaA1CX3T
Infineon AG623100