04.04.2020 20:05

Verzockt: Kunde brockt ABN Amro hunderte Millionen Dollar Verlust ein

Spekulation geht schief: Verzockt: Kunde brockt ABN Amro hunderte Millionen Dollar Verlust ein | Nachricht | finanzen.net
Spekulation geht schief
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Ein Großkunde der niederländischen Großbank ABN Amro verzockte sich während des Corona-Crash mit komplexen Finanzprodukten. Die Bank erwartet jetzt rote Zahlen und setzt ihre Dividende aus.
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• Erneut negative Schlagzeilen für die niederländische Großbank
• ABN Amro schließt offene Positionen eines amerikanischen Großkunden
• Hoher Verlust im laufenden Quartal erwartet

Riskante Geschäfte eines nordamerikanischen Kunden haben ABN Amro Medienberichten zufolge einen hohen Millionenverlust verschafft. Laut der Nachrichtenagentur Reuters hatte die Bank schon in der vergangenen Woche bekannt gegeben, dass sich ein US-Kunde mit Optionsscheinen und Futures verspekuliert hatte. Dieser beschert der Bank nun einen Verlust von insgesamt 250 Millionen Dollar. Nach Steuerabzug verbleibt demnach noch ein Verlust von 200 Millionen Dollar. Nach dem weltweiten Marktcrash konnte der Kunde die nötigen Sicherheiten nicht mehr bereitstellen. Es kam zum "Margin Call" und ABN Amro habe seine Positionen mit Verlust geschlossen.

Was bedeutet "Margin Call"?

Als "Margin Call" wird die Nachschusspflicht bezeichnet, die bei Verlust der festgelegten Mindestdeckungshöhe des Kontos angefordert wird. Diese vertraglich festgelegte Nachschusspflicht dient dabei als Sicherheit, wenn die vorher geleisteten Einzahlungen nicht mehr ausreichen. Falls der Aufforderung zum Nachschuss nicht nachgekommen wird, ist die Bank berechtigt, die Positionen zu schließen. Im aktuellen Fall war der Kunde nicht in der Lage, diesen Nachschuss zu leisten, so der Pressesprecher von ABN Amro.

Das ist kein Einzelfall

Immer wieder sorgen Zockereien von Mitarbeitern und institutionellen Kunden für hohe Verluste bei den Kreditinstituten. So sorgte der frühere Société Générale Mitarbeiter Jérôme Kerviel mit seinem 4,9-Milliarden-Euro-Crash im Jahr 2008 für einen der höchsten Verluste im 21. Jahrhundert. Die Bank wollte damals das milliardenschwere Portfolio mit vielen DAX-Zukunftskontrakten loswerden. Die Folgen waren unter anderem extreme Kursverluste und eine damit einhergehende Kettenreaktion von Verkaufsordern - der Schwarze Montag. Am nächsten Tag folgte eine riesige Zinssenkung in den USA.

Rekordverlust für das laufende Quartal

Am Montag teilte ABN Amro nun mit, das erste Quartal mit einem Rekordverlust ausweisen zu müssen. Des Weiteren wird sich die Auszahlung der für August 2020 geplanten Zwischendividende bis auf nach der Corona-Krise verschieben. Damit folgt die Bank der Empfehlung der Europäischen Zentralbank (EZB) an die Banken der Eurozone, bis mindestens Oktober auf Gewinnausschüttungen zu verzichten. Dennoch betonte ABN Amro, dass man mit einer harten Kernkapitalquote von 18,1 Prozent per Ende 2019 ein gutes Kapitalpolster habe. Es ist unwahrscheinlich, dass ABN Amro durch den institutionellen Kunden entschädigt wird. In der aktuellen Mitteilung betonten die Niederländer aber, die Konten ihrer Kunden genau zu beobachten. Komplett ausschließen könne man einen weiteren Millionenverlust zwar nicht, er sei jedoch sehr unwahrscheinlich.

Schwierige Zeiten für die niederländische Großbank

Für die niederländischen Steuerzahler ist der aktuelle Fall allerdings besonders bitter. Denn die Bank ist seit 2009 mit 56 Prozent im Besitz des Staates. Bereits im Herbst 2019 kam es zu Kursrutschen wegen des Verdachts auf Geldwäsche. Die Ermittler warfen der Bank vor, Geldwäscheverdachts-Anzeigen zu spät oder gar nicht abgegeben zu haben. Ende Februar war auch die deutsche Niederlassung im Visier der Ermittler. Diesmal ging es um die mögliche Unterstützung von Steuerbetrug.

Redaktion finanzen.net

Bildquellen: Nessluop / Shutterstock.com, Koen van Weel/AFP/Getty Images

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